Vor Pokalspiel gegen Dortmund: HEBC-Kapitän über Training, Stimmung und Familie
Wie groß ist die Aufregung vor einem Spiel gegen den BVB? Beim HEBC-Kapitän Janek Wrede überwiegt die Vorfreude.
Von Julia HaasJanek Wrede führt die erste Herrenmannschaft des Hamburg Eimsbütteler Ballspiel Clubs (HEBC) seit einigen Jahren als Kapitän an. Im September will er mit seinem Team im Volkspark auflaufen und gegen Borussia Dortmund alles geben – sofern ihm keine Kitakeime in die Quere kommen. Hier erzählt er von dem Moment, als er vom Spiel gegen Dortmund erfuhr, wie die Stimmung in der Mannschaft ist und warum mehr Training nicht möglich ist.
DFB-Pokal
Die erste Herrenmannschaft vom HEBC hat im Mai das Landespokal-Finale gewonnen. Damit war klar, der HEBC spielt in der ersten Runde des DFB-Pokals. Über die ersten Partien entscheidet das Los, deswegen trifft der HEBC am 1. September auf Borussia Dortmund.
„Ich saß gerade in der U-Bahn an den Messehallen, als ich erfuhr, dass unser Gegner Borussia Dortmund heißt. Ich hatte extra alle Messenger ausgeschaltet, weil ich die Auslosung selbst sehen wollte. Im Tunnel hatte ich keinen Empfang. Als ich wieder Netz hatte, stand es fest: Dortmund.
Es gibt wahrscheinlich vier oder fünf Lose, die Wahnsinn sind – und Dortmund gehört noch einmal zu den ganz besonderen. Glücklicher kann man sich als HEBC eigentlich kaum schätzen.
Über 30.000 Tickets bereits verkauft: „Das ist Wahnsinn“
Wenn ich jetzt an den 1. September denke, ist es bisher vor allem Vorfreude. Die Aufregung kommt bestimmt noch, wenn man wirklich vor so vielen Leuten steht. Für mich persönlich wird es besonders, weil ehemalige Mitspieler aus Köln, aus Trittau und aus meinen Jugendmannschaften kommen werden. Da werden am Ende bestimmt 50 oder 60 Leute sein, die seit ewigen Zeiten kein Spiel mehr von mir gesehen haben. Alle an einem Ort – das wird cool.
Dass inzwischen mehr als 30.000 Tickets verkauft wurden, ist natürlich Wahnsinn. Für einen Verein wie HEBC mit rund 800 Mitgliedern ist das schon etwas Besonderes.
Zwischen Training und Familienleben
Unser Trainingsalltag läuft normal weiter. Die Saison hat bereits begonnen, wir haben Ligaspiele und wollen möglichst schnell nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Meist trainieren wir zweimal pro Woche, manchmal dreimal. Vielleicht macht der eine oder andere Spieler für sich noch etwas zusätzlich, um maximal fit zu sein.
Ich selbst habe dafür gar nicht so viel Zeit. Ich habe zwei Kinder zu Hause. Wenn ich dienstags und donnerstags beim Training bin und am Wochenende spiele, möchte ich nicht noch weitere Abende weg sein.
HEBC: „Wissen alle, warum wir hier spielen“
Fußball bedeutet mir viel, aber es ist zuerst mein Hobby. Wahrscheinlich würde man mich als fußballverrückt bezeichnen, aber ich habe auch noch ein Leben außerhalb davon. Beruflich ist es natürlich ein Privileg, im eigenen Hobby arbeiten zu dürfen. Ich bin beim HSV als Datenanalyst im Scouting.
Beim HEBC steht für mich vor allem die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Wenn man hierherkommt, hat man immer Spaß in der Kabine. Auch wenn man verliert – natürlich verliert man nicht gerne –, merkt man danach schnell wieder, was eigentlich wichtig ist und warum wir hier alle spielen.
Ziele beim Spiel?
Die Stimmung ist gut. Es sind aktuell mehr Spieler beim Training als sonst um diese Jahreszeit. Normalerweise sind viele im Urlaub. Aber auf die Chance, dieses Spiel mitzuspielen, möchte gerade keiner verzichten.
Für das Spiel gegen Dortmund müssen wir trotzdem realistisch bleiben. Es geht darum, alles reinzuwerfen, möglichst lange eine gute Ordnung zu halten und vielleicht vorne einen kleinen Nadelstich zu setzen.
Größte Angst? Kitakeime!
Wir haben uns taktisch damit noch nicht intensiv beschäftigt. Vielleicht sagen wir auch irgendwann: Wir werden sehr wahrscheinlich sowieso verlieren, also können wir auch versuchen, Fußball zu spielen. Für mich ist aber etwas anderes entscheidend: Nach dem Spiel soll niemand sagen müssen, dass er noch mehr hätte laufen oder sprinten können. Wir wollen am Ende sagen können: Wir haben alles versucht. Dann schauen wir, was passiert.
Bis dahin hoffe ich vor allem, dass die Kita in der Woche davor keine Keime verteilt und ich gesund bleibe. Wenn ich am 1. September auf dem Platz stehen kann, ist für mich schon mindestens die halbe Miete erreicht.“
lokal. unabhängig. unbestechlich.
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