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Die Pfadfinderinnen des Stammes Salsikiaron sind ohne festes Heim. Am Wochenende ist eine Protestaktion geplant. Foto: Ella Schinkel
Im November vergangenen Jahres machten die Pfadfinderinnen vor dem Bezirksamt Eimsbüttel auf ihre Situation aufmerksam. Archivfoto: Ella Schinkel
Kinder- und Jugendarbeit

Heimatlose Pfadfinder: Protestcamp geplant

Am Wochenende werden rund 500 Kinder und Jugendliche bei einem 24-stündigen Protestcamp vor der Schulbehörde erwartet. Was steckt hinter der Aktion?

Von Ella Schinkel

Seit Monaten ist der Pfadfinderstamm Saliskiaron ohne festes Zuhause. Das bisherige Vereinsheim am Siemersplatz in Lokstedt musste geräumt werden, eine dauerhafte Alternative gibt es bis heute nicht. Mit einem Protestcamp wollen die Kinder und Jugendlichen nun auf ihre Situation aufmerksam machen und Druck auf die Politik ausüben.

24 Stunden Protest mitten in Hamburg

Am Samstag, den 23. Mai, planen die Pfadfinderinnen, ab 15:30 Uhr ihre Zelte vor der Hamburger Schulbehörde aufzuschlagen. Rund 30 Jurten und Schwarzzelte sollen dort für ein 24-stündiges Protestcamp stehen. Erwartet werden etwa 500 Kinder, Jugendliche und Ehrenamtliche.

Neben Bastelaktionen, Spielen und Lagerfeuerliedern will das Camp vor allem Aufmerksamkeit auf die schwierige Situation der Gruppen lenken. Die Pfadfinderinnen fordern langfristige und verlässliche Räume für ihre Kinder- und Jugendarbeit. „Unsere ehrenamtliche Arbeit muss durch die Bereitstellung passender Räume unterstützt werden“, sagt Luisa Bremer, erste Vorsitzende des “Pfadfinder*innenbundes Nord”. Dieser Verantwortung werde die Stadt derzeit nicht ausreichend gerecht.

Alternativen? Zu teuer oder zu weit weg

Bereits im Oktober 2025 musste der Stamm Saliskiaron sein Heim am Siemersplatz verlassen. Seitdem müssen die Gruppen auf verschiedene Übergangslösungen ausweichen: Treffen finden in anderen Heimen, Gemeinderäumen oder privat statt. Für die Kinder und Jugendlichen bedeute das ständiges Umplanen und lange Wege. 

Auch Monate später sei weiterhin keine dauerhafte Lösung in Sicht. Zwischenzeitlich habe es zwar Gespräche über neue Standorte gegeben, jedoch ohne konkrete Fortschritte. Nach Angaben des Verbandes scheiterten mögliche Alternativen bislang entweder an hohen Mietkosten oder daran, dass sie für jüngere Kinder kaum erreichbar gewesen wären.

Pfadfinder: Situation ist dringend

Für Frust sorge bei den Ehrenamtlichen vor allem, wie lange sich die Suche inzwischen hinziehe. „Wir wollen Jugendarbeit machen und nicht unsere Zeit in Ausschüssen verlieren“, sagt Bremer. Nach Angaben des Verbandes waren Vertreterinnen und Vertreter bereits in 16 verschiedenen Ausschüssen zu Gast, bislang jedoch ohne Ergebnis.

Derzeit werde über eine Grünfläche gesprochen, auf der zunächst Wohnwagen und später möglicherweise ein Holzhaus entstehen könnten. Dafür brauche es allerdings Unterstützung durch Bezirk und Schulbehörde. Mit dem Protestcamp wollen die Pfadfinder deshalb noch einmal deutlich machen, wie dringend die Situation inzwischen geworden ist.

Immer mehr Pfadfinder ohne Heim

Die schwierige Situation des Pfadfinderstamms Saliskiaron scheint dabei kein Einzelfall: Nach Angaben des “Pfadfinder*innenbundes Nord” betreffe der Raummangel inzwischen mehrere Stämme. Der Verband sei in den vergangenen zehn Jahren um rund 400 Mitglieder gewachsen. Neue feste Räume seien in dieser Zeit jedoch kaum hinzugekommen.

Besonders angespannt sei die Lage im Heim Tieloh an der Habichtstraße. Dort träfen sich aktuell deutlich mehr Gruppen, als das Gebäude eigentlich aufnehmen könne.

Die Pfadfinderinnen machten bereits in der Vergangenheit mit Aktionen und Kundgebungen auf ihre Situation aufmerksam.


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