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Altona-Fans zünden Rauchbomben: Das hat ein Nachspiel. Fotograf: Leo Papenberg
Fußball-Oberliga

Remis im Oberliga-Derby in Eimsbüttel

Hart umkämpftes Stadt-Derby: Victoria und Altona 93 haben sich nach einem kuriosen Spiel im Stadion Hoheluft mit 2:2 getrennt. Für Unmut bei den mehr als 1000 Fans sorgten vor allem zwei umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen.

Von Leo Papenberg

Sowohl Victoria als auch Altona hatten sich für das Oberliga-Derby am Freitagabend viel vorgenommen. Der Viertplatzierte aus Altona, begleitet von rund 600 begeisterten Fans, wollte sich an der Tabellenspitze etablieren. Der Gastgeber auf Rang 9 musste das Heimspiel im Stadion Hoheluft nutzen, um nicht den Anschluss an die Aufstiegsplätze zu verlieren.

Die Stimmung auf den Zuschauerrängen war schon vor dem Spiel aufgeheizt, hitzige Diskussionen über die Aufstellung und den Schiedsrichter gaben einen Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. Unmittelbar nach dem Anpfiff zündeten die Altona-Fans drei Rauchbomben in den Vereinsfarben schwarz, rot, weiß und sorgten für Aufregung im Stadion. Dem Spiel tat das aber trotz eingeschränkter Sichverhältnisse keinen Abbruch. 

Victoria kontert gefährlich

Vicky erarbeitet sich in den ersten paar Minuten die ein oder andere kleine Chance, ohne wirklich gefährlich zu werden. Ein strammer Schuss aus der zweiten Reihe geht knapp über das Altona-Gehäuse, danach plätschert das Spiel weiter vor sich hin, ein paar kleine Fouls und Missverständnisse hier und da.

Altona spielt ein aggressives Pressing, die Stürmer stehen sehr hoch, teilweise sogar bis am Sechzehner von Victoria. Doch Victorias Vierer-Kette kann sich durch sicheres Passspiel immer wieder aus der Umklammerung befreien und durch vereinzelte lange Bälle auf den schnellen Rechtsaußen Bilael-Pascal El-Nemr gefährliche Gegenstöße einleiten.

Vermeintliche Vorentscheidung

Ab der 25. Minute traut sich auch Altona in die gegnerische Hälfte, ohne sich große Tormöglichkeiten herauszuspielen. Mitten in der Druckphase der Gäste hat Altona in der 29. Minute Glück, dass es nicht schon 1:0 steht: Eine misslungene Flanke von El-Nemr senkt sich bedrohlich auf das Gehäuse von Altona. Torwart Tobias Grubba kann den Ball in letzter Sekunde über die Latte lenken. Die anschließende Ecke bringt jedoch nichts ein. Victoria hat nun Oberwasser.

Kurz darauf ist das Publikum aus dem Häuschen. Innerhalb von zwei Minuten stellt Victoria die Weichen auf Sieg und macht es Altona schwer, wieder zurück zu kommen. Doch alles der Reihe nach: Zuerst ein toller Pass auf Len-Aike Strömer, der seinem Gegenspieler davonläuft und nur noch den Torhüter vor sich hat. Der Stürmer behält die Ruhe und schiebt den Ball souverän ins lange Eck. Kurz darauf gelingt Strömer der Doppelschlag: Nach einem tollen Lauf über Außen schießt er aus spitzem Winkel auf das Tor. Der unglückliche Altona-Verteidiger fälscht den Ball ab und lenkt ihn unhaltbar ins eigene Tor. Eigentlich ein Eigentor, doch der Treffer wird Strömer zugeschrieben. 

Neuer Schwung in der Partie

In der Folge wird es hektisch: Schiedsrichter Björn Krüger zeigt dem ehemaligen Victorianer Dennis Thiessen die erste gelbe Karte des Spiels für ein taktisches Foul an der Mittellinie. Kurz darauf wird El-Nemr im Strafraum gehalten und 600 Fans brüllen „Elfmeter!“, doch die Pfeife bleibt stumm. Dann ist Pause und die Spieler dürfen sich in den Kabinen erholen.

