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Felicia Grau und Fiona Grassl vom Hoheluftschiff. Foto: Julia Haas
Felicia Grau und Fiona Grassl vom Hoheluftschiff. Foto: Julia Haas
Kindertheater

Damit das Kindertheater erhalten bleibt: Neues Hoheluftschiff geplant

Für viele Kinder bietet das Hoheluftschiff eine erste Begegnung mit Kultur und Theater. Doch die ehemalige Getreideschute ist in die Jahre gekommen. Langfristig soll es einen neuen Schiffsbau geben.

Von Julia Haas

Seit 22 Jahren ankert eine Getreideschute im Isebekkanal. Sie transportiert Kinderkultur, ohne ihren Hafen zu verlassen. Etwa 12.000 Kinder kommen jährlich an Bord, tauchen in Geschichten ein und lernen die Magie der Bühne kennen.

Das Hoheluftschiff ebnet vielen Kindern den Weg in die Theaterwelt. Statt Dresscode und Sektempfang gibt es Ringelsocken und Apfelschorle. „Es ist ein einzigartiger Ort“, sagen Intendantin Felicia Grau und Fiona Grassl, die Teil des kleinen Hoheluftschiff-Teams sind. Sie wollen ihn auch für kommende Generationen erhalten. Doch dafür braucht es auf lange Sicht einen Neubau – und das kostet mehr, als der Theaterbetrieb selbst zahlen könnte.

Ein neuer Schwimmkörper soll her

Eigentlich sei eine Getreideschute nicht dafür ausgelegt, so lange an einem Hafen zu liegen, sagt Grau. Alle fünf Jahre findet deswegen eine Unterwasseruntersuchung statt. Noch befinde sich das Schiff in einem guten Zustand. Doch es gibt erste Anzeichen, dass der Unterwasserbau in den nächsten Jahren ausgedient haben wird. „Wir gehen nicht unter, aber das Schiff will in absehbarer Zeit in Rente“, fasst Grau die Situation mit einem Schmunzeln zusammen.

Das Bezirksamt Eimsbüttel bestätigt auf Anfrage: Bis 2030 befinde sich das Schiff in einem verkehrssicheren Zustand. Das habe eine Schwimmfähigkeitsuntersuchung sowie die Beurteilung durch einen externen Gutachter ergeben.

Von innen nach außen planen

Um den Theaterbetrieb auch nach 2030 fortzusetzen, planen Grau und ihr Team, das Schiff zu ersetzen. „Wir brauchen einen neuen Schwimmkörper, der langfristig nutzbar ist.“ Dafür stehe sie mit dem Bezirksamt Eimsbüttel, dem Bauamt sowie der Kulturbehörde in Austausch. Auch mit einer Architektin und einer Hausboot-Werft hätten erste Gespräche stattgefunden. Aktuell gehe es darum, Wünsche zu sammeln und Möglichkeiten auszuloten.

Denn Ideen gibt es viele: Einige Kinder haben kleine, glitzernde Modelle gebastelt, an der Hochschule Wismar haben Studierende mögliche Schiffs-Entwürfe ausgearbeitet. Für Grau und Grassl sei all das ein gutes Fundament für die weiteren Planungen. Fest stehe: Sie wollen die Zukunft des Hoheluftschiffs nicht alleine gestalten. „Uns ist es wichtig, die Menschen einzubeziehen, die das Schiff regelmäßig nutzen.“ Neben diversen Theateraufführungen, auch durch das hauseigene Ensemble vom Theater Zeppelin, das am Kaiser-Friedrich-Ufer direkt gegenüber sitzt, finden auf dem Hoheluftschiff auch Yoga-Kurse, Seniorensportangebote und verschiedene Events statt.

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Über das Kindertheater

Das Kindertheater Hoheluftschiff richtet sich an Kinder ab drei Jahren. Das Team versteht das Schiff als den ersten Ort für Kultur- und Theatererfahrungen. Es werden Stücke des hauseigenen Ensembles, aber auch aus der freien Szene in Hamburg aufgeführt. „Wir wollen ein Freiraum für Fantasie und Kinderkultur sein“, sagt Fiona Grassl.

Behörden unterstützen, aber…

Die Behörden stehen einem neuen Hoheluftschiff positiv gegenüber. Ein Sprecher des Bezirksamts Eimsbüttel sagt: „Wir stehen von Anfang an in einem konstruktiven Kontakt mit den Betreibern des Theaterschiffes und haben nach unseren Möglichkeiten den Betrieb des Hoheluftschiffes immer unterstützt.“

Auch die Hamburger Kulturbehörde sei an einem langfristigen Erhalt des Standorts interessiert, sagt Behördensprecher Enno Isermann. Ziel sei es, den Schiffsneubau möglichst am aktuellen Standort zu errichten. Der Grund: „Das Hoheluftschiff ist das einzige Kindertheater im Bezirk Eimsbüttel und seine besondere Lage auf dem Wasser ist Teil des Theaterkonzepts.“

Zwar wollen sowohl Bezirksamt als auch Kulturbehörde beratend und unterstützend zur Seite stehen, finanzielle Hilfen scheinen aber beide nicht bereitstellen zu können. „Die aktuelle Haushaltslage lässt es leider gegenwärtig nicht zu, neue Projekte, wie auch den Neubau des Schiffes, aus dem Haushalt zu finanzieren“, heißt es von der Kulturbehörde. Auch das Bezirksamt verfüge über keine finanziellen Mittel zur Unterstützung. Anders sähe es womöglich in der Bezirksversammlung aus. „Diese kann über bezirkliche Sondermittel oder Projektförderung aus der Rahmenzuweisung Stadtteilkultur kleinere Einzelprojekte des Theaters unterstützen“, sagt der Sprecher des Bezirksamts.

Wie lässt sich das Vorhaben finanzieren?

Bleibt die Frage, wie sich der Schiffsneubau vollständig finanzieren lässt. Einem ersten Kostenvoranschlag zufolge würden etwa 4,5 Millionen Euro benötigt. Neben den Behörden sei man mit verschiedenen Politikern im Gespräch, sagen Grau und Grassl. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Till Steffen schrieb in einem Instagram-Post, dass Bundesmittel ein Baustein für die Finanzierung sein könnten.

Noch sei jedoch alles offen. „Jetzt geht es darum, Banden zu bilden“, sagt Grau. Die Hoffnung, Unterstützung in der Nachbarschaft zu finden, sei groß. Neben Ideen- und Impulsgebern könnten insbesondere auch private Sponsoren Planungssicherheit geben.


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