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fullscreen Erkämpfter Punkt für Vicky

Erkämpfter Punkt für Vicky

Der SC Victoria erarbeitet sich einen verdienten Punkt gegen den Tabellendritten VfB Oldenburg. Nach der unverhofften Führung der Gastgeber sorgt ein umstrittener Foulelfmeter in der Nachspielzeit der ersten Hälfte für den Ausgleich des Favoriten.

schedule Lesezeit ca. 4 min.

Nachdem der SC Victoria vor der Winterpause einen Aufwärtstrend vorweisen konnte, indem die Mannschaft aus fünf Spielen drei Siege holte, gab es im ersten Liga-Punktspiel des neuen Jahres gegen die U23 der Braunschweiger nichts zu holen: 5:1 gewannen die Niedersachsen, wobei der SCV zur Pause noch mit 1:0 in Führung lag. Damit wurde die Chance vertan, weitere wichtige Punkte im Abstiegskampf zu sammeln und den letzten Tabellenplatz zu verlassen.

Der Tabellendritte zu Gast

Der VfB-Oldenburg ging als Tabellen-Zweiter als Favorit in das Spiel. Foto: Tim Eckhardt
Der VfB-Oldenburg ging als Tabellen-Zweiter als Favorit in das Spiel. Foto: Tim Eckhardt

Der Gegner am aktuellen Spieltag kam zwar ebenfalls aus Niedersachsen, grüßt allerdings vom anderen Ende der Tabelle der Regionalliga Nord. Der VfB Oldenburg hatte in seinen bisherigen 20 Spielen 37 Punkte gesammelt und sich so den dritten Tabellenplatz erarbeitet.

Am vergangenen Wochenende startete Oldenburg zu Hause mit einem 2:2 gegen Weiche Flensburg in das neue Fußballjahr.

Beide Fanlager lautstark

Die Fans beider Seiten waren lautstark dabei. Foto: Tim Eckhardt
Die Fans beider Seiten waren lautstark dabei. Foto: Tim Eckhardt

Der Gästeblock war gut gefüllt und unterstützte die eigene Mannschaft von Beginn an lautstark. Während auf dem Feld in den ersten Minuten eher ein bedächtiges Abtasten stattfand, lieferten sich die beiden Fangruppierungen der Vereine ein lautstarkes und ausdauerndes Gesangsduell. Die Gästefans waren es, die ein kritisches Statement pro aktiver Freizeitgestaltung lieferten: “Glotze aus, Stadion an”, ließ sich auf einem ihrer vielen Banner lesen und zeigt, dass ein Fußballsonntag nicht vom Bezahlsender sky abhängig sein muss.

Oldenburg übt Druck aus

Nach einigen Minuten fand der VfB Oldenburg besser ins Spiel. Foto: Tim Eckhardt
Nach einigen Minuten fand der VfB Oldenburg besser ins Spiel. Foto: Tim Eckhardt

Nachdem einige Minuten vergangen waren, versuchten die Niedersachsen den Druck zu erhöhen und kamen so auch zur ersten erwähnenswerten Aktion in Tornähe. Nach einem Fehlpass von Victoria im Mittelfeld, lief Kai Pröger auf der rechten Seite gen Vicky-Strafraum und flankte den Ball von dort weich in die Mitte, der dort stehende Stürmer stand allerdings im Abseits. Auch in der Folge blieben die Oldenburger die bestimmende Mannschaft, ohne jedoch allzu große Gefahr heraufzubeschwören. Nach einer Viertelstunde Spielzeit setzten dann starke Regenfälle und kräftige Windböen ein.

Im Regen wird Vicky stärker

Benny Hoose machte wie so oft ein auffälliges Spiel und erzielte das 1:0. Foto: Tim Eckhardt
Benny Hoose machte wie so oft ein auffälliges Spiel und erzielte das 1:0. Foto: Tim Eckhardt

Der Druck von Oldenburg ebbte merklich ab und Victoria versuchte sich ebenfalls in der Offensive. In der 23. Minute brachte Neuzugang Mohamed Labiadh eine Hereingabe flach in die Mitte zu Benny Hoose, welcher mit links aus zwölf Metern abzog. Sein Schuss geriet jedoch nicht wirklich gefährlich, da er den Ball nicht richtig erwischte: rechts vorbei.

Nur vier Minuten später war es dann soweit. Steven Lindener flankte von der linken Seite hoch in den Strafraum, der Verteidiger in der Mitte verpasste den Ball und der dahinter stehende Hoose grätschte ihn zum 1:0 ins Tor.

Es hört auf zu regnen, das Spiel beruhigt sich

Der Himmel hellte sich wieder auf und der Regen ließ nach, das Spiel ließ in dieser Zeit wieder etwas nach. Es dauerte rund zehn Minuten, ehe wieder Torgefahr erzeugt wurde. Der VfB profitierte erneut von einem Vicky-Fehlpass im Spielaufbau, als der auffällig spielende Addy Waku Menga den eroberten Ball geschickt in die Spitze durchsteckte, der Schütze jedoch am erneut gut aufgelegten Tobias Grubba im Tor der Hamburger scheiterte. Nur eine Minute später steht erneut Menga im Mittelpunkt, als er kurz vor dem Strafraum per Foul gestoppt wird.

