Parkplätze mit Anwohnenden teilen? Uni Hamburg sagt Nein
Warum nicht nachts die Parkplätze der Uni Hamburg für Anwohnende freigeben? Diese Idee kam in der Bezirksversammlung Eimsbüttel auf. Von der Universität gab es zunächst jedoch kein grünes Licht.
Von Jasper KarinIm Grindelviertel nahe der Universität schleichen Autos häufig in Schrittgeschwindigkeit durch die Wohngassen – immer auf der Suche nach einer Parklücke. Diese tauchen aber viel zu selten auf; die Parknot für Anwohnende im Grindelviertel ist bekannt.
Im November des vergangenen Jahres forderten die Eimsbütteler Fraktionen der SPD und der Grünen, die Parkplätze von der Universität Hamburg über Nacht für Anwohnerinnen und Anwohner nutzbar zu machen. Ihr Ziel: “bestehende Parkplatzressourcen in vollem Umfang effizient nutzen”. Jetzt teilte die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung mit: Dazu werde es erst einmal nicht kommen.
Uni Hamburg erteilt Absage – die Hintergründe
In der Regel finden die Vorlesungen an der Universität Hamburg von 8:15 Uhr bis 20:15 Uhr statt. Warum können die Parkplätze an der Bundesstraße, am Papendamm sowie am Martin-Luther-King-Platz also nicht mit der Nachbarschaft geteilt werden? Die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung hat mit der Universität Hamburg gesprochen und verschiedene Gründe angegeben.
Die Behörde erklärte, dass auf dem Uni-Gelände von früh bis spät Betrieb herrsche – von den morgendlichen Vorbereitungen bis zu den abendlichen Veranstaltungen in den Hörsälen. Außerdem nutzen die Bibliotheken und Mensen die Parkplätze am Uni-Campus. Die Staatsbibliothek hat beispielsweise bis 24 Uhr geöffnet.
Parkproblem sei bekannt
Darüber hinaus gebe es immer wieder Lkw, die auf den Parkplätzen zur Anlieferung stehen, manche Parkplätze würden der Lagerung von Baustellenmaterial dienen. Durch den Umzug des Fachbereichs Informatik an den Campus würden die freien Parkplätze zudem mehr gebraucht als sonst.

Daher bestehe „ein erheblicher, teilweise kurzfristiger und nicht planbarer Eigenbedarf“. Dennoch ließ die Universität Hamburg verlauten, dass sie sich der Parkplatznot bewusst sei, und machte ein Angebot.
Idee nicht ganz vom Tisch
Wenn Haftungs- und Sicherheitsfragen geklärt, eine Nutzung klar zeitlich und räumlich abgegrenzt und „tragfähige organisatorische und technische Regelungen“ getroffen wären, könnte sich die Uni Hamburg perspektivisch vorstellen, eine Testphase zu starten.
Außerdem werde der Bereich Chemie in den 2030er-Jahren vom Campus wegziehen – dann müsse die Flächennutzung, also auch die Parkplatzsituation, sowieso neu gedacht werden, heißt es in der Stellungnahme der Wissenschaftsbehörde. Für Anwohnerinnen und Anwohner könnte das irgendwann bedeuten, dass das suchende Schleichen um die Häuserblocks ein Ende hat.
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