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Die Soziologin Annette Abel und die beiden Familienwissenschaftlerinnen Astrid Wonneberger und Katja Weidtmann arbeiten gemeinsam am Projekt "Pomiku". Foto: Sahra Vittinghoff
Die Soziologin Annette Abel und die beiden Familienwissenschaftlerinnen Astrid Wonneberger und Katja Weidtmann arbeiten gemeinsam am Projekt "Pomiku". Foto: Sahra Vittinghoff
Forschungsprojekt

Pomiku: „Wir sind eine Einwanderungsgesellschaft“

In der Lenzsiedlung erforschen die Hochschule für angewandte Wissenschaft (HAW), die Universität Hamburg und der Verein Lenzsiedlung, wie sich unsere Gesellschaft durch Einwanderung verändert. Aktionen wie Fotoausstellungen, Interviews und Erzählcafés sollen den Dialog anregen.

Von Sahra Vittinghoff

Pomiku steht für „Postmigrantische Familienkulturen“. Doch was bedeutet „postmigrantisch“? Der Begriff hat seinen Ursprung in der Migrationsforschung. Dort wurde festgestellt, dass Migranten Teile ihrer Identität sowie ihrer Kultur im Zuwanderungsland beibehalten und somit die aufnehmende Gesellschaft verändern. „Im Idealfall entsteht etwas Neues, bei dem beide Ursprungskulturen nicht isoliert voneinander sind, sondern gemeinsam denken“, erläutert die Familienwissenschaftlerin Astrid Wonneberger von der Hochschule für angewandte Wissenschaften.

Zusammen mit der Universität Hamburg und dem Verein Lenzsiedlung hat die HAW im Jahr 2018 das Forschungsprojekt Pomiku ins Leben gerufen. Ziel ist es, die gesellschaftlichen Veränderungen, die durch Einwanderung hervorgerufen werden, anhand der Bewohner der Lenzsiedlung zu erforschen. Dabei beobachten die Wissenschaftler vor allem das Zusammenleben in der Nachbarschaft sowie das Familienleben. Was funktioniert hier gut? Was weniger? Wie kann es zur gesellschaftlichen Integration kommen?

Vom Erzählcafé bis zur Transferwerkstatt

Das Team von Pomiku sieht vor, dass die Forschungsergebnisse einen direkten Anwendungsbezug haben. Wichtig sei es deshalb, sich vor allem mit den Bewohnern der Siedlung zu beschäftigen, sich aber auch mit verschiedenen lokalen Institutionen wie Schulen, Beratungsstellen oder dem Jungendamt auszutauschen.

Aktuell werden die Bewohner der Lenzsiedlung über Formate wie Erzählcafés und partizipative Ausstellungen miteinbezogen. Zu einem vorgegebenen Thema wie beispielsweise „Familie“ , „Objekte“ oder „Sprache“ können sich die Bewohner aktiv beteiligen. Laut der Soziologin Annette Abel sollen vor allem die Geschichten der Menschen sichtbar gemacht werden. Gleichzeitig ist es den Familienwissenschaftlern möglich, in die Realität der Bewohner „einzutauchen“. 

Im späteren Verlauf ist geplant, sogenannte Transferwerkstätte durchzuführen. Lokale Institutionen wie Schulen sollen hier Auskunft zu ihrer Arbeit, aber auch Anregungen und Ideen geben. Im Gegenzug profitieren sie von den gesammelten Forschungsergebnissen. Insgesamt soll das Projekt drei bis vier Jahre laufen.

Am morgigen Dienstag, den 2. Juli, veranstalten die Organisatoren von Pomiku das fünfte Erzählcafé zum Thema „Geschichten rund um die Lenzsiedlung“. Interessierte sind dazu eingeladen bei Kaffee und Kuchen Fotos aus der Lenzsiedlung und Umgebung mitzubringen, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Warum die Lenzsiedlung?

Die Lenzsiedlung ist im deutschlandweiten Vergleich die am dichtesten bewohnte Siedlung. Durch ihren derzeitigen Migrationsanteil von über 70 Prozent sowie ihrer positiven Entwicklung – vom Problemgebiet zum Ort mit einer stabilen sozialen Infrastruktur – eigne sich die Siedlung ideal für das Thema „Postmigrantische Familienkulturen“. „Wir sind eine Einwanderungsgesellschaft und das müssen wir akzeptieren“, so Wonneberger. „Es zu verleugnen ist einfach nicht mehr aktuell.“

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