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So schnell waren die Läufer im Bunker unterwegs. Foto: Lena Jürgens

Finale für den Bunker

Am Sonntagmorgen sind 33 Läufer zum wohl ungewöhnlichsten (und einzigen) Marathon gestartet, den der Bunker in der Müggenkampstraße je gesehen hat. Das gesamte Startgeld kommt Kindern in Namibia zugute.

Von Lena Jürgens
So schnell waren die Läufer im Bunker unterwegs. Foto: Lena Jürgens

So schnell waren die Läufer im Bunker unterwegs. Foto: Lena Jürgens

Sonntag, halb neun, in Hamburg: Noch ist der Hochbunker in der Müggenkampstraße so gut wie leer. Christian Hottas, gut gelaunt und im Sportdress, hilft mit beim Aufbau des Verpflegungsstands und den letzten Vorbereitungen. Er hatte die Idee zum Bunkerlauf und hat ihn organisiert. Der Hamburger Arzt initiiert seit 15 Jahren Marathonläufe, der erste führte durch den alten Elbtunnel. Seit einiger Zeit gehören zu diesen Marathons auch die „Lost Places“-Läufe, die ihre Teilnehmer mit Laufstrecken an Orten herausfordern, die es in dieser Form nicht mehr lange geben wird. „Gewisse Orte besitzen eine gewisse Endlichkeit“, erklärt Hottas, der selbst mitläuft, den Charme der Lost Places-Läufe. Ein solcher Ort ist auch der Bunker in der Müggenkampstraße 51; er soll im nächsten Jahr abgerissen werden, um Raum für Wohnungen zu schaffen.

Man muss nur die richtigen Leute kennen

Der Einfall, in diesem Bunker einen Marathon zu veranstalten, kam Hottas während einer Bunkerbesichtigung im letzten Oktober. Als praktikabel für einen zukünftigen Lauf erwies sich der Rundweg, der sich in 42,510 Kilometern Länge in dem Bunker durch die offenen Gänge und über die Treppen ziehen ließ, insgesamt 7500 Treppenstufen und 1.372 Höhenmeter umfassend. Praktisch für die Verwirklichung der Idee war, dass Hottas selbst Mitglied beim Verein „Hamburger Unterwelten e.V.“ ist. Dieser organisiert Führungen in dem geschichtsträchtigen Bau. Über Michael Berndt von den Hamburger Unterwelten entstand auch der Kontakt zur „wph Wohnbau und Projektentwicklung Hamburg GmbH“, die Eigentümer des Bunkers ist.

Das Startgeld kommt der Organisation „steps for children“ zugute, die sich für Kinder in Namibia einsetzt. Die Kosten für die Bereitstellung von Toiletten etc. trägt die wph, sodass die Startgelder in voller Höhe in den Bau eines neuen Schulhauses investiert werden können. Die Firma arbeitet überdies schon länger mit steps for children zusammen. „Wir haben da so zwei bis drei Veranstaltungen im Jahr, da kam der Bunkerlauf dann überraschend dazu“, so Simon Vollmer, Geschäftsführer der wph. So bekam Hottas als Initiator des Marathons schon einen Tag nach der Anfrage bei dem Eigentümer des Bunkers ein Ja für den Bunkerlauf, der am Sonntag frei nach Hottas‘ Motto „Jeder Lauf ist ein Geschenk!“ stattgefunden hat.

Vom Luftschutzbunker zum Getränkelager

Um neun Uhr, also eine Stunde vor Start des Marathons, erzählt Michael Berndt von den Hamburger Unterwelten den Teilnehmern in einer Führung von der Geschichte des Bunkers. Dieser wurde während des Zweiten Weltkriegs, 1942/42, gebaut, um die Hamburger in insgesamt sieben Stockwerken inklusive des Kellers vor Bomben zu schützen. Und dafür musste er auch stabil genug sein: Die Abschlussdecke des Bunkers besteht aus 1,40m dickem Beton. Als dann während des Kalten Krieges viele alte Bunker zum Atombunker umfunktioniert wurden, wurde auch der Hochbunker in der Müggenkampstraße modernisiert, sodass er im Ernstfall für einen zehnstündigen Aufenthalt Schutz geboten hätte. Aus diesem Grunde gibt es im Bunker auch keine Sitzmöglichkeiten, nur den bloßen Beton, der in aller Kälte deutlich macht, für welche Extremsituationen der Bau gedacht war. Als kurz nach Fertigstellung Ende der Achtziger der Eiserne Vorhang fiel, wurde der Bunker zunächst von einem Getränkemarkt als Lagerraum genutzt, bis sich die Hamburger Unterwelten seiner annahmen.

Mit den Hamburger Unterwelten hatte die wph schon vor dem Abriss des „Henrietten-Bunkers“ in der Henriettenstraße zusammengearbeitet, der so ebenfalls der Öffentlichkeit zugänglich war. „Die Zusammenarbeit hat gut funktioniert und so konnten wir dann auch im Bunker in der Müggenkampstraße Führungen veranstalten“, so Berndt. Die Bunker in der Henrietten- und Müggenkampstraße sind nicht die einzigen ihrer Art, die aus dem Eimsbütteler Stadtbild verschwinden. So soll auch der Hochbunker im Eidelstedter Weg Neuem weichen, Denkmalschutz und einzigartigen Wandmalereien zum Trotz (wir berichteten).

Dabei sein ist alles…

… da ein kleiner Anreiz für den Ehrgeiz trotzdem nicht schadet, konnten die drei besten Läuferinnen und die drei besten Läufer jeweils einen kleinen Pokal mit nachhause nehmen. Für die anderen Teilnehmer gab es außerdem Medaillen. Das Wichtigste dabei sei aber dennoch das Laufen selbst. „Habt Spaß!“, forderte Hottas seine Mitläufer vor dem Start auf.

Die ersten drei Plätze belegt haben bei den Herren Christopher Ruthe, Toni Hecker und Horst Liebetruth sowie bei den Damen Bianca Karp, Lana Rockmann und Magdalena Olejniczak.

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