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Ella Schinkel (links) und Alexis Milne aus der Redaktion mit der Feel-Good-Managerin. Foto: Nina Freier
Ella Schinkel (links) und Alexis Milne aus der Redaktion mit der Feel-Good-Managerin. Foto: Nina Freier
Magazin #44

Kolumne: Die Feel-Good-Managerin

Manche Teammitglieder leisten Besonderes. Ein Liebesbrief an die gute Seele der Redaktion

Von Alexis Milne

Sie kleidet sich in Coral, ist potthässlich und arbeitet hauptamtlich als Feel-Good-Managerin in unserer Redaktion. Am besten läuft das im Tandem mit ihrem Teampartner. Er schaut unscheinbar aus, hat es aber in sich, kann richtig aufbrausend werden. Zusammen sind sie stets bereit für den Einsatz, für ein „Guten Morgen, wie geht’s?“, für eine Krisenbesprechung.

Ich schreibe natürlich nicht von meinen Kolleginnen aus Knochen, Fleisch und Lebensenergie, sondern von der wohl besten Anschaffung, die wir als Redaktion je getätigt haben: unserer Kaffeemaschine.

Das ist Journalismus

Banal mag das sein, ja. Gar übertrieben. Aber unsere Kaffeemaschine (und ihr Assistent, der Milchschäumer) halten mich im alltäglichen Eimsbütteler Durcheinander zusammen. Pad rein, Kopf aus, sozusagen.

Ein mindestens leicht problematischer Kaffeekonsum gehört zum Journalismus wie Tinte, Pressemitteilungen und Hinterhertelefonieren. Wir verbringen Ewigkeiten vorm Bildschirm, treffen redaktionelle, handwerkliche und künstlerische Entscheidungen: Wie formuliere ich das am besten? Ist das Layout so stimmig? Juckt dieses Thema jemanden? Dabei fangen die Köpfe auch schnell mal an zu qualmen, die Energie wird durch die Finger in die Tastatur gesogen.

Kuscheldecke und Elektroschock

Ab einem gewissen Punkt hilft nur noch eins: rüberdackeln zur Kaffeemaschine, die nächste Tasse in Auftrag geben und kurz wartend dissoziieren. Der erste Schluck schmeckt wie eine Mischung aus Kuscheldecke und Elektroschock. Dann geht’s zurück ans Werk – Eimsbüttel schläft nicht.

Unsere Feel-Good-Managerin bietet uns eine kurze Verschnaufpause, einen Neustart. Es tut gut, auch mal zwei Minuten nicht an die Politiker, die Baustellen und die Kitas zu denken, sondern sich als Redaktion mit den wichtigen Fragen im Leben zu beschäftigen: „Willst du auch mit Milch? Wer holt eigentlich die nächste Packung Kaffee-Pads?“


lokal. unabhängig. unbestechlich.

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