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Frank Ennen (Leiter der Haspa-Region Uhlenhorst-Winderhude), Andreas Emme (Filialleiter der Haspa an der Osterstraße), Peter Wolf (Aktion Buch). Foto: Nele Deutschmann
Buch

Aktion Buch: Teile deinen Lesespaß

Zum UNESCO Welttag des Buches hat Aktion Buch e.V. am Montag die Idee hinter der Bücher-Box in Eimsbüttel vorgestellt. In rund 65 Haspa-Filialen stehen diese Boxen. Was hat es damit auf sich?

Von Nele Deutschmann

Als Idee unter Freunden hat Aktion Buch e. V. einst angefangen. Menschen mit Behinderung sollte eine sinnvolle Beschäftigung angeboten und gleichzeitig der Gedanke der Nachhaltigkeit verfolgt werden. So wurden die Bücher-Boxen ins Leben gerufen.

Bücherspenden werden gesammelt und in Werkstätten sortiert und aufgearbeitet. Jeder findet dort eine Aufgabe, die zu ihm passe, erklärt Peter Wolf, Gründer von Aktion Buch e.V. Die Arbeit sei inhaltlich interessant, sinnvoll und abwechslungsreich.

Zeitzeugin Esther Bejarano erzählt ihre Geschichte häufig an Schulen. Foto: Ada von der Decken

„Als die Nazis uns aufriefen Bücher mitzubringen“

Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Thomas Mann. Als schädlich und unerwünscht haben die Nazis ihre Bücher eingestuft, verboten und 1933 verbrannt. Eimsbüttel erinnert sich.

DIe aufbereiteten Bücher werden kostenlos an öffentliche oder gemeinnützige Einrichtungen, wie zum Beispiel Schulen oder Krankenhäuser, abgegeben und ein kleiner Teil wird von ehrenamtlichen Mitgliedern verkauft. Der Verein erhält keine Fördermittel, sondern finanziert sich selbst. Überschüsse, die am Ende des Jahres übrig bleiben, werden an karitative Einrichtungen gespendet.

Der beste Job der Welt

Peter Wolf ist stolz darauf, dass der Verein so nachhaltig, inklusiv und gemeinnützig wirke. Die Freude steht im Vordergrund: Bei den Menschen in den Werkstätten und bei den Leseratten, die von gespendeten Büchern profitieren. „Ich finde, ich habe den besten Job der Welt“, so Wolf.

Eine bunte Auswahl. Foto: Nele Deutschmann

Neben anderen Annahmestellen stehen in rund 65 Haspa-Filialen die Boxen, in denen Bücher gespendet werden können. Über ganz Hamburg hat sich so ein einzigartiges, flächendeckendes Netz von Stellen gebildet, an denen gebrauchte Medien abgegeben werden können, erzählt Wolf stolz.

Großer Anklang in Eimsbüttel

Die Kunden seien begeistert, wie Andreas Emme, Filialleiter der Haspa in der Osterstraße berichtet. Die Eimsbütteler nehmen das Angebot gerne an. Viele ausgelesene Bücher werden gespendet, aber auch wieder neue mitgenommen. So kommen rund 400 bis 500 Euro pro Monat in jeder Hamburger Filiale für den Verein zusammen.

Dabei stehe das Angebot jedem offen, erklärt Frank Ennen, Leiter der Haspa-Region Uhlenhorst-Winterhude. Auch Menschen, die nicht bei der Haspa Kunden sind, sind herzlich eingeladen, zu spenden und Bücher zu kaufen.

Gedenken an den Tag der Bücherverbrennung. Foto: Niklas Rademacher

Gedenken an Bücherverbrennung

Am 15. Mai 1933 wurden am Isebekkanal von Hamburger Studenten Bücher verbrannt. 1985 wurde im Rahmen dessen ein Mahnmal geschaffen, an dem der Arbeitskreis "Bücherverbrennung - nie wieder!" maßgeblich beteiligt war. Seit 2001 finden an dem Ort nun Marathonlesungen statt, an denen jeder teilnehmen kann.

Die Anzahl der abgegebenen Bücher bleibt seit Oktober 2017 konstant. Im Schnitt werden 300 Bücher werden pro Monat in der Filiale an der Osterstraße abgegeben. „Solange wir Bücher bekommen und sehen, dass es eine Nachfrage gibt, werden wir weiter machen“, so Wolf.

Ein unschlagbares Angebot

Ihm ist es jedoch wichtig zu betonen, dass keine Boxen in Filialen aufgestellt werden, die sich in unmittelbarer Nähe von inhabergeführten Buchhandlungen befinden. Es solle keine Konkurrenz entstehen.

Überraschend: Besonders Biografien und historische Romane sind nachgefragt. Auch für andere Geschmäcker halten die Verkaufsregale vieles bereit. Zwischen zwei und vier Euro kosten die aufgearbeiteten Exemplare. Ein unschlagbares Angebot.

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