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Gut 40.000 Besucher kamen zum Reeperbahnfestival 2017. Foto: Max Gilbert
Festivalkritik

40.000 Besucher beim Reeperbahnfestival

Vom 20. bis 23. September fand in St. Pauli zum zwölften Mal das Reeperbahnfestival statt. Bei etwa 500 Konzerte in über 70 Locations war auch Eimsbüttel vertreten.

Von Max Gilbert

Etwa 40.000 Besucher kamen zur zwölften Auflage von Europas größtem Clubfestival auf dem Hamburger Kiez. Neben zahlreichen Kunst-, Literatur- und Workshop-Veranstaltungen fanden an den vier Tagen etwa 500 Konzerte in über 70 Locations in St. Pauli statt. Beim Reeperbahnfestival gab es auch dieses Jahr viele Newcomer zu entdecken und etablierte Musiker, wie Überraschungs-Akt Liam Gallagher, zu sehen. Der festivalinterne Anchor-Award ging an die Londoner Singer-Songwriterin Jade Bird.

Reeperbahnfestival: Frauenpower am Mittwoch

Der Mittwoch begann mit geballter Frauenpower. Die australische Singer-Songwriterin Kat Frankie gab im Mojo ihre Songs zum besten. Traurig-deprimierend oder energisch-wütend – so begeisterte die seit 2004 in Berlin lebende Musikerin ihre Zuschauer.

Anschließend hieß es schnell sein: denn die Plätze für den Auftritt von Alice Merton im Imperial Theater waren begrenzt. Die zierliche Sängerin und ihre dreiköpfige Band wissen wie man Stimmung erzeugt, die bei ihrem Riesen-Hit „No Roots“ ihren Höhepunkt erreichte. Am Donnerstag trat die Deutsch-Britin dann nochmal im Docks auf.

"Mit Unterstützung und vielen guten Freunden würde ich es schaffen weiterzukommen, meinen Stil zu etablieren, vielleicht sogar eine Kunstakademie errichten. Ich möchte dazu beitragen, Kunst und Bildhauerei in Deutschland und Europa verbreiten." Foto: Georg Holm

pART of us!

Am Donnerstag fand in den Hallen der Handeskammer die Vernissage zur Ausstellung "pART of us" statt. Sechs Künstler aus Syrien, dem Iran und dem Irak stellen noch bis Sonntag ihre Kunstwerke aus. Das Besondere: Sie alle leben in den Erstaufnahmeeinrichtungen des ASB in Niendorf.

Zwischen Queer-Rock und Bläsern aus Chicago

Wer es etwas verrückter mag, kam am Donnerstag bei den Queer-Performern Sado Opera auf seine Kosten. Die russische Elektro-Punk-Band rockte am Abend in ihrer typischen „KISS-Optik“ die Nochtwache. Im Headcrash gab The Cool Quest Hip-Hop/Indie-Crossover Songs zum besten.

Wer danach noch keine müden Beine hatte und rechtzeitig im Mojo war, konnte mit dem Hypnotic Brass Ensemble einen Kurztrip in die Funk- und Jazzclubs von Chicago unternehmen.

Am Freitag sorgte das stimmgewaltige Duo Eveline in der Spielbude für Stimmung. Wem die ständigen Locationwechsel langsam zu anstrengend wurden, der konnte sich anschließend an gleicher Stelle dem Auftritt der Alternative-Band Frankie Furlow anschauen.

Indie-Rock im Bunker, Klanghimmel St. Michaelis Kirche

Im Anschluss versammelten sich die Indie-Rock-Fans im Übel&Gefährlich. Fünf Jungs aus Leeds mit dem Namen „To Kill a King“ füllten den Bunker am Heiligengeistfeld in kurzer Zeit. Bei ihrem Hit „Oh My Love“ war die Energie der Band auch in der letzten Ecke des Raums spürbar. Ein weiterer Höhepunkt folgte im Anschluss. In der St. Michaelis Kirche bezauberte Alice Phoebe Lou die Festivalbesucher auf den Bänken des „Michels“. Genau wie die Singer-Songwriterin selbst, waren auch die Besucher von der raumfüllenden Akustik überwältigt. Am Ende gab es stehende Ovationen in der Kirche.

Am letzten Festivaltag rockte Everything Everything das Übel&Gefährlich in bester Indie-Rock-Manier. Die vier Briten vereinen klassische Elemente des Brit-Pops und ungewöhnliche Beats und elektronische Klänge.

Foto: Alisa Pflug

Neuer Swag aus Eimsbush

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Fayzen vertritt Eimsbüttel auf dem Reeperbahnfestival

Alle Fans der Rolling Stones und The Doors durften sich die ungarischen Band „Ivan & The Perezol“ nicht entgehen lassen. Die vier Jungs aus Budapest spielen mit dem Image einer klassischen Rockband der 60er Jahre. Etwas zartere Klänge gab es im Gruenspan. Der in Eimsbüttel lebende Musiker Fayzen (Anmerkung der Redaktion: Im Magazin #9 erscheint ein Porträt über den Künstler) brachte die Säulen des historischen Konzertsaals und die Herzen der Zuschauer zum schmelzen.

Bei fetzigen Electro-Beats von Kalipo konnte man das Festival in der Prinzenbar ausklingen lassen. Der Berliner Produzent Jakob Häglsperger, der sich hinter Kalipo verbirgt, brachte den Stuck im Keller unter der Kastanienallee zum tanzen.

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