Tchibo bringt Test-Café nach Eimsbüttel – und muss direkt Schmiererei entfernen
Tchibo möchte mitten in Eimsbüttel ein neues Kaffeebar-Konzept ausprobieren. Zum Auftakt wurden die Scheiben beschmiert.
Von Julia HaasDas neue Café am Fanny-Mendelssohn-Platz fällt auf. Mit seiner babyblauen Fassade hebt sich „The Coffee Spot“ vom restlichen „Iduna“-Hochhaus ab. Der Großkonzern Tchibo will hier neue Wege gehen. Direkt zu Beginn gab es jedoch einen Dämpfer: In der Nacht von Freitag auf Samstag war in Großbuchstaben „Yuppies“ an die Scheiben geschmiert worden.
Was hat Tchibo hier vor?
Tchibo will nach eigenen Angaben ein neues Kaffeebar-Konzept testen. Neben Kaffeespezialitäten soll es Trendgetränke wie Matcha und spezielle Angebote für Kinder geben. „Mit dem neuen Konzept wollen wir neugierig machen und herausfinden, was bei den Kundinnen und Kunden angesagt ist“, heißt es in einer Pressemitteilung von Tchibo.
Im neuen Café erinnert wenig an die bekannte Tchibo-Marke. „Uns interessiert, wie das individuelle Design gefällt, ob unsere Angebote zu den Erwartungen passen und ob wir als eigenständige Kaffeebar angesehen und angenommen werden“, heißt es dazu vom Unternehmen.
Austausch statt Schmierereien
Am Mittwoch hat das Café eröffnet. Das erste Wochenende startete für die Mitarbeitenden anders als geplant: An der Fassade zum Heußweg prangte großflächig das Wort „Yuppies“.
Yuppie
Der Begriff „Yuppie“ entstand etwa 1980 in den USA und steht für „young urban professional“. In der Regel wird die Bezeichnung kritisch verwendet: „Yuppies“ würden demnach ihren Reichtum durch teure Statussymbole zur Schau stellen. Gleichzeitig gelten sie in Großstädten häufig als Treiber der Gentrifizierung.
„Leider kommen solche Dinge vor“, sagte ein Tchibo-Sprecher auf Anfrage der Eimsbütteler Nachrichten. Das Graffiti sei noch am Samstagmorgen entfernt worden. Die Stimmung lässt man sich davon nicht verderben. „Wir fühlen uns wohl in Eimsbüttel“, so der Sprecher. Mit dem Tchibo-Shop in der Osterstraße sei man schließlich auch schon seit Jahren vor Ort – und das sehr gerne, heißt es vom Unternehmen.
In einer Facebook-Gruppe trifft die Schmiererei auf Unverständnis. In einem Stadtviertel, das vor großen Herausforderungen stehe, sollte alles daran gesetzt werden, ihm neues Leben einzuhauchen, schreibt ein Nutzer. Dass stattdessen Fensterscheiben mutwillig beschmiert würden, sei unverständlich. Vielmehr brauche es einen offenen Austausch.
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