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Das Hamburger Filmfestival Dokumentarfilmwoche zeigt eine vielfältige Auswahl an Werken fernab des Mainstreams. Foto: Annika Börm
Das Hamburger Filmfestival Dokumentarfilmwoche zeigt eine vielfältige Auswahl an Werken fernab des Mainstreams. Foto: Annika Börm
Hamburger Dokumentarfilmwoche

Zwischen Nostalgie und Arbeit

Vom 6. bis zum 10. April gastiert die 13. Dokumentarfilmwoche im Gängeviertel und den Kinos Metropolis, B-Movie und Lichtmeß. Gezeigt werden mehr als 30 Filme zu vielfältigen Themen – unter anderem Flucht, Arbeit und Migration. Dazwischen finden sich Beiträge, die vom Leben in Hamburg erzählen.

Von Marthe-Marie Nowak

„Manche hatten Krokodile“ von Christian Hornung handelt beispielsweise von St.Pauli-Urgesteinen, die in ihren Stammkneipen auf dem Kiez in vergangenen Zeiten schwelgen. Die Alsterdorferin Friederike Güssefeld wiederum präsentiert ihren heiter-morbiden Film „Wenn man sie bedauert, können sie schlecht sterben“ über ein Dorf im Süden Brandenburgs, in welchem sich vor einigen Jahren mehrere Todesfälle ereignet haben. „Über die Jahre“ ist ein Werk des Österreichers Nikolaus Geyrhalter und thematisiert den Konkurs der Textilfabrik Anderl und das Verschwinden der Industrie aus dem ländlichen Raum. Nur einen Film mit Eimsbütteler Beteiligung, wie im letzten jahr der Film „Fahrt ans Ende der Nacht“ von Björn Last sucht man diesmal vergeblich im Programm.

Neues Konzept

Neu in diesem Jahr ist neben dem Gängeviertel als Veranstaltungsort das veränderte Konzept: Das Wettbewerbsprogramm wurde abgeschafft. Wie Sebastian Hofer, einer der Organisatoren des Festivals, erzählt, war dieser Gedanke schon in den letzten zwei Jahren im Organisationsteam präsent. Es lag Unzufriedenheit darüber in der Luft, künstlerische Werke in einen Wettbewerb gegeneinander zu stellen. Die Auszeichnung eines Films stelle diesen unangemessen in den Vordergrund, meint Hofer. Jeder Film sei auf seine eigene Art wichtig und wertvoll, die Bewertung subjektiv. Nun soll der Austausch über die Werke im Fokus stehen. Die Reihe „Positionen“ bietet mit sechs Veranstaltungen Raum für Diskussionen zwischen Filmemachern und Publikum.

Könnten dadurch weniger Filmemacher an einer Teilnahme interessiert sein, schließlich schmückt es das eigene Image, einen prämierten Film zu haben. „Das ist natürlich nicht auszuschließen“, sagt Hofer, „bisher haben wir allerdings keine negativen Rückmeldungen erhalten.“ Der Eimsbütteler Journalist hilft bei der Organisation der Dokfilmwoche. Er will Filme ins Rampenlicht bringen, die sonst kaum Aufmerksamkeit erhalten, und vor allem den Austausch über diese fördern. Deswegen ist er seit fünf Jahren dabei.

Wem das Filmeschauen allein nicht reicht, der hat die Möglichkeit, im Anschluss den „Dokfilmclub“ im Raum linksrechts zu besuchen. Die Türen im Gängeviertel öffnen um 22 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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