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Dominik kam die Idee für den Duschbus, als er selbst auf der Straße lebte. Foto: Ankerherz Verlag
Dominik kam die Idee für den Duschbus, als er selbst auf der Straße lebte. Foto: Ankerherz Verlag
Gemeinnütziges Projekt

„Waschen ist Würde“ – Duschbus für Obdachlose

Der Eimsbütteler Autor Dominik Bloh hat lange selbst auf der Straße gelebt. Zusammen mit gemeinnützigen Organisationen und Privatpersonen startet er jetzt eine Crowdfunding-Kampagne, um einen mobilen Duschbus für Obdachlose einzurichten.

Von Catharina Rudschies

“Wenn man immer nur als dreckig wahrgenommen wird, hält man sich selber für Dreck”, sagt Dominik Bloh, Autor und Co-Initiator von “GoBanyo”. Zusammen mit einem Kollektiv aus gemeinnützigen Organisationen und Privatpersonen möchte er einen mobilen Duschbus – den GoBanyo – einrichten und betreiben. So sollen Obdachlose die Möglichkeit erhalten, sich zu waschen und frische Kleidung anzulegen. Heute startet die Crowdfunding-Kampagne, um das Projekt zu finanzieren.

Initiator Bloh hat selbst lange auf der Straße gelebt

“Wenn man tage- oder sogar wochenlang ungewaschen durch die Straßen zieht, hinterlässt das Spuren. Nicht nur auf der Haut oder den Klamotten, sondern auch auf der Seele”, so Bloh. Der Autor hat selbst lange Zeit auf der Straße gelebt und weiß, wie man sich als Obdachloser fühlt. In der Osterstraße hat er das erste Mal gebettelt. Nach elf Jahren ohne Dach über dem Kopf, konnte er sich aus dem Teufelskreis herausziehen und zog 2016 in eine Einzimmerwohnung in Eimsbüttel.

Dominik Bloh hat die Obdachlosigkeit hinter sich gelassen. Foto: Ankerherz Verlag

Dominik Bloh: “Die Straße bleibt im Kopf”

Mit 16 schmiss ihn die psychisch labile Mutter zu Hause raus. Elf Jahre der wiederkehrenden Obdach- und Wohnungslosigkeit folgten. Heute wohnt Dominik Bloh in einer eigenen Wohnung in Eimsbüttel und erzählt seine Geschichte.

Ein Kollektiv aus gemeinnützigen Organisationen sind am Projekt beteiligt

Seitdem hat er ein Buch über seine Zeit als Obdachloser geschrieben (“Unter Palmen aus Stahl”), arbeitet und engagiert sich ehrenamtlich. Sein nächstes Projekt ist der Duschbus. Kommt genügend Geld über die Crowdfunding-Kampagne zusammen, soll im Sommer ein ausrangierter Linienbus ausgebaut werden. In ihm werden mehrere Duschkabinen eingerichtet, in denen die Privatsphäre jedes einzelnen garantiert ist.

Im Anschluss erhalten die Obdachlosen frische Kleidung von der Hanseatic Help e.V. (ehemals Kleiderkammer). So könnten sie ihre Kleidung auch mal wechseln und das frische Gefühl ein wenig länger mit sich tragen, erklärt Bloh.

Insgesamt benötigt das Projekt “GoBanyo” 200.000 Euro, um den Bus umzubauen und den Betrieb der ersten zwölf Monate zu finanzieren. Mit dem Geld kann der Duschbus an drei Wochentagen für je fünf Stunden betrieben werden – insgesamt sind das circa 8.000 Duschen pro Jahr. Hamburg Wasser unterstützt das Projekt mit der Beschaffung und dem Ableiten des Wassers. Ehrenamtliche des clubkinder e.V. stellen Personal.

Menschen sollen ein neues Selbstbewusstsein erhalten

Die Idee für den Bus kam Dominik Bloh auf der Straße: “Obdachlosigkeit bedeutet immer, dreckig zu sein. Schon damals habe ich darüber nachgedacht, wie man die Situation verbessern kann.”

Das Ziel sei, Obdachlose zum nächsten Schritt zu motivieren: “Wer dreckig ist, vermeidet den Kontakt zu anderen Menschen, geht nicht mehr zum Amt, stellt sich in keine Schlange zur Wohnungsbesichtigung”, meint der Autor. Menschen sollen ein neues Selbstbewusstsein bekommen. “Wir sind uns sicher: Das wird Türen öffnen.”

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