Unser Magazin #43 ist da!
Wir präsentieren die 43. Ausgabe des Eimsbütteler Nachrichten Magazins. Jetzt druckfrisch am Kiosk ums Eck.
Von Julia HaasFür mich schmeckt der Sommer nach Spaghettieis. Als es vor Kurzem endlich wieder warm in Eimsbüttel wurde, zog es mich direkt zur Eisdiele. Mit dem gepressten Vanilleeis in der Hand spazierte ich am Isebekkanal entlang – und wunderte mich, warum ausgerechnet eine Bank noch frei war. Sogar die schönste und offensichtlich neueste. Fast so, als hätte sie auf mich und mein Spaghettieis gewartet. Drumherum saßen einzelne Personen auf moosigen, ehrlicherweise eher modrigen Bänken. Seltsam.
Direkt vor der Bank löste sich das Rätsel: „Gesellige Bank“. Ach so, dachte ich. Also doch nicht frei. Reserviert. Irgendwie jedenfalls. Oder doch nicht?
„Gesellige Bänke“ in Eimsbüttel
Die „geselligen Bänke“ sind eine Initiative vom Zuhör-Kiosk und dem Bezirksamt Eimsbüttel. Sie sollen Menschen ins Gespräch bringen. Auf der Lehne steht: „Setzen Sie sich gerne dazu.“ Eine leise, unaufdringliche Einladung – und trotzdem scheint es vielen schwerzufallen, sie auszusprechen oder anzunehmen.
Ich setzte mich mit meinem Eis dorthin, ohne die Einladung zu verdecken. Denn auch das geht: Man kann sich einfach vor den Schriftzug setzen. Dann wird aus der „geselligen Bank“ eine ganz gewöhnliche. Zu mir gesetzt hat sich niemand. Vielleicht kamen nur überzeugte Gegner von Spaghettieis vorbei – Menschen, die nicht nachvollziehen können, warum man Vanilleeis und Erdbeersauce wie ein Pastagericht anrichten sollte.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir verlernt haben, miteinander zu sprechen. Oder uns nicht mehr trauen – aus Angst, uns am Ende doch einem Spaghettieis-Gegner erklären zu müssen.
Mehr echte Nachbarschaft
Dabei lohnt es sich vielleicht genau deshalb. Was kann schon passieren? Im besten Fall treffen wir Menschen mit ähnlichen Gedanken. Oder wir lernen andere Sichtweisen kennen. Vielleicht sind es am Ende auch einfach nur zehn Minuten weniger Handyscrollen, weniger Alleinsein – und ein bisschen mehr echte Nachbarschaft. Ich jedenfalls möchte künftig öfter auf „geselligen Bänken“ sitzen. Vielleicht geht es anderen ja genauso.
Eine „gesellige Bank“ steht übrigens nicht nur im Isebekpark, sondern bald auch wieder am Weiher. Letztere war beschädigt worden, soll aber zeitnah ersetzt werden.
Stoff fürs nächste Gespräch bieten die Artikel in diesem Magazin. Es geht unter anderem um Tücken des Wohnungsmarktes oder darum, wie wir Platz in unseren Wohnungen schaffen, wenn wir denn eine gefunden haben.
Und das ist drin:
TEURE MIETEN SIND KEIN NATURGESETZ
Zwei Vertreterinnen von „Hamburg enteignet“ im Interview
BIOTOP BUNDESLIGATRAINING
Ein Besuch beim Trainingszentrum vom FC St. Pauli in Niendorf
WIE LASSE ICH LOS?
Eine Anleitung von einer Wohnkosmetikerin
SOMMER IN EIMSBUSH
Wie sieht der Sommer im Viertel aus?
UNSICHTBARE TIERWELT
Zwischen Straßen und Hochhäusern summt eine große Tiervielfalt
MUSIC WAS MY FIRST LOVE
An diesen Orten kann jeder singen
EIN MANN, VIELE EHRENÄMTER
Ananda Rupasinghe widmet seine Rente dem sozialen Engagement
EIMSBÜTTEL KOCHT
Kalle ist 16 Jahre alt und hat ein eigenes Kochbuch geschrieben
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