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Chris Newman hinter der Theke des "The Baby Goat".
Chris Newman (29) hinter der Theke des "The Baby Goat". Foto: Alana Tongers
Neueröffnung

„The Baby Goat“: Craft-Beer-Pub eröffnet im Grindelviertel

Im Grindelhof haben zwei Freunde den Pub „The Baby Goat“ eröffnet. Wie aus der Suche nach der besten Bar der Welt eine eigene Biermarke wurde.

Von Alana Tongers

Zwei Nachbarn stecken neugierig die Köpfe in die Tür. Es ist 14 Uhr, eigentlich schläft die Bar noch ihren Rausch der letzten Nacht aus. Ihr junger Besitzer öffnet die Tür trotzdem: „Kommt doch rein“, begrüßt Chris Newman die Gäste. Vor gut drei Wochen haben er und sein Freund Thomas van Doorn ihren Pub im Grindelhof eröffnet. Doch die eigentliche Geschichte des The Baby Goat beginnt schon früher. Sie beginnt an einem Sommerabend in San Sebastian.

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Auf der Suche nach der besten Bar der Welt

Thomas van Doorn und Chris Newman reisen durch Spanien – in der Stadt im Baskenland wollen sie sich durch Bars probieren. Der Insidertipp eines Fremden wird zur Mission der Nacht: „Ihr müsst ins The Baby Goat, das ist die beste Bar der Welt.“

Doch niemand hat von dem Pub gehört und auch auf Google Maps ist er nicht zu finden. Drink reiht sich an Drink, irgendwann torkeln sie durch die Straßen der Stadt. Und immer wieder die Frage: Wo ist dieses verflixte The Baby Goat? Sie verraten nicht alle Details der Nacht. Nur das Ende: Ihre Schnitzeljagd blieb erfolglos.

Studierte Bierbrauer

Die Nacht hat The Baby Goat zum Synonym für die ultimative Bar gemacht. Der Name wird zum Running Gag, der sich durch ihren gesamten Freundeskreis gezogen hat. Jede Kneipe in Hamburg muss sich mit dem nie erreichten Standard des imaginären The Baby Goat messen. Irgendwann beschließen sie, das Gedankenspiel Wirklichkeit werden zu lassen.

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Das Bier gibt es bei „The Baby Goat“ nicht nur aus dem Zapfhahn, sondern auch in der Flasche. Foto: Alana Tongers

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Wer sind die Neuen? Nachbarn statten „The Baby Goat“ einen ersten Besuch ab. Foto: Alana Tongers

Mit dem Bierbrauen hatten sie bereits als Hobby begonnen. Nach kurzer Zeit nahm es nicht nur immer mehr Platz in ihrem Leben, sondern auch in ihren vier Wänden ein: „Unsere Wohnung sah aus wie eine Brauerei“, erinnert sich Newman schmunzelnd. Irgendwann verlagern sie Kessel und Hopfen aus der WG in eine Garage in Barmbek, basteln eigene Etiketten und fangen an, erste Bier-Events zu veranstalten. Sie haben sogar einen „Master of Brewing“ über ein Fernstudium in Edinburgh abgeschlossen.

Auf der anderen Seite des Tresens

In der Zeit des Corona-Shutdowns liefern sie Sixpacks mit dem Selbstgebrauten per Fahrrad aus. Doch aus Erfahrung wissen sie: Ein gutes Bier muss im Pub getrunken werden. Bisher hatten sie The Baby Goat neben ihren Jobs in Management und der Unternehmensberatung betrieben. Die sicheren Stellen aufgeben und ohne Gastronomieerfahrung einen eigenen Laden aufmachen? Ein Risiko. Die Freunde gehen es ein.

Jetzt stehen sie auf der anderen Seite des Tresens. Mit ihren Bieren wollen sie mit den Klischees vom trendig-blumigen Craft-Beer aufräumen. Es müsse nicht immer teuer sein und so ausgefallen schmecken, dass schon nach wenigen Schlucken die Lust auf mehr vergeht. „Es gibt auch Craft-Beer ohne Heidelbeer-Cheesecake-Note“, lacht van Doorn.

„Looking goat“

Deswegen verfolgen sie beim Brauen die „Three Beer Rule“: Von jeder Sorte solle man ruhig drei trinken können. Die Biere seien deswegen im Geschmack eher sanft und ausgewogen. Bisher haben sie vom Pilsner „Let’s Goat“ bis zum Indian Pale Ale „Looking Goat“ sechs Sorten entwickelt, die sie im Pub ausschenken.

Und – ist The Baby Goat nun der perfekte Pub? Die beiden überlegen. „Nicht ganz“, sagt van Doorn schließlich. Das Ziel bleibt ein Brewpub – also eine Kneipe, in der vor Ort gebraut wird. Dass die kleine Bar im Grindelhof aber der perfekte Startpunkt für die Reise ihrer Marke ist, darin sind sich die Freunde einig.

The Baby Goat, Grindelhof 85

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