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Konstantin Zimmermann ist der 1. Vorsitzende beim HEBC. Foto: Sarah Jaskulski
Konstantin Zimmermann ist der 1. Vorsitzende beim HEBC. Foto: Sarah Jaskulski
DFB-Pokal

Eimsbütteler Fußball-Club trifft auf BVB: „Wir haben eigentlich keine Chance – und die wollen wir nutzen“

Dem HEBC steht eines der größten Spiele in der Vereinsgeschichte bevor: Anfang September trifft der Verein im Volksparkstadion auf den BVB. Wir haben mit dem Vorstand gesprochen, was das für einen kleinen Verein wie den HEBC bedeutet.

Von Julia Haas

Eigentlich ist der Hamburg Eimsbütteler Ballspiel Clubs (HEBC) in der Tornquiststraße zu Hause. Am 1. September geht es für die lila-weiße Mannschaft jedoch ins Volksparkstadion. In der ersten DFB-Pokalrunde trifft der Verein auf Borussia Dortmund. Nicht nur für die erste Herrenmannschaft ist das ein großer Moment, die Euphorie ist im ganzen Verein zu spüren.

Im Interview mit dem ersten Vorsitzenden des HEBC, Konstantin Zimmermann, haben wir über den erfolgreichen Ticketvorverkauf, Pressenanfragen aus dem Ausland und finanzielle Hoffnungen gesprochen.

HEBC: Große Euphorie, ohne abzuheben

Eimsbütteler Nachrichten: Konstantin, wie fühlt sich diese Zeit gerade an?

Konstantin Zimmermann: Das ist natürlich eine Riesenfreude, die wir gerade erleben und die sich durch den ganzen Verein zieht. So etwas hat es bei uns noch nie gegeben. Schon der Gewinn des Pokalfinales war unglaublich – und jetzt so ein Los. Das ist unfassbar.

Trotzdem lässt uns die Euphorie nicht abheben. Wir werden auch nachher ein Amateurverein bleiben und keine verrückten Sachen machen. Wir bleiben unserer Linie treu.

Ticketvorverkauf verlief unerwartet

Mehr als 30.000 Tickets sind schon verkauft. Wie habt ihr so schnell so viele Fans mobilisiert?

Das ging alles Schlag auf Schlag. Wir haben mit dem internen Vorverkauf für HEBC-Mitglieder angefangen. Die reservierten Blöcke waren innerhalb von zwei Tagen ausverkauft. Danach haben wir noch erweitert, und auch dort war die Nachfrage riesig. Mit unseren 850 Mitgliedern hätten wir nicht gedacht, dass allein über das HEBC-Umfeld fast 5.000 Tickets weggehen.

Die HSV-Mitglieder haben auch ordentlich zugeschlagen auf der Nordtribüne. Der BVB hat innerhalb von einem Tag fast 9.000 Tickets verkauft. Bevor überhaupt der freie Vorverkauf losging, waren wir schon bei einer relativ hohen Zahl. Aktuell liegen wir bei rund 32.000 verkauften Tickets – und bis zum Spiel sind es noch vier Wochen.

Lila-weißes Stadion möglich?

Welches Bild wünschst du dir im Stadion?

Wir haben sechs Blöcke für HEBC-Mitglieder, sodass dort hoffentlich Lila und Weiß vorherrschen werden. Ich habe außerdem das Gefühl, dass die HSV-Fans auf der Nordtribüne uns mit unterstützen und da hoffentlich kein Gelb auftaucht. Wenn es am Ende 50:50 ist, wäre das ein schönes Bild.

„So etwas passiert wahrscheinlich nur einmal in meiner Amtszeit“

Wie hat sich deine Arbeit in den letzten Wochen verändert?

Sie hat sich verdoppelt oder verdreifacht. Wir waren vorher eigentlich schon an der Belastungsgrenze, weil wir gerade den Umbau unseres Clubheims planen. Jetzt kommt dieses große Los dazu. Da ist natürlich extrem viel zu organisieren: Tickets, Werbung, Trikots, Beflockung und vieles mehr.

