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Die Katzen langweilen sich, wenn die Spielpartner ausbleiben. Foto: Linus Eckel
Die Katzen langweilen sich, wenn die Spielpartner ausbleiben. Foto: Linus Eckel
Solidarität

„Katzentempel“ in der Krise

Hamburgs einziges Katzencafé kann nur noch durch Spenden seiner Kunden überleben. Die halten dem Katzentempel die Treue, nach wenigen Tagen ist die Hälfte des Spendenziels erreicht. Doch niemand weiß, wann der Shutdown gelockert wird. Geschäftsführerin Rilana Rentsch macht sich große Sorgen.

Von Marianne Bruhns
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Die gute Nachricht: Avy, Keshia, Liffey, Mellow und Newmann geht es gut. Die sechs Katzen aus dem Hamburger Katzentempel haben genug zu fressen, sind beschäftigt, können in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Die schlechte Nachricht: Das könnte sich ändern. Ist das Spendenziel erreicht, langt das Geld nur für zwei bis drei Monate, so Geschäftsführerin Rilana Rentsch von Hamburgs einzigem Katzencafé.

Spendenkampagne gestartet

Danach könnten auch dort die Lichter ausgehen. Der Shutdown am 20. März hat den Tempel noch härter getroffen, als andere Restaurants. Die versuchen mit Take-away oder Lieferservice über die Runden zu kommen. Das kommt für Rilana Rentsch nicht in Frage. „Wir sind kein normales Restaurant, sondern eine Begegnungsstätte zum Entschleunigen für Mensch und Tier“, so die Chefin.

Zu normalen Zeiten können Gäste dort zwar konsumieren, sollen und wollen aber auch mit den Katzen schmusen und spielen. Das geht nicht außer Haus und hat Konsequenzen: Die beiden Geschäftsführer Rilana Rentsch und Sören Horn haben seit fast zwei Wochen keinen Cent mehr verdient. Dass das Café weiterhin erhalten bleiben kann, haben sie nur ihren treuen Kunden zu verdanken. In ihrer Not hat Rentsch eine Spendenkampagne unter dem Motto „Helft jetzt, genießt später“ gestartet. Nach etwas mehr als einer Woche ist die Hälfte des Spendenziels erreicht: „Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet, ich bin überwältigt!“ Der Katzentempel habe zwar eine große Community, doch so eine Resonanz habe selbst sie nicht erwartet.

Rilana Rentsch nimmt sich extra viel Zeit für die Stubentiger, weil die Besucher ausbleiben. Foto: Katzentempel

Das Geld kommt vor allem den Katzen zugute. Rentsch und Horn zahlen sich kein Gehalt davon aus. Denn: Irgendeine Katze hat immer etwas. Von Beinbruch über Entwurmung bis hin zur Zahnbehandlung – ein- bis zweimal im Monat behandelt der Tierarzt die Katzen. Auch für Futter und Katzenstreu geben die Betreiber mehrere hundert Euro im Monat aus.

Katzen langweilen sich

Mit Pflege allein ist es aber nicht getan. Ohne Kunden ist den Katzen schnell langweilig. Rentsch und Horn beschäftigen sich jeden Morgen drei bis vier Stunden mit den Tieren. Abends genauso. Alle zwei Tage besucht eine Mitarbeiterin die Katzen und spielt ebenfalls mit ihnen. Die Katzen aus ihrer gewohnten Umgebung zu nehmen, kommt für Rentsch nicht in Frage. Sie stammen aus dem Tierheim, haben genug erlebt. Der Tempel ist ihr Zuhause.

Eine Dauerlösung ist die Selbstausbeutung der Geschäftsleute nicht. Doch niemand weiß, wie lange der Shutdown anhält. Horn und Rentsch sind deshalb weiter auf Spenden angewiesen. Schon ab fünf Euro gibt es eine Tragetasche des Katzentempels als Dankeschön. Ab zehn Euro wird ein 1:1 Gutschein ausgestellt. Die können für Speisen, Getränke oder Fanartikel eingelöst werden, wenn der Tempel wieder öffnen darf. Dafür einfach den Spendenbeleg vorzeigen. Wer einen höheren Betrag spendet, erhält exklusive Spielzeiten mit den Katzen vor oder nach den regulären Öffnungszeiten. Rentschs Tipp für alle Katzenfans: “Der Katzentempel bietet auch Patenschaften für die Tiere an”.


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