Eisbahn Stellingen: Wie geht es für den Eis- und Radsport weiter?
Das marode Dach der Eisbahn Stellingen soll abgerissen werden. Eine Übergangslösung soll den Eissport entlasten. Der Bahnradsport bleibt erneut außen vor.
Von Ella SchinkelDie Eisbahn Stellingen steht still. Das Dach der Anlage ist einsturzgefährdet, seit Monaten wird die Bahn deshalb nicht mehr genutzt. Jetzt steht fest: Das Dach soll abgerissen werden.
Bis zum Abschluss der Arbeiten könnte eine mobile Eisfläche zumindest beim Eissport für Ersatz sorgen – für den Bahnradsport fehlt es weiterhin an Alternativen.
Eisbahn Stellingen bald ohne Dach
Die Eisbahn Stellingen wurde in den vergangenen Jahren auf unterschiedliche Weise genutzt: In den Sommermonaten fungierte sie als Trainingsfläche für den Bahnradsport, im Winter trainierten hier die Eishockeymannschaften des HSV. Die Sperrung der Halle stellte beide Sportbereiche vor Probleme.
Auf lange Sicht ist ein großer Neubau geplant, sodass beide Bereiche auch zeitgleich trainieren können. Die neuen Sportanlagen befinden sich derzeit noch in der Planungsphase.
Um die Zeit bis zum Neubau zu überbrücken, soll nun das marode Dach der Halle abgerissen werden. Die Anlage sei dann bei entsprechenden Witterungsbedingungen als Freilufthalle nutzbar, heißt es von der Pressestelle des Eimsbütteler Bezirksamts.
Mobile Eisbahn soll Bauphase überbrücken
Doch bis es so weit ist, könnte noch einige Zeit vergehen. Der Abriss der Dachmembran könne aufgrund der technisch anspruchsvollen Sonderkonstruktion bis zum Ende des Jahres dauern. Die Planung des Vorhabens habe das Gebäudemanagement Hamburg übernommen.
Um dennoch verlässliche Perspektiven für den Eissport in Hamburg zu schaffen, sollen die Planungen für einen erneuten Aufbau einer mobilen Eissportanlage vorangetrieben werden. Abschließende Ergebnisse gebe es allerdings noch nicht.
Unzufriedenheit beim HSV
Bereits in der letzten Eissportsaison eröffnete eine mobile Eisbahn, um dem HSV eine alternative Trainingsmöglichkeit zu bieten.
Unter einem Facebookpost der 1. Eishockey-Herrenmannschaft des HSV wird jedoch deutliche Kritik an der Übergangslösung geübt. Die mobile Fläche wird als „Reinfall“ bezeichnet, es habe kaum Möglichkeiten für Publikum gegeben. Auch eine Auslagerung der Trainingseinheiten in die Eissporthalle Farmsen habe nur begrenzt geholfen. Regulär trainiert dort die Hamburger Eishockeymannschaft “Crocodiles”. Die doppelte Nutzung habe zu beidseitigen Trainingsausfällen und einer hohen Belastung für die Eisfläche geführt.
Bahnradsport fällt hinten über
Eine alternative Trainingsmöglichkeit für den Bahnradsport ist derzeit nicht in Aussicht. Kathi Siegmund, Präsidentin des Bahnradverbandes Hamburg, äußert sich enttäuscht über die aktuelle Lage. Der Rückbau des Dachs helfe dem Bahnradsport erst in der kommenden Saison. Bei entsprechendem Wetter gebe es dann zwar wieder Trainingsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, Aussicht auf die Austragung nationaler Wettkämpfe bestünde allerdings nicht. Ohne eine wetterunabhängige Austragungsstätte erhalte Hamburg dafür nicht die notwendigen Zuschläge.
“Mir liegt es am Herzen, dass Kinder und Jugendliche wieder gefahrlos trainieren können”, sagt Siegmund im Gespräch mit den Eimsbütteler Nachrichten. Sie hoffe, dass ein mögliches Olympia in Hamburg den Bau der neuen Trainingsanlage beschleunigen könne.
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