Ich merke aber auch, dass ganz viele Leute im Verein anpacken. Da wächst gerade ein großer Zusammenhalt. Auch wenn es viel Arbeit ist, fühlt es sich nicht wie eine Belastung an, sondern eher wie eine Herausforderung. Es macht viel Spaß. So etwas passiert wahrscheinlich nur einmal in meiner Amtszeit.

Medienrummel nimmt zu

Plötzlich interessiert sich auch die überregionale Presse für den HEBC. Wie ist das für euch?

Das ist ungewohnt. Wir haben inzwischen sogar jemanden, der sich nur um Presseanfragen kümmert. Das Interesse ist riesig – nicht nur deutschlandweit, sogar im Ausland. Wir hatten schon einen Journalisten aus England hier, der extra eingeflogen ist.

Früher haben wir kaum Interviews gegeben, jetzt sind es gefühlt jede Woche ein oder zwei.

HEBC: Neue Bekanntheit auch in Eimsbüttel

Spürt ihr die Aufmerksamkeit auch im Stadtteil?

Ja, auf jeden Fall. Wir leben immer ein bisschen in unserer HEBC-Bubble und denken, jeder kennt uns. Wenn man über die Osterstraße geht, merkt man manchmal, dass das gar nicht so ist.

Das hat sich jetzt ein bisschen verändert. Wenn man mit dem lila HEBC-Shirt unterwegs ist, wird man angesprochen und bekommt Glückwünsche für das Spiel gegen Dortmund.

Gewinne nachhaltig in Verein investieren

Was bedeutet das Spiel finanziell für den Verein?

Ich bin fest davon überzeugt, dass am Ende ein sechsstelliger Betrag hängen bleibt. Wie hoch genau, kann ich im Moment noch nicht sagen, weil viele Faktoren eine Rolle spielen.

Aber ein sechsstelliger Betrag hilft uns auf jeden Fall riesig weiter.

Gibt es schon Pläne für das Geld?

Nein. Sicher ist nur, dass wir es nicht kurzfristig ausgeben werden. Wir wollen nachhaltig in Projekte investieren, die uns weiterbringen.

Infrastruktur ist natürlich ein großes Thema. Wir bauen gerade unser Clubheim um. Vielleicht können wir dort das eine oder andere komfortabler gestalten. Auch beim Flutlicht könnten wir uns noch verbessern.

Mehr Anfragen, aber kein Platz

Der Umbau beginnt im November. Was entsteht hier?

Das Clubheim wird komplett entkernt und neu aufgebaut. Dazu kommt ein Anbau mit vier Kabinen. Momentan haben wir zwei Gebäude und müssen ständig hin- und herlaufen. Künftig wird alles in einem Gebäude sein – mit Geschäftsstelle, Kabinen und einem kleinen Bewegungsraum.

Hat das Pokalspiel auch Auswirkungen auf den Verein? Steigen die Mitgliederzahlen bereits?

Ja, wir bekommen deutlich mehr Anfragen. Leider sind wir durch unsere Infrastruktur begrenzt, weil wir nur einen Kunstrasenplatz haben. Was wir aber auch merken: Es kommen mehr Trainer zu uns. Das hilft uns enorm.

„Wir haben eigentlich keine Chance – und die wollen wir nutzen“

Auf welches Ergebnis hoffst du am 1. September?

Das Ergebnis ist mir eigentlich egal. Wichtig ist für mich, dass sich unsere Mannschaft gut präsentiert, Willen zeigt und kämpft. Wir haben eigentlich keine Chance – und die wollen wir nutzen.

Und danach?

Wir planen eine kleine Aftershow-Party. Viele haben sich auch schon den nächsten Tag freigenommen. Es wird auf jeden Fall eine lange Nacht.


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