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In der Werkstatt von Ama werden die "geselligen Bänke" für ihren Einsatz vorbereitet. Foto: Ama e.V.
In der Werkstatt von Ama werden die "geselligen Bänke" für ihren Einsatz vorbereitet. Foto: Ama e.V.
Nachbarschaft

Jugendliche machen marode Bänke zu Orten der Begegnung

Die „geselligen Bänke“ sollen Begegnungen in der Nachbarschaft erleichtern. Was viele nicht wissen: Jugendliche arbeiten marode Sitzbänke dafür auf.

Von Julia Haas

Während an vielen Sitzbänken der Lack abblättert, erstrahlen die „geselligen Bänke“ in frischem Grün. Jugendliche arbeiten alte, marode Bänke dafür auf – und schaffen so Orte der Begegnung.

In Eimsbüttel gibt es sogenannte „gesellige Bänke“. Sie laden Fremde dazu ein, nebeneinander Platz zu nehmen und vielleicht sogar miteinander ins Gespräch zu kommen – unaufdringlich und fast unauffällig.

„Gesellige Bänke“: Es gibt keine Regeln

Keine auffällige Bemalung, keine zentrale Platzierung: Das Sitzangebot richtet sich nicht nur an Mutige, sondern auch an Menschen, die sich sonst eher zurückziehen. Die Botschaft: Orte der Begegnung stehen allen offen.

„Gesellige Bänke“ gibt es inzwischen in verschiedenen Städten. Nach Eimsbüttel brachte sie der „Zuhör-Kiosk“ – ganz im Sinne der „einfühlsamen Zurückhaltung“. „Setzen Sie sich gerne dazu“, ist auf den Bänken zu lesen. Bewusst ohne Ausrufezeichen, heißt es vom „Zuhör-Kiosk“. Freundlichkeit genüge, und wie weit diese gehe, entscheide jeder selbst. Ein kurzer Plausch oder ein stilles Nebeneinandersitzen – Regeln gibt es nicht.

Verein aus Altona: Arbeit von Jugendlichen mit Nutzen für Stadtteil verbinden

Trotz aller Zurückhaltung sollen die Bänke nicht untergehen: Sie sind frisch und traditionell moosgrün gestrichen. Zwischen älteren, maroden Bänken fällt das auf – und lockt an.

Das Besondere: Bei den „geselligen Bänken“ handelt es sich nicht um Neuanschaffungen, sondern um alte Bänke, die repariert und renoviert werden. Dafür kooperiert der „Zuhör-Kiosk“ mit dem Verein Ama (Ambulante Maßnahme Altona e. V.).

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AMA e. V.

Ama e. V. ist ein freier Träger der Jugendhilfe in Hamburg. Seit 1988 begleitet er junge Menschen, Familien und Fachkräfte in unterschiedlichen Lebenslagen. Ziel ist es, Entwicklung zu ermöglichen, Verantwortung zu stärken und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.

Zu den Angeboten gehören unter anderem Projekte im Jugendstrafverfahren (JGG), Beratungsangebote sowie Hilfen zur Erziehung (HzE).

Die Arbeiten an den Bänken übernehmen Jugendliche, die im Rahmen gerichtlicher Auflagen Sozialstunden leisten. In der hauseigenen Werkstatt werden die Bänke geschliffen, repariert und für ihren nächsten Einsatz vorbereitet. So lasse sich die handwerkliche Arbeit der Jugendlichen mit einem konkreten Nutzen für den Stadtteil verbinden, heißt es vom Verein.

„Die geselligen Bänke zeigen, was möglich wird, wenn Menschen Verantwortung übernehmen. In unserer
Werkstatt entstehen nicht nur aufgearbeitete Bänke, sondern Orte der Begegnung, die das Miteinander im
Stadtteil stärken.“

Patrick Koeppen, Projektkoordination bei Ama e. V.

Weitere Bänke sollen folgen

Für Ama e. V. hat die Arbeit an den „geselligen Bänken“ einen besonderen Stellenwert: Das Projekt verbindet praktisches Tun mit einer sichtbaren Wirkung. Junge Menschen erleben, dass ihre Arbeit einen Unterschied machen kann und für andere einen Wert hat.

In diesem Jahr sollen zwölf weitere Bänke aufgearbeitet werden.

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Aufruf zur Bankfreundschaft

Wer Ideen hat, welche Bank ein Update vertragen könnte und sich gleichzeitig als „gesellige Bank“ anbietet, kann diese einbringen. Christoph Busch vom Zuhörkiosk freut sich über Vorschläge. Diese können per Mail an das-ohr@gmx.de gesendet werden.


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