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FOTO: VITA-APOTHEKE
Magazin #17

E-Rezept: Das ändert sich mit dem digitalen Rezept

Was bisher über einen kleinen rosa Zettel passiert, soll bald digital werden. Denn dann kann der Arzt rezeptpflichtige Medikamente per e-Rezept verschreiben. Was ändert sich durch das elektronische Rezept für Patienten? Julia Scheel, Inhaberin der Vita-Apotheke in Eimsbüttel, im Gespräch über die Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Von Vanessa Leitschuh

EIMSBÜTTELER NACHRICHTEN: Welchen Nutzen wird das e-Rezept für Patienten haben?

Julia Scheel: Das e-Rezept wird eine ganze Reihe von Vorteilen für den Patienten bringen. So kann er unmittelbar nach der Verordnung mit einer Apotheke in Kontakt treten, die so zum Beispiel sicherstellen kann, dass auch nicht geläufige Arzneimittel rechtzeitig beschafft werden.

Erheblich vereinfachen wird sich vermutlich der Prozess der Folgeverordnung, insbesondere bei chronisch kranken Patienten. Einige Patienten können sich so den erneuten Weg in die Praxis sparen, was gerade für ältere Menschen ein Vorteil ist. Der Patient kann sich so das e-Rezept schicken lassen und an eine Apotheke weitersenden. Im Bedarfsfall kann er sich dann die Arznei von seiner lokalen Apotheke mit dem Botendienst nach Hause bringen lassen.

Das e-Rezept soll Ärzte, Apotheken und andere Akteure im Gesundheitswesen besser vernetzen. Welche Vorteile bringt das mit sich?

Auch heute kommunizieren Heilberufler untereinander. Häufig liegen diesen aber nicht alle Informationen vor. Es kommt vor, dass Hausärzte nicht wissen, was Fachärzte verschreiben, und Fachärzte wiederum nicht von der Selbstmedikation der Patienten wissen. Durch die e-Rezepte und eine elektronische Patientenakte wird es leichter, einen kompletten Überblick über die Arzneimittel und Erkrankungen eines Patienten zu bekommen und zu behalten. Wir bieten in der Vita-Apotheke seit vielen Jahren MedikationsChecks an. Mithilfe der digitalen Unterstützung wird es leichter, alle Informationen zusammenzutragen.

Wie wird das Ganze technisch umgesetzt?

Das soll in Deutschland über die Telematik laufen. Telematik ist eine Wortschöpfung aus Informatik und Telekommunikation. Die Idee ist, dass alle Akteure im Gesundheitswesen über verschlüsselte Kommunikation miteinander Daten austauschen können – wenn der Patient das wünscht. Aber wie genau die Telematik technisch aussehen wird, dafür gibt es noch keine endgültige Lösung.

Wie kann man sich die Telematik vorstellen?

Ich stelle es mir in etwa wie eine Datenautobahn vor. Es gibt Abzweigungen zu Apotheken, Ärzten und Krankenhäusern, aber man bleibt immer auf der gleichen sicheren Straße. An diesen Abzweigungen wird es dann Konnektoren geben. Das sind kleine Geräte, in die der Patient seine Gesundheitskarte steckt. Von der anderen Seite kommt der Heilberufler mit seinem Heilberufsausweis. Wenn beide Karten vorhanden sind, können über den Konnektor Daten ausgelesen werden. Das ermöglicht eine hohe Sicherheit. Ärzte sind mit den Konnektoren schon ausgerüstet. Die Apotheken sollen bis voraussichtlich September 2020 ausgerüstet werden.

Welche Daten sind auf den Gesundheitskarten gespeichert?

Seit dem 1.1.2019 gibt es eine zweite Generation der Gesundheitskarten. Darauf sind Stammdaten wie Name, Geburtsdatum und Adressdaten. Demnächst können darauf auch Notfalldaten gespeichert werden. Möchte ich reanimiert werden? Welche Allergien gegen Arzneimittel habe ich? Außerdem wird der elektronische Medikationsplan dort gespeichert und aktualisiert. Der Patient kann entscheiden, ob er diese Daten freigibt.

Alle anderen Daten werden höchstwahrscheinlich nicht auf der Gesundheitskarte, sondern in der elektronischen Patientenakte gespeichert. Die ist praktisch wie ein Safe. In dem Moment, in dem der Patient die Gesundheitskarte in einen Konnektor steckt und der Heilberufler sich mit seiner Karte autorisiert, kann man – sofern der Patient das freigegeben hat – auf die Patientenakte zugreifen.

Wer muss sich dazu wie und wo authentifizieren?

Angestrebt wird eine Authentifizierung von drei Seiten: Patient, Heilberufler und Institutionen [wie Krankenhäuser oder Krankenkassen Anm.d.Red.]. Nur wenn sich alle Beteiligten authentifiziert haben, kann auf die Daten zugegriffen werden. Das stellt zum Beispiel sicher, dass ein e-Rezept nur durch berechtigte Heilberufler ausgestellt oder entschlüsselt werden kann. Im Grunde ist das sogar sicherer als ein Papierrezept, welches zurzeit unverschlüsselt auf den Weg geschickt wird.

Wird das e-Rezept das herkömmliche Rezept ersetzen?

Das bekannte Rezept, den kleinen rosa Zettel, wird es zunächst weitergeben. Erst wenn sich das e-Rezept über Jahre etabliert und bewährt hat, wird man über die Abschaffung des heutigen Rezepts entscheiden. Wann das sein wird, lässt sich aus heutiger Sicht nicht abschätzen. Andere europäische Länder machen das schon seit längerem.

Werden Patienten dann weiterhin in die Apotheke kommen?

Für uns als Apotheke vor Ort steht weiterhin der persönliche Kontakt mit unseren Kunden im Vordergrund. Wir gehen davon aus, dass dies in einem derart sensiblen Bereich auch von unseren Patienten so gesehen wird. Viele Fragen und komplexere Probleme tauchen oft erst im persönlichen Gespräch auf. Die Digitalisierung wird aber aus meiner Sicht die Art der Versorgung beeinflussen und den Patienten und Apothekern vor allem zusätzliche Optionen bieten.

Wie läuft eine Rezepteinlösung dann ab?

Wie genau es abläuft, ist noch nicht endgültig geklärt. Man kann das e-Rezept sicherlich auf Smartphones übertragen. Im Moment gibt es Modellversuche, da läuft es über QRCodes. In jedem Fall wird es aber so sein, dass der Patient das Rezept vom Arzt bekommt und selbst entscheiden kann, ob er es digital oder vor Ort einlöst.

Vielen Dank für das Gespräch!

Auch die Krankschreibung kommt künftig digital.

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