Hände weg vom Klosterstern
Einzelhändler und Anwohner rund um den Klosterstern in Harvestehude wollen aktiv werden, um den Kreisel vor Veränderungen zu schützen. Alarmiert sind sie, seit vor kurzem Pläne zum Umbau bekannt wurden.
Von Anja von BihlZwar sollen Sanierungs- und Baumaßnahmen erst 2016 beginnen, wir berichteten. Dennoch regt sich schon jetzt Widerstand, denn die Geschäftsleute befürchten weniger Kunden und weniger Umsatz. Am Montagabend gab es eine erste Kontaktaufnahme, um die Initiative „Hände weg vom Klosterstern“ zum Laufen zu bringen. Sechs Läden aus dem Eppendorfer Baum waren vertreten, ebenso Anwohner und ein Hauseigentümer. „Wir wollen möglichst schnell ein größeres Treffen initiieren,“ sagt Jürgen Lienau vom Papierwarenladen. „Denn es finden schon Vermessungsarbeiten statt.“ Dabei gebe es bei der Behörde doch angeblich noch gar keine konkreten Beschlüsse.
Hauptsorge ist der Wegfall von Langzeitparkplätzen im Kreisel, wenn wie geplant Fahrradwege auf die Fahrbahn verlegt würden. 100 Anwohner des Klostersterns müssten dann in die sechs angrenzenden Wohnstraßen ausweichen, wo es schon jetzt wenig Parkfläche gibt. Auch die mögliche Fällung von Bäumen wird sehr kritisch gesehen.
„Der Klosterstern funktioniert,“ sagt Lienau. „Wozu viele Steuergelder ausgeben für etwas, was hinterher nicht besser wäre?“
Erhöhte Gefahr für Radfahrer?
Das Argument, wonach am Klosterstern vermehrt Fahrradunfälle passieren, lässt Jürgen Lienau nicht gelten. Dies sei nirgendwo belegt, sagt er. Auch Radfahrer am Klosterstern hätten das bereits für unsinnig erklärt – lieber solle man Radwege in der Rothenbaumchaussee bauen.
Weitere Sorgen
Wenn der Klosterstern erst einmal umgebaut wäre, könnte es danach noch schlimmer kommen, befürchtet der Geschäftsmann. Denn es sei denkbar, dass anschließend auch im Eppendorfer Baum die Radstreifen auf die Straße verlegt würden – dann fielen auch dort die Kurzzeitparkplätze weg. Die Kunden, die von weiter weg kommen, und diejenigen, die zum Besuch des Isemarkts dort parkten, würden vertrieben.
Der Klosterstern ist ein wichtiger Knotenpunkt, unter anderem für den Verkehr vom Flughafen in die Stadt. Bis zu 20.000 Fahrzeuge frequentieren ihn täglich. Jürgen Lienau: „Ich mag gar nicht dran denken, wie es wäre, wenn es hier eine Riesenbaustelle gäbe.“
Meinungen in den Geschäften am Eppendorfer Baum:
„Ich glaube, es würde noch gefährlicher für Radfahrer, wenn die Pläne verwirklicht würden. Dann müssten sie vom Radweg im Eppendorfer Baum auf die Straße im Kreisel fahren.“
„Ich weiß nicht, ob es hier besonders viele Radunfälle gibt. Aber wenn etwas passiert, sind sie manchmal selber schuld, weil sie nicht gucken. Das gilt aber auch für Autofahrer und Fußgänger: Bisschen besser gucken.“
„Gibt es nichts Dringenderes, wofür man Steuergelder verwenden sollte?!“