Rudelbildung und eine Menge gelber Karten

Nach einem Foul am Strafraumrand kochten die Emotionen hoch. Foto: Tim Eckhardt
Nach einem Foul am Strafraumrand kochten die Emotionen hoch. Foto: Tim Eckhardt

Sofort bildete sich eine wilde Traube von Spielern beider Mannschaften und auch die beiden Schiedsrichter-Assistenten eilten zum Ort des Geschehen, um die Situation zu beruhigen und sich anschließend mit Schiedsrichter Viatcheslav Paltchikov zu beraten. Das Ergebnis: zwei gelbe Karten für die Gastgeber, eine für den VfB und natürlich Freistoß aus guter Position für die Gäste. Die meisten Gästeanhänger hätten wohl eher auf Notbremse und Rot für Victoria entschieden, eine äußerst unübersichtliche Situation für den Schiedsrichter.

Der Freistoß bringt nichts ein, der Ausgleich fällt trotzdem

Tobias Grubba ahnte zwar die Ecke, konnte gegen den gut getretenen Elfmeter jedoch nichts ausrichten. Foto: Tim Eckhardt
Tobias Grubba ahnte zwar die Ecke, konnte gegen den gut getretenen Elfmeter jedoch nichts ausrichten. Foto: Tim Eckhardt

Der Freistoß wurde dann zwar links am Tor vorbei geschossen, das 1:1 fiel jedoch einige Zeit später trotzdem. VfB-Spieler Kevin Samide setzte sich auf der rechten Seite durch, drang in den Strafraum ein, wurde dort von zwei Vicky-Spielern in die Zange genommen und fiel. Der Schiedsrichter zögerte nicht lange und zeigte auf den Punkt. Insgesamt eine umstrittene, aber wohl vertretbare Entscheidung. Den fälligen Strafstoß verwandelte Menga sicher in die untere linke Ecke. Danach bat der Schiedsrichter zum Pausentee.

Die zweite Halbzeit beginnt

Auf die erste Torgelegenheit nach Wiederanpfiff mussten die Zuschauer wiederum einige Minuten warten. Wiederum ein Fehlpass der Gastgeber sorgte für Gefahr vor dem eigenen Tor. Pröger fing den Ball ab, spielte ihn zu Menga, der frei vor Tobias Grubba auftauchte und den Ball mit viel Gefühl hauchzart am rechten Pfosten vorbei schob. Ab der 60. Minute spielte sich dann Victorias Konrad Azong in den Mittelpunkt und war an gleich mehreren Gelegenheiten für die Heimmannschaft direkt beteiligt. Zuerst kam er selbst nach guter Kombination zum Abschluss, schoss jedoch links vorbei. Dann steckte er den Ball durch die Verteidigung auf Vincent Boock, der jedoch das Laufduell gegen den Verteidiger verlor und somit den Ball klären konnte.

Noch eine Gelegenheit, dann Kampf in der Schlussphase

Einen so vollen und lauten Gästeblock sieht man im Stadion Hoheluft nicht alle Tage. Foto: Tim Eckhardt
Einen so vollen und lauten Gästeblock sieht man im Stadion Hoheluft nicht alle Tage. Foto: Tim Eckhardt

Wiederum Azong spielte dann nach rechts-außen auf den eingewechselten Sergej Schulz, welcher den Ball flach in den Strafraum zu Hoose passte. Dessen hoher Schuss in die rechte Ecke konnte Gästetorwart Mansur Faqiryar parieren. Danach kam auch der VfB nochmal gefährlich vor das Tor der Gastgeber. Eine Flanke in der 81. Minute köpfte der völlig frei stehende Lucas Hoeler äußerst knapp rechts am Tor vorbei. In der Schlussphase versuchten die Gäste, den Druck hoch zu halten, was jedoch nicht wirklich gelingen sollte. Kaum flüssige Kombinationen brachten kaum gefährliche Torchancen hervor.

Der Schlusspfiff bringt die Gewissheit

Ein zufriedener Heimtrainer und ein unzufriedener Gästetrainer bei der Pressekonferenz. Foto: Tim Eckhardt
Ein zufriedener Heimtrainer und ein unzufriedener Gästetrainer bei der Pressekonferenz. Foto: Tim Eckhardt

Als der Schiedsrichter schließlich abpfiff, war der Punkt gegen den Tabellendritten in trockenen Tüchern. Trainer Lutz Göttling zeigte sich auf der anschließenden Pressekonferenz insbesondere mit der kämpferischen Leistung seiner Mannschaft zufrieden. “Auf den Punkt werden wir aufbauen”, so der Trainer.

An der Tabellensituation änderte der Punktgewinn zwar nichts (der SC Victoria bleibt Letzter), nach der bitteren 1:5 Auswärtspleite dürfte er aber auf jeden Fall gut für das Selbstvertrauen sein. Vier Punkte trennen den SCV vom rettenden Ufer, 13 Spiele sind noch zu spielen. Noch ist alles möglich!

 

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