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Conni Köpp hift Menschen beim Aufräumen und Loslassen. Foto: Rainer Wiemers
Conni Köpp hift Menschen beim Aufräumen und Loslassen. Foto: Rainer Wiemers
Magazin #43

Aufräumen: Wie lasse ich los?

Conni Köpp hilft Menschen dabei, loszulassen. Sie erklärt, wie man sich von materiellen Dingen und emotionalem Ballast trennt.

Von Alexis Milne

Conni Köpp ist Wohnkosmetikerin. Das bedeutet, sie unterstützt Menschen, Möbel an den richtigen Platz zu bringen – vor allem hilft sie aber, loszulassen, sich zu trennen und zu befreien. 

In ihrer Wohnung in Rotherbaum erzählt Köpp von ihrer Arbeit. Sie unterstützt Menschen dabei, ihre Wohnungen aufzuräumen und die Sachen, die sie nicht mehr brauchen, wegzuschmeißen. Anfang des Jahres erschien ihr zweites Buch zu dem Thema.

Platz schaffen

Sie sagt, meistens geht es dabei nicht um den materiellen Wert der Dinge, sondern um die emotionale Bindung zu ihnen. Deshalb seien ihre Termine oft wie kleine Therapiestunden.

„Mit der Veränderung kehrt enorm viel Wohl- und Wohlgefühl ein. Unser Zuhause ist eine entscheidende Basis“, sagt Köpp. Wenn die Wohnung voller Ballast ist, wirke sich das auf den Rest des Lebens aus.

Laut Köpp sträuben sich viele Menschen davor, sich von Dingen und den Erinnerungen daran zu trennen. Seien es die Zeichnungen der Kinder oder der getrocknete Brautstrauß. Viele würden sich außerdem regelmäßig als Kompensation Sachen anschaffen, für den Kick. Nach und nach seien die Schubladen und Regale dadurch vollgestopft.

Macht Besitz uns aus?

Oft würde Köpp die Frage aufbringen: „Bist das du? Bist du die tausenden Fotos? Die Bücherstapel?“ Sie sagt, beim Loslassen geht es nicht darum, Sachen zu verlieren. Man gewinne vielmehr.

Wenn sich Menschen in ihrem eigenen zu Hause nicht wohfühlen, laden sie niemanden ein, isolieren sich, sagt Köpp. Aufräumen könne deshalb auch soziale Kontakte wieder erleichtern.

Köpp gibt Tipps fürs Ausmisten:

1. Vorbereiten

Für Köpp ist es wichtig, eine positive Grundstimmung zu schaffen, bevor es an die Kisten, Schränke und Regale geht.

Sie empfiehlt: gemütliche Klamotten anziehen, Musik anmachen, eine Kerze anzünden und die Lieblingsnervennahrung bereitstellen. Das Wichtigste sei dabei, zu lächeln. „Wer lächelt, kann auch nicht wütend sein. Ihr müsst lächeln, weil ihr werdet jetzt etwas Tolles machen – für euch.“

2. Aussortieren

Weg kommen Klamotten, die nicht mehr passen, Kaputtes, Bücher die doch nie gelesen werden. Köpp würde dabei aber nicht mit der Frage „Was kann alles weg?“ starten, sondern: „Welche Dinge sollen unbedingt bleiben?“.

Manche Zimmer sind schwieriger als andere, sagt Köpp. Deshalb fängt sie gerne im Badezimmer an, das gehe am einfachsten. Dann können Schlaf- und Wohnzimmer sowie die Küche folgen. An jede Türklinke kommt ein Müllsack, der befüllt werden soll.

Köpp sagt, man müsse die Fülle sichtbar machen. Also: Alles aus einem Fach, einer Schublade rausholen, nicht nur Einzelteile rausziehen. Es brauche den Überblick.

Auch, was oben auf Schränken und Kommoden seteht, soll aussortiert oder eingeräumt werden, sagt Köpp. „Sonst kann man ja auch nicht putzen!“

3. Loslassen

Wohin mit dem Aussortierten? Viele Dinge könne man spenden oder verschenken, einige kommen in den Müll.

Wer bei sich Platz schafft, kann auch Freundinnen und Freunde involvieren: Man könne zusammen einen Flohmarktstand beziehen oder mit angesammelten Dosen aus dem Vorratsschrank ein gemeinsames Resteessen-Dinner veranstalten.

info

Conni Köpps Arbeit

Köpp arbeitet als Wohnkosmetikerin, Autorin und Rednerin. Sie hilft Menschen seit 20 Jahren beim Platz schaffen und hat zwei Bücher veröffentlicht. Sie hat zwei Töchter und lebt in Rotherbaum. Sie sagt, das Gefühl dafür, Zimmer harmonisch einzurichten, habe sie in ihrer Kindheit entwickelt.


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