Bagger aufs Dach
Fast oben.

Bagger aufs Dach

Der Abriss des Bunkers an der Methfesselstraße hat begonnen. In den vergangenen Tagen wurde schon der Eingangsvorbau an der Seite zum Langenfelder Damm entfernt und eine große Öffnung für den Abtransport der Trümmer angelegt. Jetzt folgte der nächste Schritt.

 

Auf halber Höhe. Foto: Anja von Bihl
Auf halber Höhe. Foto: Anja von Bihl

Wegen einer Sturmwarnung musste der Termin um zwei Tage verschoben werden, aber am Donnerstag war es so weit: Der für die Abrissarbeiten benötigte 50-Tonnen-Bagger wurde auf das Dach des Bunkers gehoben. Dafür wurde die Methfesselstraße an der Ecke Langenfelder Damm für mehrere Stunden gesperrt. Ein 400-Tonnen-Kran wurde aufgebaut, auf einer Breite von mehr als zehn Metern abgestützt und mit Gegengewichten beladen. Dann schwebte der Bagger in wenigen Minuten nach oben.

Es kann gesprengt werden

Bereits zuvor wurden Betonproben entnommen; das Ergebnis: der Beton enthält keinen Asbest. Also können nun die Sprengungen beginnen, um zuerst die 1,50 Meter dicke Bunkerdecke zu lockern. Dafür werden in kurzen Abständen Sprenglöcher gesetzt, in denen die Ladungen zur Explosion gebracht werden. Die aufgelockerte Fläche wird danach vom Bagger zerkleinert und die Trümmer durch einen Abwurfschacht nach unten fallen gelassen. Unter der Decke liegen Stahlträger, die danach gesondert entfernt werden müssen.

Die Seitenwände des Bauwerks sind 1,10 Meter dick. Hier werden die Sprengungen so platziert, dass ein Teil der Wand nach innen in den Bunker fällt. Den stehengebliebenen und durch die Explosionen schon gelockerten Wandteil zerkleinert der Bagger mit einer einen Meter breiten Schere und schiebt die Trümmer ebenfalls zum Abwurfschacht. Ganz zum Schluss ist die Bodenplatte des Bunkers dran, die 2,30 Meter dick ist und unter dem Straßenniveau liegt.

Hier wird gesperrt. Quelle: Deutsche Spreng GmbH/Roller Sprengtechnik
Hier wird gesperrt. Quelle: Deutsche Spreng GmbH/Roller Sprengtechnik

Alles von der Straße

Die Sprengungen beginnen in den nächsten Tagen. Es wird zweimal am Tag gesprengt. Gezündet wird voraussichtlich zwischen elf und zwölf Uhr sowie am Nachmittag zwischen 16:30 und 17:30 Uhr. Der einzelne Sprengvorgang dauert jeweils nur rund fünf Minuten, und nur so lange wird das Gebiet abgesperrt. Autos können dann die Methfesselstraße auf der Länge des Bunkers nicht passieren. Fußgänger dürfen dort ebenfalls nicht entlang, ebenso wie auf einem kurzen Stück des Langenfelder Damms. Auch im Innenhof zwischen den Wohngebäuden an der Methfesselstraße und der Matthesonstraße darf sich niemand im Freien aufhalten. Sperrposten stehen vor Ort bereit, um sicherzustellen, dass sich niemand in Gefahr befindet.

In den Häusern darf man aber bleiben, wie die Firmen Otto Wulff und Deutsche Spreng GmbH bei einem Informationsabend für die Anwohner am 26. Januar mitteilten. Und man müsse auch keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen – ein Anwohner wollte zum Beispiel wissen, ob man seinen Computer abschalten müsse: nicht nötig.

Angekündigt werden die Lockerungssprengungen durch ein Signalhorn:
1 x lang bedeutet: Sprengstelle und Straße sofort verlassen,
2 x kurz: Es wird gezündet,
3 x kurz: Entwarnung.

Abriss und Neubau

Bis etwa Juni soll der Bunker eingeebnet sein. Danach beginnt der Aushub für den geplanten Neubau. Das bunte Umspannhäuschen wird zunächst durch ein Provisorium ersetzt und später ins Kellergeschoss verlegt. Fertig sein soll das neue Wohngebäude Ende 2017 oder Anfang 2018.

Fotos: Anja von Bihl, konsalt GmbH und Klaus Pinker

 

Anja von Bihl

Anja von Bihl war lange Zeit als Nachrichtenredakeurin beim Rundfunk tätig, u. a. zuletzt zehn Jahre beim rbb in Berlin. Jetzt hat sie sich zur Ruhe gesetzt, bleibt aber zumindest beim Joggen durch Eimsbüttel in Bewegung.

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