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Die geplante Autoreisezuganlage sorgte für Ärger im Ausschuss. Foto: DB AG
Mobilitätsausschuss

Autoreisezuganlage Eidelstedt: Lohnt sich der Bau?

Am Mittwoch hat die "Deutsche Bahn" die geplante Autoreisezuganlage in Eidelstedt im Mobilitätsausschuss vorgestellt. Die Skepsis bei den Fraktionen der Bezirksversammlung bleibt.

Von Alana Tongers

„Ich glaube, wir haben noch einige Fragen“, eröffnet Dietmar Kuhlmann von den Grünen den Fragenhagel an die Deutsche Bahn. Das Unternehmen hat am Mittwoch die geplante Reisezuganlage in Eidelstedt im Mobilitätsausschuss der Bezirksversammlung vorgestellt. Begeisterung für das Millionenprojekt gibt es von keiner Fraktion. Stattdessen sind die Vertreter der Bahn einer Menge Kritik ausgesetzt.

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Hoher Aufwand, wenig Nutzer

Verwunderung herrscht vor allem bei den Prognosezahlen für den neuen Standort Eidelstedt. Die Deutsche Bahn plant mit ähnlichen Kapazitäten wie in Altona. Dort wurden 2018 im Schnitt 40 Fahrzeuge pro Tag verladen. „In den letzten zwei bis drei Jahren sind die Verladezahlen und damit auch die Zugzahlen gesunken“, erklärt Stefan Jahnert, Projektingenieur für den Bau. Bis 2026 rechne man maximal mit stabil bleibenden Zahlen. Tendenz eher sinkend.

„Das sind jetzt nicht die deutlich hohen Zahlen, mit denen man die Kosten decken kann. Wie finanzieren Sie das?“, fragt Koorosh Armi von der SPD-Fraktion. Auch Jan Sommermeyer von der FDP-Fraktion schließt sich an: „Lohnt sich das überhaupt? Für die Deutsche Bahn anscheinend nicht, Sie sind schließlich schon aus dem Geschäft ausgestiegen.“ Aktuell nutzen die die Autoreisezuganlage drei private Unternehmen, die Deutsche Bahn hat den Betrieb schon 2016 aufgegeben. Die pragmatische Antwort: Die Autoreisezuganlage darf nicht stillgelegt werden. „Es ist uns bewusst, dass das sehr wenige Nutzer sind“, erklärt Jahnert. Weil die Anlage aber nun mal vorhanden sei, müsse man sie nach Eisenbahnrecht verlegen. „Selbst wenn dort nur ein Zug mit einem Auto am Tag fahren würde, sind wir dazu verpflichtet“, so Jahnert.

Ein Snackautomat – genügend Versorgung?

Weiterer Streitpunkt: die Aufenthaltsqualität am Bahnhof. Für das Servicegebäude ist im Moment eine einfache Ausstattung mit Snackautomat, Sanitäranlagen und Sitzmöglichkeiten geplant. Das sorgt für Zweifel bei CDU und Grünen. Viele Reisende aus Skandinavien würden schon deutlich vor Abfahrt am Bahnhof ankommen, so Kuhlmann von den Grünen. Im Vergleich gebe es am aktuellen Standort in Altona deutlich mehr Optionen, die Wartezeit zu gestalten.

Die Kritik kann Jahnert nicht ganz zurückweisen. Die Anlage in Eidelstedt sei wahrscheinlich nicht geeignet, um dort einen halben Tag zu verbringen. „Das ist aber auch nicht das Ziel der meisten Reisenden“, so Jahnert. Wer wolle, könne das Auto abstellen und mit der S-Bahn in die Stadt fahren.

Foto: DB AG

Die Frage nach den Gesamtkosten für den Bau kommt von der FDP-Fraktion. Man spreche schließlich über Kosten, die letzten Endes auch der deutsche Steuerzahler trage, so Sommermeyer. Dazu könne die Bahn keine genauen Angaben machen, die Ermittlungen laufen noch. Sie rechnen aber mit ungefähr 20 Millionen Euro, so Jahnert.

Informationsabend mit 180 Besuchern

Am vergangenen Donnerstag habe die Deutsche Bahn auf einer Informationsveranstaltung viele Fragen von Anwohnern beantworten können. Die Veranstaltung sei mit etwa 180 Teilnehmern gut besucht gewesen. „Wir haben ein sehr positives Echo darauf erhalten“, berichtet Jahnert. Er bezeichnet den Abend als „vollen Erfolg“. Kritik kommt von SPD und AfD: Viele Anwohner haben gar nicht oder zu spät von der Informationsveranstaltung erfahren. Sie fordern mehr Transparenz für die Zukunft.

Etwa zwei Jahre sollen die Bauarbeiten für die neue Anlage dauern. Wann gebaut werden kann, ist noch unklar: Aktuell liegt ein Baustopp des Oberverwaltungsgerichts vor. Klar ist, dass die Anlage parallel zum Bahnhof in Diebsteich fertig sein muss. Das wird frühestens 2025 sein, erklärt Stefan Jahnert. Wahrscheinlich später, fügt er hinzu.

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