Altona muss in der zweiten Halbzeit eine Schippe drauf legen. Der Trainer Berkan Algan bringt den Offensivmann Jakob Sachs. Altona attackiert nun noch früher und setzt die Victoria-Defensive in der eigenen Hälfte unter Druck. Schon nach 8 Minuten wird der Gast erstmals durch Top-Torjäger Nick Brisevac gefährlich. Seinen Volley-Schuss von der Strafraumgrenze kann der Victoria-Keeper Viktor Medaiyese nur mit Mühe abwehren.

Das Oberliga-Derby wird zunehmend hitziger

In der 58. Minute holt Marcus Rabenhorst einen Altona-Spieler grob von den Beinen. Trotz der zweiten gelben Karte der Partie sind die Altona-Fans stinksauer, weil sie ihre Spieler durch den Schiedsrichter nicht genügend geschützt sehen. Björn Krüger muss nun immer wieder kleinere Fouls unterbinden und die Spieler zur Ruhe ermahnen. Doch das Spiel entgleitet ihm zusehends.

Nach einer nicht geahndeten Attacke von Vicky fühlt sich ein Altona-Spieler benachteiligt. Er stößt seinen Arm in Richtung Kopf seines Gegenspielers, woraufhin dieser zu Boden fällt. Es bildet sich ein Rudel, welches der Schiedsrichter mit Mühe und Not auflösen kann. Der Referee entscheidet sich für Gelb für den Victoria-Spieler und Gelb für den Torwart von Altona, der unkontrolliert aus seinem Tor gesprintet kam. Die Tätlichkeit des Altona-Spielers bleibt folgenlos.

Die Spannung steigt

Kurz darauf jubeln die Victoria-Fans über das 3:0 – die vermeintliche Entscheidung. Der ehemalige St. Paulianer Marius Ebbers steht frei vor dem Tor und verwandelt eiskalt, doch der Assistent zeigt es an: Abseits. Korrekte Entscheidung.

Altona greift nun an und versucht das Ruder herumzudrehen. 74. Minute: Angriff über links von Altona und Schuss aus der zweiten Reihe aufs Tor, doch Vicky kann auf der Linie klären. Nachschuss, Pfosten, noch ein Schuss – drüber! Doch der Schiedsrichter hat schon auf Tor entschieden. Aus Sicht des Assistenten wurde der Ball bereits beim ersten Schuss erst hinter der Linie geklärt. Die Victoria-Fans sitzen konsterniert da, doch Altona ist es egal: Nur noch 2:1.

Siegtreffer wird aberkannt

Altona wittert jetzt die Chance auf den Ausgleich und setzt Victoria stark unter Druck. In der 85. Minute ist es dann soweit: Altona führt eine Ecke schnell aus und überrascht damit die komplette Abwehr von Victoria. Pablo Kunter schießt aus spitzem Winkel ins Tor. Die Altona-Spieler reißt es von den Bänken und der Jubel kennt bei den Fans keine Grenzen. Werden durch den Ausgleichstreffer noch weitere Energien freigesetzt? 

Altona drängt nun auf den Führungstreffer und startet einen Angriff nach dem anderen. Plötzlich steht ein Altona-Spieler allein vor dem Tor, doch der Schütze vergibt! In der 89. Minute muss der eingewechselte Vincent Boock wegen eines Frust-Fouls vorzeitig vom Platz – Gelb-Rot. Victoria spielt nur noch zu zehnt. 

Die Nachspielzeit läuft und Victoria führt kurz vor der Strafraum-Grenze noch einen Freistoß aus. Die Flanke wird hoch reingeschlagen, Marius Ebbers schraubt sich in die Luft und köpf das Leder unter die Latte. Die Victoria-Fans jubeln, doch der Schiedsrichter entscheidet auf Stürmerfoul. Direkt danach beendet der Unparteiische das Oberliga-Derby mit dem Schlusspfiff. Unter ratlosen Blicken verlässt das Schiedsrichter-Gespann den Platz und hinterlässt wütende Victorianer und jubelnde Altonaer.

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