Eimsbüttel: Bezirk der Konsulate
Unweit der Alster liegen in Eimsbüttel gleich mehrere Konsulate. Sie kümmern sich um die Anliegen ihrer Staatsbürger – und fördern den internationalen Austausch. Eine, die beides verbindet, ist die französische Generalkonsulin Lorène Lemor.
Von Alexis MilneHamburg ist eine der wichtigsten Konsulatsstädte der Welt – nur New York City und Hongkong haben mehr Vertretungen. Über 100 Konsulate sind hier ansässig, viele von ihnen entlang der Elbe oder in der Innenstadt. Elf liegen im Bezirk Eimsbüttel – inmitten der Stadtvillen von Rotherbaum und Harvestehude.
Was macht ein Konsulat?
Konsulate übernehmen Aufgaben, die im Heimatland Behörden erledigen würden: Sie stellen Pässe aus, organisieren Wahlen für im Ausland lebende Staatsbürgerinnen und Staatsbürger und beraten zu Einreise- und Aufenthaltsfragen.
Während Botschaften vor allem politische Aufgaben wahrnehmen, kümmern sich Konsulate um alltägliche Verwaltungsaufgaben – und sind für viele die erste Anlaufstelle im Ausland.
Man unterscheidet zwischen Honorarkonsulaten und Generalkonsulaten. Honorarkonsulate sind kleiner, werden häufig ehrenamtlich geleitet und oft von Personen geführt, die selbst nicht aus dem vertretenen Land stammen. Generalkonsulate hingegen sind größere Vertretungen mit mehreren Mitarbeitenden. Ihre Leiterinnen und Leiter – die Generalkonsuln – werden direkt vom jeweiligen Land entsandt.
Zwischen Diplomatie und Kultur
Eine von ihnen ist Lorène Lemor, französische Generalkonsulin in Hamburg. Sie leitet zugleich das Institut Français, das seit 1951 in einer Jugendstilvilla in der Heimhuder Straße 55 in Rotherbaum beheimatet ist. 2004 zog das französische Konsulat mit ein. Von hier aus betreut es alle französischen Staatsangehörigen in Hamburg und Schleswig-Holstein.
Das Institut Français ist die offizielle Kulturvertretung Frankreichs in Hamburg. 1959 wurde das Institut für ein Jahr vom französischen Philosophen Michel Foucault geleitet. In dieser Zeit schloss Foucault auch seine Promotion ab, die als Grundlage für sein Buch „Wahnsinn und Gesellschaft” diente, und erkundete das queere St. Pauli. Foucault hielt zudem Lehrveranstaltungen für die Universität Hamburg im Institut Français ab.
Ort des Austauschs
Bis heute bietet das Institut Sprachkurse, Lesungen und kulturelle Veranstaltungen an. In der frankophonen Mediathek können Besucherinnen und Besucher stöbern, auf der kleinen Bühne treten regelmäßig Autorinnen und Autoren auf.
Das Institut Français sei ein Ort für den kulturellen Austausch, sagt Lemor. In ihrer Doppelrolle als Generalkonsulin und Direktorin will sie das Angebot weiterentwickeln. Sie plane, mit Debatten und Veranstaltungen auf die Bedeutung von Demokratie und die Risiken von Missinformation aufmerksam zu machen.
Auf der Suche nach einem neuen Standort
Als Generalkonsulin ist Lemor zudem am Dialog zwischen Frankreich und Deutschland beteiligt. Dafür unterstützt sie die Zusammenarbeit zwischen Frankreich, Hamburg und Schleswig-Holstein – in Verbindung mit der Botschaft in Berlin. Sie vertritt die französischen Interessen in Wirtschaft, Politik und Kultur und entwickelt neue Kooperationen.
Zu Lemors Aufgaben gehöre auch, den Umzug des Konsulats und des Institut Français zu planen. Die Villa in Rotherbaum ist nicht barrierefrei. In den kommenden Jahren müsse die Einrichtung deshalb umziehen. Ziel sei es, so Lemor, einen besser geeigneten Standort zu finden, der Raum für mehr Angebote biete.
lokal. unabhängig. unbestechlich.
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