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Wohnungen statt Container. Foto: Tim Eckhardt
Wohnungen statt Container. Foto: Tim Eckhardt

„Wir wollen helfen“

86 Container wurden in der vergangenen Woche auf dem Parkplatz Lokstedter Höhe aufgestellt. Darin sollen übergangsweise rund 200 Flüchtlinge unterkommen. Bei der Informationsveranstaltung zu dem Containerdorf war es rappelvoll.

Von Nora Helbling

Die Lage der Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge in Hamburg ist prekär. Dieses Jahr scheiterte bereits das Vorhaben an einem Gerichtsbeschluss, Flüchtlinge auf dem ehemaligen Recyclinghof Offakamp unterzubringen. Nun ist ein P+R-Parkplatz in Lokstedt in kürzester Zeit als Ort ausgewählt und mit Containern bebaut worden. Dass das so kurzfristig geschehen ist, sorgt bei vielen Anwohnern für Unmut.

Viele interessierte Bürger kamen zu der Veranstaltung. Foto: Tim Eckhardt
Viele interessierte Bürger kamen zu der Veranstaltung. Foto: Tim Eckhardt

Die Aula der Grundschule in der Döhrnstraße ist voller als erwartet, viele müssen sich mit einem Stehplatz begnügen. Kameras und Mikrofone suchen sich ihren Platz – das Thema sorgt für Medienrummel.

„Wir möchten Sie informieren“ leitet die Moderatorin Brigitte Samtleben, Dezernentin des Bezirksamts Eimsbüttel, ein. „Aber wir möchten auch um ihre Unterstützung werben.“ An ihrer Seite hat sie dafür Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke, Bettina Prott von der Sozialbehörde sowie den Geschäftsführer des Bauträgers fördern & wohnen Rembert Vaerst.

Eimsbüttel in der Bringschuld

Torsten Sevecke bemüht sich zu Beginn um die genaue Erklärung der verwaltungstechnischen Vorgeschichte und des kurzfristigen Vorgehens. Ebenso gibt er einen Überblick über die schwierige Unterbringungssituation in Hamburg allgemein. Eimsbüttel stehe dabei noch in einer Bringschuld: Auf 1000 Einwohner kämen hier nur zwei Flüchtlinge. In den anderen Bezirken seien es im Schnitt acht Flüchtlinge. Ebenso appelliert Sevecke an die Wahrung der Verhältnismäßigkeit: Natürlich fehlen nun Parkplätze, die für Pendler wichtig sind. Aber Menschen in Not ein Dach über dem Kopf bieten zu können, sei die richtige Entscheidung.

Viele Anwohner im Saal sind missmutig. Der Konsens lautet: Die Unterbringung der Flüchtlinge ist notwendig, aber die Anwohner seien zu spät informiert worden. Diese Zwischentöne klingen nach Variationen dessen, was man auch anderswo schon gehört hat: Flüchtlingsunterbringung ja, aber nicht vor meiner Tür.

Bezirksamtleiter Thorsten Sevecke wirbt um Unterstützung. Foto: Tim Eckhardt
Bezirksamtleiter Thorsten Sevecke wirbt um Unterstützung. Foto: Tim Eckhardt

Viele wollen tatkräftig unterstützen

Allerdings wird nur der erste Teil der Veranstaltung von dieser Kritik  beherrscht. Viel präsenter werden im Laufe der 90-minütigen Veranstaltung diejenigen Stimmen, die tatkräftig helfen wollen, die versuchen anderen Anwohnern die diffuse Angst vor dem Unbekannten zu nehmen. Es werden positive Beispiele, wie gute Nachbarschaft gerade in Eimsbüttel funktionieren kann, angeführt. Mehrmals wird  auch die Lenzsiedlung genannt.

Das Interesse ist zuletzt so groß und detailfreudig, dass Rembert Vaerst von fördern & wohnen für weitere Informationen und Organisation noch einen Runden Tisch ankündigt, wenn die Flüchtlinge dann in den Unterkünften angekommen sind. Applaus gibt es am Schluss für Bezirksamtsleiter Sevecke, der im Schlusswort anmerkt, dass das Gelände offen gelassen wird. „Wir haben uns ausdrücklich dafür entschieden, hier keine Zäune zu setzen. Das ist ein freies Land, hier kann jeder hingehen.“

Die ersten 60 Bewohner werden am Mittwoch (4. September) einziehen.

Triff deine neuen Nachbarn: Mehr Informationen über Flüchtlinge in Eimsbüttel in unserer audiovisuellen Pageflow-Reportage.

Flüchtlingsunterkünften in Eimsbüttel: Wir geben einen Überblick über die Standorte und zeigen euch, wo ihr wie helfen könnt.

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