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Besucher auf dem Wochenmarkt Grundstraße gehen auf Abstand. Foto: Vanessa Leitschuh
Die meisten Besucher auf dem Wochenmarkt Grundstraße wahren Distanz. Foto: Vanessa Leitschuh
Pandemie

Corona: Einkaufen auf dem Wochenmarkt Grundstraße

Das Bezirksamt Eimsbüttel mahnte gestern: Wochenmarktbesucher halten nicht ausreichend Abstand. Ein Besuch auf dem Wochenmarkt Grundstraße.

Von Vanessa Leitschuh

„Stehen Sie an?“ Am heutigen Samstag war das wohl die meistgestellte Frage auf dem Wochenmarkt Grundstraße. Die Warteschlangen sind länger als sonst, denn die Besucher bleiben auf Abstand. „Man erkennt nicht mehr, wo das Ende der Schlange ist“, bemerkt ein Mann.

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Gestern appellierte das Bezirksamt Eimsbüttel an alle Besucher der Wochenmärkte, den Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten. Nach Beobachtungen des Ordnungsdiensts ließen dort bisher zu wenige ausreichend Platz zu den Mitmenschen. „Jeder kann und muss helfen, indem er auch auf dem Markt etwa zwei Meter Abstand zu seinem Vordermann hält, vor allem beim Warten vor den Marktständen!“, erklärt Bezirkssprecher Kay Becker.

Wochenmarkt ist gut besucht

Anders als beim Einkauf im Supermarkt gehört der Klönschnack für viele zum Wochenmarktbummel dazu. Aber auch in Zeiten der Corona-Krise? Zwei befreundete Pärchen aus Eimsbüttel kann das Abstandsgebot nicht von einer ausgiebigen Unterhaltung abhalten. „Normalerweise umarmen wir uns zur Begrüßung“, erzählen sie. Heute bleiben sie auf Distanz. Über zwanzig Minuten stehen sie auf dem Wochenmarkt in der Grundstraße und unterhalten sich trotz Sicherheitsabstand.

Hier und dort sammeln sich zwar kleinere Gruppen, ein Großteil der Besucher bleibt aber auf Abstand. Obwohl der Markt gut besucht ist: „Heute und letzte Woche war es besonders voll“, erzählt Aziz Nejad. „Nicht so voll wie vor zwanzig Jahren, aber für die heutige Zeit ist viel los.“

Seit 1997 steht er regelmäßig mit seinem Marktstand auf den Wochenmarkt Grundstraße und verkauft mediterrane Spezialitäten, selbstgemachte Käsecremes sowie eingelegtes oder gegrilltes Gemüse.

Normalerweise bietet er Sesambrot zum Probieren der Cremes an. Seit zwei Wochen mache er das nicht mehr. „Die Leute haben viel Verständnis. Sie halten Abstand, das finde ich gut“, erklärt Nejad. „Und sie verstehen, dass ich die Cremes nicht mehr in mitgebrachte Dosen füllen kann.“ Stattdessen verkauft er diese derzeit ausschließlich in kleinen Einwegbechern.

Doch nicht nur Aziz Nejad hat die Hygienemaßnahmen verschärft: Viele Marktbeschicker tragen Handschuhe, vor einem Gemüsestand ist ein Absperrband, Schilder mahnen Abstand zu halten und auf Selbstbedienung zu verzichten. Zwar fehlt auf den Wochenmärkten meist die Möglichkeit kontaktlos zu bezahlen, dafür kauft man unter freiem Himmel ein.


HINWEIS: Verfolge die aktuellen Entwicklungen zu COVID-19 in unserem Corona-Newsticker für Eimsbüttel.


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