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In Eimsbüttel wurden neue Nachbarschaftsräume eröffnet. Foto: Ella Schinkel
Der neue Nachbarschftsraum strahlt farbenfroh trotz Nieselregen. Foto: Ella Schinkel
Stadtentwicklung

Neue Treffpunkte im Viertel: Nachbarschaftsräume in Eimsbüttel eröffnet

Weniger Autos, mehr Menschen: In der Rellinger Straße und am Parnass-Platz wurden zwei Nachbarschaftsräume gestaltet. Was steckt hinter dem Pilotprojekt?

Von Ella Schinkel

In den Holzkästen wachsen bereits die ersten Pflanzen, Bänke und bunte Tische stehen dort, wo vor wenigen Wochen noch Autos fuhren. Die neuen Nachbarschaftsräume am Parnass-Platz und in der Rellinger Straße sind eröffnet worden – die Meinungen darüber gehen jedoch auseinander.

Klimaschutz und Gemeinschaft

In einer feierlichen Zeremonie am 8. Mai eröffnete Eimsbüttels Bezirksamtsleiter Christian Zierau die neu gestalteten Nachbarschaftsräume. 

Die Idee dahinter: Mitten im Großstadttrubel sollen Orte entstehen, an denen Menschen zusammenkommen und gemeinsam Zeit verbringen können. Sitzgelegenheiten und begrünte Flächen laden zum Verweilen ein. Gleichzeitig wolle die Stadt damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, heißt es vom Bezirksamt Eimsbüttel. Als Teil des integrierten Klimaschutzkonzepts sollen die Nachbarschaftsräume Verkehrsemissionen reduzieren, nachhaltige Mobilität fördern und lebenswertere, grüne Treffpunkte im Quartier schaffen. 

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Ein Ort des Gedenkens

Am Parnass-Platz stehen nun große Holzbänke und Liegeflächen. Bunte Spielmarkierungen zieren den Asphalt, zahlreiche Fahrradbügel wurden montiert. Auf einer Seite stehen Hochbeete – wer möchte, kann sich für eine Grünpatenschaft bewerben. Das Gestaltungskonzept des Nachbarschaftsraumes sei in einem umfangreichen Beteiligungsverfahren und in engem Austausch mit der Nachbarschaft, Gewerbetreibenden und lokalen Initiativen entstanden, heißt es in einer Pressemitteilung des Eimsbütteler Bezirksamts.

Künftig soll der Platz nicht nur Aufenthalts-, sondern auch Erinnerungsort sein. Über ein Denkmal für Hertha und Simon Parnass werde derzeit noch in der Bezirkspolitik beraten.
Am Parnassplatz stehen nun große Holzbänke, bunte Tische, zusätzliche Sitzgelegenheiten, Spielmarkierungen und zahlreiche Fahrradbügel. Der Platz solle künftig sowohl Aufenthalts- als auch Erinnerungsort sein, heißt es vonseiten des Bezirks. Über ein Denkmal wird derzeit noch in der Bezirkspolitik beraten.

info

Das Ehepaar Parnass

Das jüdische Ehepaar Hertha und Simon Parnass lebte bis zu seiner Deportation durch die Nationalsozialisten in der Methfesselstraße. 1942 wurden beide im Vernichtungslager Treblinka ermordet. Ihre beiden Kinder, Peggy und Gert, überlebten dagegen im Exil in Schweden. Seit 2023 trägt der heutige Parnass-Platz ihren Namen, zudem erinnert ein Stolperstein in der Methfesselstraße an das Ehepaar.

Rellinger Straße bald ganz autofrei?

Am neu eröffneten Nachbarschaftsraum in der Rellinger Straße herrscht eine ruhige Atmosphäre. Zwischen den typischen Eimsbütteler Hausfassaden sind auf rund 60 Metern mehrere Sitz- und Liegeflächen verteilt. Der Abschnitt zwischen Grädenerstraße und Spengelweg ist für den Kfz-Durchgangsverkehr gesperrt. Der autofreie Bereich vor der dort ansässigen Grundschule sei durch die Neugestaltung deutlich aufgewertet worden, heißt es vom Eimsbütteler Bezirksamt. Die Planung sei in enger Zusammenarbeit mit dem Schulpersonal entstanden. Langfristig solle die Rellinger Straße vollständig zur Fahrradstraße umgebaut werden.

Geteilte Meinungen über Nachbarschaftsräume

Angestoßen wurde das Hamburger Pilotprojekt vom Verein Kurs Fahrradstadt. Für den Verein sei die Umsetzung ein großer Erfolg, erstmals seien Vorschläge der privaten Initiative konkret umgesetzt worden. „Wir sehen uns mit der visionären Arbeit an einer nachhaltigen, klimafreundlichen Stadt bestätigt“, sagt Kai Ammer, Impulsgeber der Initiative.

Doch nicht alle sind mit der Neugestaltung zufrieden. Durch den Umbau entfallen insgesamt 41 Parkplätze – zu viele, kritisieren einige Anwohner. Den Initiatoren von Kurs Fahrradstadt gehen die Veränderungen dagegen nicht weit genug. Sie fordern weitere Nachbarschaftsräume, mehr autofreie Straßen und einen „Superblock“ nach dem Vorbild Barcelonas. Zudem kritisiert die Initiative die langsame Umsetzung der bereits 2021 vorgestellten Konzepte.


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