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Jürgen Fink, gelernter Betriebsschlosser, inspiziert einen Rasenmäher. Foto: Anja von Bihl

Geht doch noch!

Wenn der Rasenmäher streikt, der VHS-Player die Kassette schluckt oder die Jeans so hin ist, dass man nicht mehr von schickem Used Look sprechen kann, ist noch nicht alle Hoffnung verloren. Vielleicht kann das Repair Café Eidelstedt helfen.

Von Anja von Bihl
Klaus Wagnermit einem Sorgenkind. Foto: Anja von Bihl
Klaus Wagner mit einem Sorgenkind.

„Videokassettenplayer mit ihrer komplizierten Mechanik sind ganz besonders anfällig,“ sagt Klaus Wagner. Er dreht das Gerät um, schraubt es auf und nach einigem Manipulieren spuckt der Player wenigstens die zerknittert in den Motor gelaufene Kassette wieder aus. Die Besitzerin hängt an ihren Filmen und freut sich, wenn der Videorecorder wieder funktioniert.

43 Hilfesuchende sind an diesem Sonnabend bis mittags bereits ins Eidelstedter Bürgerhaus gekommen und einige sind noch zu erwarten, denn das Repair Café ist noch bis 15 Uhr geöffnet.

Wegwerfen? Denkste!

Alles, was auf den Tisch passt, plus Fahrräder. So lässt sich die Vielfalt der Dinge zusammenfassen, für die eine ganze Reihe ehrenamtlicher Fachleute mit handwerklichen Fähigkeiten und den eigenen Werkzeugkästen bereit steht.

Die Idee für das Konzept, Ressourcen und Geld zu sparen und Müll zu vermeiden, hatte 2009 die niederländische Journalistin Martine Postma. In Amsterdam eröffnete sie den ersten Reparaturtreff. Inzwischen gibt es weltweit 400 Repair Cafés, Tendenz steigend.

In Hamburg ist die Eidelstedter Initiative schon die elfte. Im Juni 2014 luden der Stadtplaner und Hobbytüftler Klaus Wagner und seine Frau Heidemarie Seidel-Wagner zum erstenmal ein und erlebten gleich einen Ansturm. „Fast alle 55 Leute kamen gleich zu Beginn um elf Uhr, da kam es schon mal zu längeren Wartezeiten,“ erzählt Frau Seidel-Wagner. „Diesmal ist es gleichmäßiger verteilt, da wartet niemand länger als eine Viertelstunde.“

Heidemarie Seidel-Wagner und Catering-Organisatorin Annemarie. Foto: Anja von Bihl
Heidemarie Seidel-Wagner und Catering-Organisatorin Annemarie.

Was es alles gibt!

„Heute war eine Familie mit zwei kleinen Kindern hier. Ihre Spielzeugwaschmaschine schleuderte nicht mehr,“ sagt Heidemarie Seidel-Wagner. Nach der Reparatur ging zwar der Schleudergang auch nicht wieder ganz richtig, aber immerhin drehte sie sich wieder, und die Kleinen waren zufrieden. Auch eine Küchen- und eine Kaffeemaschine und eine elektrische Schreibmaschine wurden erfolgreich behandelt.

„Und es kam sogar eine Dame, die ihre Hilfe beim Porzellankleben anbot,“ so Frau Seidel-Wagner.

Jemand mit einem kaputten Fahrrad wurde in einen Laden in der Nachbarschaft geschickt, um ein Ersatzteil zu kaufen. Das tauschte er dann selbst aus.

Hilfe zur Selbsthilfe bietet sich dagegen beim Motor des Rasenmähers nicht an. „Ich kann nur davon abraten, mit Strom selbst was zu machen,“ warnt der gelernte Betriebsschlosser Jürgen Fink. Ob er den Motor, der mal anspringt und mal nicht, wieder hin bekommt? Manchmal müssen auch die ehrenamtlichen Fachleute die Waffen strecken. Aber sie können wenigstens eine gründliche Analyse machen und so die Besitzer mit einer exakten Anweisung zum Fachbetrieb schicken. Der weiß dann, was genau am Gerät ersetzt werden muss.

Großzügige Räume

Zwei große Säle hat das Eidelstedter Bürgerhaus zur Verfügung gestellt. Kostenlos, wie Thomas Höltermann sagt. Er ist im Stadtteilkulturzentrum zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Heimatmuseum. „Wir halten den politischen Ansatz für sinnvoll, er passt in unser Konzept.“ Daher entstehen für die nächsten drei Termine im Januar, April und Juni 2015 ebenfalls keine Kosten. Dann wird man weiter sehen müssen. Höltermann nimmt noch einen Schluck am Tresen – der von zwei freundlichen Damen mit Kaffee und Kuchen bestückt wird. Auch sie wollen nichts dafür haben.

Dagegen gibt manch einer, dem geholfen wurde, gern eine kleine Spende – die ist immer noch billiger als ein neues Gerät. Und manches, wie den kleinen Fotoapparat mit Film, gibt es ja neu gar nicht mehr zu kaufen.

[cycloneslider id=“2014-10-19-repair-cafe“]

Fotos: Anja von Bihl

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