Neue Mietenstudie: Wohnungen in Niendorf und Schnelsen werden teurer
Wer in Niendorf oder Schnelsen eine neue Wohnung sucht, muss mit steigenden Mieten rechnen. Das geht aus einer neuen Mietenstudie hervor.
Von Julia HaasIm Hamburger Umland steigen die Mietpreise deutlich an. Der Quadratmeterpreis liegt 2026 bei durchschnittlich 12,65 Euro – 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus der aktuellen „Mietenstudie Ohmoor“ hervor.
Jedes Jahr untersuchen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Ohmoor in Niendorf den Hamburger Wohnungsmarkt. Dafür werteten sie etwa 5.000 Immowelt-Anzeigen aus den Monaten Januar bis März 2026 aus. Hinzu kamen 300 Inserate von anderen Immobilienportalen für Stadtteile mit wenigen Angeboten.
Mietenstudie: 17 Euro für den Quadratmeter in Niendorf
Den Auswertungen zufolge lag die durchschnittliche Kaltmiete in Hamburg bei 15,88 Euro pro Quadratmeter – im Vorjahr waren es 15,62 Euro. Das entspricht einem Anstieg von 1,8 Prozent. Die Neuvertragsmieten seien damit deutlich langsamer als im Vorjahr angestiegen.
Einen deutlich höheren Anstieg verzeichneten die Schülerinnen und Schüler im Hamburger Umland: Insbesondere Stadtteile wie Niendorf und Schnelsen würden sich dynamisch zu höheren Angebotspreisen entwickeln. In Niendorf lag die Angebotsmiete pro Quadratmeter 2018 noch bei etwa 12 Euro, in diesem Jahr waren es etwa 17 Euro.
„Preisunterschiede schrumpfen“
Die höchsten Mietpreise finden sich jedoch weiterhin im Zentrum. Als Spitzenreiter identifizierten die Schülerinnen und Schüler die Altstadt Hamburg mit einem Quadratmeterpreis von 30,88 Euro. Im Bezirk Eimsbüttel liegt Harvestehude mit einem Quadratmeterpreis von 19,69 Euro an der Spitze der Stadtteile.
Der Mieterverein zu Hamburg zeigt sich besorgt über die Entwicklungen – vor allem mit Blick auf das Hamburger Umland. „Die Preisunterschiede zur Stadt schrumpfen weiter“, sagt Rolf Bosse, Vorsitzender des Mietervereins. Bezahlbarer Wohnraum werde auch dort zunehmend knapp.
Neben den Preisentwicklungen stellten die Schülerinnen und Schüler fest, dass immer mehr Tauschwohnungen den Markt dominieren.
Lob und Kritik für die Schülerstudie
Für Bosse vom Mieterverein seien die Auswertungen des Gymnasiums eine unverzichtbare Datengrundlage für die wohnungspolitische Debatte in Hamburg. Sie würde den dringenden Handlungsbedarf aufzeigen: „Wir brauchen schnell mehr bezahlbaren Wohnraum.“
Kritiker bemängeln, dass die Studie lediglich Angebotsmieten für Neuvermietungen berücksichtigt. Bestandsmieten und tatsächliche Vertragsabschlüsse blieben unberücksichtigt.
Dem Hamburger Mietenspiegel zufolge lag die durchschnittliche Nettokaltmiete in Hamburg im vergangenen Jahr bei 9,94 Euro pro Quadratmeter.
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