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In der Osterstraße ist durch die Baustelle deutlich weniger los als früher, sagt eine Gewerbetreibende. Foto: Ella Schinkel
In der Osterstraße ist durch die Baustelle deutlich weniger los als früher, sagt eine Gewerbetreibende. Foto: Ella Schinkel
Einzelhandel

Weniger Umsatz durch Baustelle in Osterstraße: Hilferuf aus dem Quartier

Immer wieder beklagen Gewerbetreibende Einbußen durch die Baustelle an der Osterstraße. Finanzielle Hilfen gab es bislang nicht. Eine Ladenbetreiberin macht jetzt klar: Die Auswirkungen sind nicht mehr tragbar.

Von Julia Haas

Die Bauarbeiten für den Ausbau des Fernwärmenetzes verzögern sich. Das Osterstraßenfest kann deswegen nicht stattfinden – und den Gewerbetreibenden rund um die Osterstraße reißt der Geduldsfaden. Die andauernden Baumaßnahmen führen zu Umsatzeinbußen, es gehe um Existenzen, sagt Linda Langer. Sie betreibt Nachmacher X, ein Kreativladen mit Werkstatt im Schulweg, Ecke Osterstraße. In einem Brandbrief an Verwaltung und Politik bittet sie um Unterstützung.

Baustelle Osterstraße: „Finanzielle Auswirkungen nicht mehr tragbar“

Seitdem die Buslinie 4 aufgrund der Baustelle umgeleitet wird, fehle es in der Osterstraße an Passantinnen und Passanten. Die Verlegung der Bushaltestellen der Linien 20 und 25 in Richtung Altona habe zu einem zusätzlichen Rückgang der Kundschaft geführt, so Langer. Die Folge seien erhebliche Umsatzeinbußen. Das treffe nicht nur Langers Geschäft, sondern die gesamte Gastronomie und den Einzelhandel in diesem Bereich.

„Die finanziellen Auswirkungen sind für mich als Selbstständige nicht mehr tragbar“, schreibt Langer in ihrem Brief an die öffentlichen Stellen. Und weiter: „Existieren Programme, Entschädigungsregelungen oder sonstige Unterstützungsangebote für Selbstständige, die durch diese Baumaßnahmen in wirtschaftliche Not geraten sind?“

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Appell an die Stadt

Langer betont dabei auch: Sie unterstütze den Ausbau der Fernwärme. Dennoch müssten die daraus resultierenden wirtschaftlichen Belastungen für Einzelunternehmer berücksichtigt werden.

„Es wäre ein wichtiges Signal, wenn die Stadt Hamburg sicherstellt, dass das Engagement für eine zukunftsfähige Infrastruktur nicht auf dem Rücken derjenigen ausgetragen wird, die das kulturelle und wirtschaftliche Leben dieser Stadt maßgeblich mitgestalten.“

Wie reagieren Verwaltung und Politik?

Die Situation der Gewerbetreibenden ist dem Bezirksamt Eimsbüttel bekannt: Beschwerden der Händlerschaft über die Fernwärmearbeiten liegen vor. Von Kay Becker, Sprecher des Bezirksamts, heißt es dazu: „Die Kollegen der Wirtschaftsförderung stehen zum Thema im Austausch mit Gewerbetreibenden, Osterstraße e. V. und den Energiewerken.“ Jedoch sei man in diesem Fall nicht der Maßnahmenträger und könnte deswegen nur Kommunikationswege ebnen.

Die Eimsbütteler Fraktionen von SPD und Grünen beschäftigen sich aktuell ebenfalls mit der Thematik. In einem gemeinsamen Antrag fordern sie Unterstützung für die Gewerbetreibenden. Einerseits soll mit Vertretern der Hamburger Energiewerke, die den Fernwärmeausbau verantworten, über die Situation der örtlichen Gewerbetreibenden gesprochen werden – insbesondere wie deren wirtschaftliche Belange bisher Berücksichtigung fanden und künftig finden. Andererseits soll aufgezeigt werden, ob Unterstützungsangebote für die Gewerbetreibenden an der Osterstraße möglich sind.

Frühere Unterstützungen gescheitert

2024 hatten sich die Fraktionen von CDU, Grünen und SPD in einem gemeinsamen Antrag dafür eingesetzt, dass den Gastrobetrieben in der Osterstraße die Gebühren für die Außengastro erlassen werden. Jedoch ohne Erfolg: Eine rechtliche Überprüfung der Finanzbehörde ergab, dass eine Baustelle noch kein Grund für Erlasse oder Erstattungen von Gebühren sei.

„Umsatzeinbußen könnten allenfalls Gegenstand der Prüfung eines möglichen Schadensersatzanspruchs sein“, erklärte die Verwaltung. Jedoch wären auch hier die Hürden sehr hoch – und der Schadensersatzanspruch würde sich nicht an das Bezirksamt, sondern an den Vorhabenträger richten.


Nachdem bekannt wurde, dass das Osterstraßenfest in seiner gewohnten Form nicht stattfindet, haben sich Gewerbetreibende zusammengeschlossen. Sie laden zum Indoor-Osterstraßenfest ein.


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