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Die Hamburger Energiewerke bauen das Fernwärmenetz in Hamburg aus. Symbolfoto: Benedikt Hojenski
Seit 21 Monaten wird in der Osterstraße gebaut. Archivfoto: Benedikt Hojenski
Baustelle

Monatelange Verzögerungen bei der Fernwärme – Woran liegt’s?

Die Bauarbeiten für die Fernwärme in der Osterstraße verzögern sich – mit Folgen für Anwohner und Geschäfte. Warum die Baustellen länger dauern als geplant und wie es jetzt weitergehen soll.

Von Ella Schinkel

Seit bekannt ist, dass auch in diesem Jahr das Osterstraßenfest wegen der Fernwärmebauarbeiten ausfallen muss, fragen viele Eimsbütteler nach den Gründen für die Verzögerungen. Die Eimsbütteler Nachrichten haben bei den Hamburger Energiewerken nachgefragt.

Keine Baustelle rechtzeitig fertig

Vor 21 Monaten begann der Ausbau des Fernwärmenetzes in der Osterstraße: Straßen wurden gesperrt, Baustellen eingerichtet und der Asphalt wurde aufgerissen. Die Baustellen sollten eigentlich Ende letzten Jahres verschwinden, doch die Bauarbeiten halten die Osterstraße weiterhin in Atem. Eine Anfrage bei den Hamburger Energiewerken zeigt: Keine der vier großen Baustellen-Abschnitte wurden planmäßig fertig.

Der Abschnitt zwischen Schulweg und Eppendorfer Weg sollte im Sommer 2025 fertig werden, die Arbeiten verzögerten sich jedoch bis Ende vergangenen Jahres. Die Abschnitte zwischen Emilienstraße und Schulweg sowie zwischen Hellkamp und Schwenckestraße befinden sich weiterhin im Bau, obwohl ihre Fertigstellung ursprünglich für Herbst und Winter 2025 vorgesehen war.

Aktuell sei geplant, die Bauarbeiten im Abschnitt Emilienstraße bis Schulweg noch in diesem Monat abzuschließen, heißt es von den Hamburger Energiewerken. Der Abschnitt Hellkamp bis Schwenckestraße soll im Juni fertiggestellt werden. Die letzten Baustellen werden sich voraussichtlich bis Ende September zwischen Heußweg und Emilienstraße befinden. 

Frost und fehlerhafte Pläne erschweren Arbeiten

Grund für die Verzögerungen der Baumaßnahmen sei insbesondere der kalte Winter gewesen, heißt es von der Pressestelle der Hamburger Energiewerke. Die mehrwöchige Frostperiode habe zu baulichen Verzögerungen geführt. Zudem seien die Bestandspläne der alten Leitungen teilweise fehlerhaft gewesen.

Um Flucht- und Rettungswege zu gewährleisten, konnten einige Bauabschnitte nur nacheinander bearbeitet werden, heißt es weiter. Verzögerungen hätten sich daher auf alle folgenden Baustellen ausgewirkt. So habe der Abschnitt Heußweg bis Emilienstraße verspätet begonnen, weil sich die Querung des U-Bahn-Tunnels Osterstraße/Heußweg verzögerte. Die begrenzten Platzverhältnisse zwischen U-Bahn-Tunnel und Asphaltoberfläche hätten die Arbeiten zusätzlich erschwert, und auch die Wiederherstellung des Betons zum Schutz des Tunnels sei aufwendiger gewesen als zunächst geplant.

Kann finanzielle Unterstützung helfen?

Die umfangreichen Baumaßnahmen bedeuten für viele Geschäfte in der Osterstraße wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die anhaltenden Einschränkungen verschärfen die Situation. In den vergangenen Monaten mussten mehrere Geschäfte schließen. Das Osterstraßenfest fiel bereits im vergangenen Jahr aus, auch in diesem Sommer kann es nicht stattfinden. Um auf die Situation der umliegenden Geschäfte einzugehen, haben die Hamburger Energiewerke nach eigenen Angaben verschiedene Maßnahmen ergriffen. Banner sollen auf den Absperrungszäunen auf die dortigen Geschäfte hinweisen. Zudem sei Social-Media-Werbung sowie die Beleuchtung für den Weihnachtsmarkt in der Osterstraße von den Hamburger Energiewerken finanziert worden. In Zukunft sollen auch Marketingaktivitäten der Interessengemeinschaft Osterstraße e. V. zur Wiedereröffnung der Osterstraße finanziell unterstützt werden.

FPD-Fraktion übt Kritik

Nach Angaben der Eimsbütteler FDP-Fraktion laufe die Planung der Bauarbeiten “hoffnungslos aus dem Ruder” und werde auf dem Rücken von Gastronomie und Einzelhandel ausgetragen. Deswegen richtet sich die Fraktion jetzt mit einer Großen Anfrage an das Bezirksamt Eimsbüttel und den Hamburger Senat.

Die insgesamt 17 Fragen der Fraktion beziehen sich unter anderem auf die Planungstransparenz, auf Entschädigungspläne für anliegende Gewerbe und auf die Konsequenzen für kommende Bauprojekte. Antworten gibt es noch nicht.


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