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Die Eimsbuetteler Autorin Birgit Rabisch.
Die Autorin Birgit Rabisch kommt aus Eimsbüttel. Foto: Angela Woyciechowski
Literatur

Eimsbütteler Autorin über ihr Leben und Schreiben

Was passiert, wenn das Leben die Geschichte schreibt? Birgit Rabisch spricht über ihr neues Buch „Unser Törn ins Vergessen“ und darüber, warum Schreiben beim Verstehen helfen kann.

Von Angela Woyciechowski

Die Eimsbüttelerin Birgit Rabisch veröffentlicht diesen Sommer ihr neues Buch „Unser Törn ins Vergessen“. Im Interview erzählt sie, wie die Idee dafür entstand und was andere Schreibende von ihr lernen können.

Eimsbütteler Nachrichten: Wie sind Sie zum Schreiben gekommen? 

Birgit Rabisch: Ich war schon als Kind eine Leseratte. Später habe ich Literaturwissenschaften studiert, aber erst beim ersten Liebeskummer habe ich angefangen, eigene Gedichte zu schreiben. In Hamburg gab es damals eine Schreibinitiative, die „Literaturpost“ – ich bin zur Frauenschreibgruppe gegangen. Da war ich Anfang 20. Zu dieser Zeit ist auch mein erstes Buch „Jammerlürik“ erschienen. 

Schreiben hilft, das Leben besser zu verstehen

Wie kommt man als schreibende Person auf eine Idee?

Da gibt es, glaube ich, nicht nur ‘diesen einen Tipp’. Aber es gibt den Spruch: Schreib, was du kennst. Für mich war immer auch wichtig: Schreib, was du wissen willst. Also ein eigenes Erkenntnisinteresse und Probleme, die mich beschäftigt haben. 

Warum schreiben Sie? 

Wenn ich schreibe, setze ich mich viel intensiver mit einer Sache auseinander. Es hilft einem, das Leben besser zu verstehen, wenn man darüber schreibt.  

Ein Buch über eine „besondere Reise“

Ihr neues Buch „Unser Törn ins Vergessen“ ist sehr persönlich. War das ein bewusster Schritt?

Das war aus der Not geboren. Ich habe erstmals Tagebuch geführt, um die Situation (die Alzheimer-Erkrankung meines Mannes) für mich zu bewältigen. 

Wieso haben Sie die Form eines Logbuches gewählt? 

Wir sind viel gesegelt und das hat sich für mich angeboten, weil ich das Ganze auch als eine Art Reise empfunden habe. Mein Mann hat auf all unseren Reisen immer Logbuch geschrieben und jetzt habe ich ein Logbuch über diese ‘besondere Reise’ geschrieben. 

Birgit Rabisch über den Umgang mit Demenz

Was war die größte Herausforderung beim Schreiben?

Die größte Herausforderung war einerseits, ehrlich zu schreiben, nichts zu beschönigen, und andererseits, die Würde meines Mannes nicht zu verletzen.

Was möchten Sie Leserinnen und Lesern im Umgang mit Demenz mitgeben?

Einmal, auf sich selbst zu achten und sich nicht zu überfordern. Und man sollte immer versuchen, sich in den Anderen hineinzuversetzen. Mein Mann hat mich zuletzt auch nicht mehr erkannt und immer nach der ‘richtigen Birgit’ gesucht. Das tut weh, aber man muss versuchen, sich in den anderen hineinzuversetzen. 

Dieses Werk geht der Eimsbütteler Autorin besonders nahe

Wie hat sich Ihr Schreiben im Laufe der Zeit verändert? 

Ich habe viel dazugelernt. Ich hoffe, es ist lebendiger geworden. Ich habe auch versucht, mutiger zu werden, mich nicht zu sehr an Standards zu halten und auch zu experimentieren. 

Gibt es ein Werk, das Ihnen besonders nahesteht? 

Ja, mein vorletztes Buch „Tod der Autorin“. Ich wollte etwas über mein Leben und mein Schreiben erzählen, aber nicht so eine langweilige Chronologie. Deshalb habe ich fiktiv alle meine bisherigen Romanfiguren zu einem Dinner eingeladen. Und ich habe mich so mit denen auseinandergesetzt und die sich auch miteinander. Das, finde ich, ist eine spannende Sache geworden. 

Tipps für Schreibende

Wenn Sie jungen Schreibenden heute einen Rat geben sollten, welcher wäre das? 

Einfach dranbleiben. Man muss immer damit rechnen, dass man selbst darüber frustriert ist, was man schreibt. Und man muss auch mit negativen Reaktionen rechnen. Aber man sollte weitermachen, sich mit anderen zusammentun und beim Schreiben austauschen. 


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