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Hunderte Mietenden aus Hamburg vermuten, dass sie zu viel Miete zahlen. Symbolfoto: Alicia Wischhusen
Hunderte Mietenden aus Hamburg vermuten, dass sie zu viel Miete zahlen. Symbolfoto: Alicia Wischhusen
Mieten

Über 200 Hinweise auf Mietwucher in Eimsbüttel – und nichts ist passiert

In den vergangenen eineinhalb Jahren gab es über tausend Hinweise auf überhöhte Mieten in Hamburg. Überprüft wurden die Verdachtsfälle bisher nicht.

Von Julia Haas

Über Mieterhöhungen freut sich in der Regel kein Mietender. In manchen Fällen können Betroffene dagegen vorgehen – und zwar, wenn die neue Miete die örtliche Vergleichsmiete deutlich übersteigt.

In den vergangenen eineinhalb Jahren gingen allein im Bezirk Eimsbüttel über 200 Mietende davon aus, dass ihre Miete höher als erlaubt ist. Obwohl sie ihren Verdacht meldeten, reagierte die Stadt bisher nicht darauf.

Mietwucher: So viele Meldungen gab es aus Eimsbüttel

In Hamburg gibt es zwei Möglichkeiten, Mietwucher zu melden: Im November 2024 führte die Hamburger Linksfraktion die „Mietwucher-App“ ein. Ende Februar 2025 veröffentlichte der Hamburger Senat einen eigenen Online-Meldedienst. Nach Angaben der Linksfraktion gingen bei beiden Stellen bis Ende März insgesamt 1.614 Hinweise ein. Doppelmeldungen sind dabei nicht ausgeschlossen (Mietwucher-App: 1.193 Meldungen, Mietenmelder: 421 Meldungen).

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Für den Bezirk Eimsbüttel liegen über die Mietwucher-App seit deren Einführung 210 Hinweise vor. 67 Menschen wendeten sich an den Mietenmelder. Auch hier kann es sein, dass sich einzelne Personen bei beiden Stellen gemeldet haben.

Wie sollen die Meldungen bearbeitet werden?

Das Problem: Bisher gab es keine offizielle Stelle, die die Hinweise bearbeitet hat. Wie aus einer Antwort des Hamburger Senats auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, werde eine entsprechende Taskforce zum 1. Juli 2026 ihre Arbeit aufnehmen. Aktuell würden die sechs Stellen dafür besetzt.

Für die Taskforce ist eine dreijährige Pilotierungsphase vorgesehen. Dabei soll auch ein Verfahren zur Bearbeitung der Fälle etabliert werden.

Linksfraktion spricht von „Verschleppungstaktik“

Dass die Fälle bisher nicht bearbeitet wurden, erklärte der Hamburger Senat bereits im November letzten Jahres damit, dass die Ressourcen fehlten. Die bezirklichen Wohnraumschutzdienststellen seien stark belastet – unter anderem durch die Bearbeitung des Leerstandsmelders.

Die Hamburger Linksfraktion kritisiert das Vorgehen des Senats. „Während die Betroffenen Monat für Monat zu viel Miete zahlen, bewegt der Senat sich in Zeitlupe“, sagt Heike Sudmann, wohnungspolitische Fraktionssprecherin. Diese Verschleppungstaktik schade den betroffenen Mietenden und stärke die Mietenmafia.


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