Das ändert sich im neuen Schuljahr
Am Donnerstag startet in Hamburg das neue Schuljahr. Ein Ausblick zeigt: Die Themen Ganztagsschule und KI spielen eine maßgebliche Rolle.
Von GastAm 20. August beginnt das neue Schuljahr. Vorab hat Hamburgs Bildungssenatorin Ksenija Bekeris einige Entwicklungen im Schulwesen vorgestellt.
Laut einer Pressemitteilung der Schulbehörde gibt es im Schuljahr 2026/27 rund 274.000 Schülerinnen und Schüler in Hamburg. Mehr gab es zuletzt 1981. Darunter befinden sich 19.000 neue Erstklässlerinnen an den Hamburger Grundschulen und rund 17.000 neue Fünftklässler an Stadtteilschulen und Gymnasien. Während die Zahlen an den weiterführenden Schulen ansteigen, stagniert die Schülerzahl an Grundschulen.
Die voraussichtlich größten Stadtteilschulen in Hamburg
Die Goethe-Schule-Harburg soll im kommenden Schuljahr mit 1.844 die meisten Schülerinnen zählen. An der Julius-Leber-Schule im Bezirk Eimsbüttel werde mit 1.754 Schülern gerechnet und die Grund- und Stadtteilschule Alter Teichweg erwarte 1.745 Schülerinnen.
Investitions- und Umbaupläne
Die Schulbehörde kündigte „erhebliche Investitionen im Schulbau” an. Im Raum stehen über 500 Millionen Euro.
Zeitnah sollen Projekte des Schulumbaus beendet werden, darunter auch die Sanierungs- und Umbauarbeiten am Gymnasium Rothenbaum. In das Vorhaben flossen rund 22 Millionen Euro.
Neue Stellen an Hamburger Schulen
Nach Angaben der Schulbehörde nimmt die Zahl der Lehrkräfte in Hamburg weiter zu. Anders als in anderen Bundesländern zeige sich kein Lehrermangel. Bereits in den Vorjahren seien Rekordzahlen erreicht worden. In diesem Jahr gibt es 16.166 Vollzeitstellen für Lehrkräfte, was einem Plus von 112 Stellen im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Auch die Zahl der Stellen für pädagogisch-therapeutisches Fachpersonal und sozialpädagogische Fachkräfte sei erhöht worden. Diese seien vor allem in der Ganztagsbetreuung erforderlich.
Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung
KI als Arbeitsmittel an Schulen
Die Entwicklungen und Einbettungen von Künstlicher Intelligenz sollen im neuen Schuljahr eine wichtige Rolle spielen. An Hamburgs Schulen soll nach Angaben der Schulbehörde die datenschutzkonforme Plattform „AIS.chat“ eingeführt werden. Den dafür notwendige Gesetzestext hat der Senat bereits beschlossen, noch in diesem Jahr soll das Schulgesetz entsprechend angepasst werden.
Geplant sei, KI ab der zweiten Klasse im Unterricht zu integrieren, um Kinder an selbstreguliertes, individuelles Lernen heranzuführen und Lernprozesse nachhaltig zu bereichern. Die Kontrolle über die Inhalte liege jedoch bei den Lehrkräften, da sie die Inhalte, Quellen und Webseiten selbst steuern können.
Wie geht es mit der Schulbegleitung in Hamburg weiter?
Zuletzt hatte das Thema Schulbegleitung in Hamburg für Diskussionen gesorgt. Noch vor den Sommerferien hatte die Schulbehörde eine Neuorganisation angekündigt. Der NDR berichtete, dass an mehreren Schulen die Begleitstunden um mehr als die Hälfte gekürzt worden seien.
Nach Angaben der Schulbehörde gingen diesbezüglich 540 Fälle zur Überprüfung ein – davon habe man 344 inzwischen bearbeitet. In 256 Fällen sei eine Bewilligung erfolgt.
Die Schulbehörde geht insgesamt davon aus, dass im neuen Schuljahr 4.011 Schülerinnen und Schüler durch Schulbegleitungen unterstützt werden. Ein Großteil der bewilligten Schulbegleitungen sei bereits besetzt.
Von der Hamburger Linksfraktion kommt derweil Kritik an der öffentlichen Darstellung. Thomas Meyer, Fachsprecher für Inklusion, sagt: „Senatorin Bekeris behauptet, dass sich an den Kriterien für die Schulbegleitung nichts geändert habe und alle Kinder im neuen Schuljahr am Unterricht teilnehmen können – dabei wurde ein erheblicher Teil von Schulbegleitung nicht bewilligt und es wurden noch nicht alle Schulbegleitungen gefunden.”
Text: Nina Freier
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