Wann spielen Roboter besser Fußball als Menschen?
Die Bit-Bots der Universität Hamburg haben es bei der Roboterfußball-Weltmeisterschaft auf den zweiten Platz geschafft. Die AG klärt über ihre Arbeit auf.
Von Alexis MilneDen Befehl eintippen. Klick. Der Roboter richtet sich auf. Klick. Seine Kamera-Augen fahren hoch. Klick. Er schaut sich um, stampft los und schießt den Ball. Die Zukunft wirkt im Labor der Hamburg Bit-Bots ganz nah.
Die AG sitzt im neuen Haus der Informatik der Universität Hamburg an der Bundesstraße. Hier testen die Mitglieder ihre frisch ausgezeichneten Roboter. Anfang Juli haben sie dem Team den zweiten Platz beim Robot Soccer World Cup in Südkorea eingebracht.
Bit-Bots: Das Robo-Soccer-Team
Die Bit-Bots umfassen rund 15 aktive Mitglieder, erzählen Lea Wedmann und Joern Griepenburg im Interview mit den Eimsbütteler Nachrichten. Alle Mitglieder würden aktuell im Fachbereich Informatik studieren. Die AG sei aber offen für alle Interessierten aus der Universität.

Besonders stolz seien die Bit-Bots auf ihre Leistung, weil sie ihre aktuellen Roboter – die „Mini Pi plus“ – erst seit wenigen Monaten nutzen. Sie wurden von dem chinesischen Hersteller High Torque Robotics gesponsert. Aufgrund der guten Platzierung bei der Weltmeisterschaft habe das Unternehmen den Bit-Bots nun weitere Roboter zur Verfügung gestellt. Einer dieser Roboter kostet rund 5.000 Euro.
Spielen Roboter bald besser als Menschen?
Bei der Weltmeisterschaft treten die Teams in unterschiedlichen Größen an: Small, Middle und Large. Die Bit-Bots waren Teil der Small Division. Ein Spiel dauert zweimal 10 Minuten, mit 10 Minuten Pause dazwischen. In der Small Division schicken die Teams meistens vier Roboter aufs Feld.
Während des Spiels dürfen die Teams ihren Robotern keine Signale schicken, sie spielen allein basierend auf ihrem Programm. Wie beim Menschen-Fußball überwachen menschliche Schiedsrichter den Spielverlauf. Und wie auch bei den Menschen seien deren Entscheidungen manchmal fragwürdig, witzelt Griepenburg.

Fußball biete einen zugänglichen Vergleich zur menschlichen Leistung, erklärt Wedmann. Ziel der WM sei es, bis 2050 Roboter so gut spielen zu lassen wie Menschen. Griepenburg halte das für machbar.
Wie künstliche Intelligenz im Roboter mitwirkt
Die Bit-Bots entwickeln in der AG vor allem die Software, mit der die Roboter funktionieren. Außerdem reparieren sie die Maschinen, wenn mal etwas kaputtgeht. Die Software muss dabei ständig angepasst werden, denn die Wettkämpfe werden Jahr für Jahr herausfordernder.
Teile der Software würden dabei ähnlich wie künstliche Intelligenz funktionieren, sagt Teamleiterin Wedmann. Sie erklärt das am Beispiel der Vision, also der „Augen“ der Roboter: Früher waren die Bälle orange. Deswegen mussten die Roboter so programmiert werden, dass sie orangene Pixel erkennen.
Irgendwann mussten Bälle in beliebigen Farben und Mustern erkannt – und von anderen runden Formen unterschieden – werden, das sei deutlich schwieriger zu programmieren gewesen. „Wir haben unserem Programm viele Bilder von Bällen gegeben, damit hat es gelernt, sie zu erkennen“, sagt Wedmann. Man könne dabei von KI sprechen – die Definition von KI würde sich aber auch über die Jahre wandeln, sagt sie.
Roboter im Alltag?
Wedmann sagt, Robotik käme in der Industrie oder im Haushalt bereits viel zum Einsatz. Die Robotik werfe aber auch ethische Fragen auf, sagt Griepenburg. Beispielsweise sei es nicht die richtige Lösung, Pflegekräfte in der Zukunft durch Roboter zu ersetzen, nur weil Arbeitgeber keine fairen Löhne zahlen wollen würden. Dies könne auch zu weiterer Vereinsamung führen.
Gleichzeitig könnten Pflegeroboter aber alleinlebenden Senioren den Alltag erleichtern. „Es kommt immer darauf an, wie man das Werkzeug einsetzt.“
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