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Standards verhelfen Vicky zum Dreier

Der SC Victoria hat sich mit einem 2:1 gegen den Meiendorfer SV durchgesetzt und damit wichtige Punkte im Kampf um die Krone der Oberliga Hamburg gesammelt. Trotz eines 0:1-Rückstandes stellte die Göttling-Equipe die Weichen auf Sieg – durch zwei erfolgreiche Standardsituationen.

Von Niklas Heiden

„Beide Tore sind durch Standards gefallen und Victoria hatte aus dem Spiel heraus kaum richtige Torchancen in der ersten Hälfte“, so ein am Ende sichtlich enttäuschter Meiendorfer Michael Sara nach dem Abpfiff. Denn seiner Mannschaft gelang mit dem ersten wirklich guten Spielzug direkt der Torerfolg: In der eigenen Hälfte wurde das Leder erobert und dann ging es ganz schnell. Über den ehemaligen Victorianer Michael Sara gelangte der Ball auf die Außenbahn zu Onur Ulusoy, der das Spielgerät mit dem Außenriss an Rabenhorst vorbei in die Box zum eingelaufenen Sara spielte. Dieser vollendete den tollen Konter der Gäste zur Führung (27). Die Freude währte allerdings nur wenige Minuten. Sergej Schulz brachte eine Ecke herein und in der Mitte staubte Thorben Wacker mit dem Fuß zum 1:1-Ausgleich ab (34). Kurz darauf folgte eine skurrile Szene: Referee Roeding gab wegen gefährlichen Spiels Freistoß im Sechzehner. Der Ebbers-Schuss wurde allerdings von Popalyar vor der Linie geblockt (41).

Nur drei Zeigerumdrehungen später war die MSV-Hintermannschaft allerdings chancenlos. Wieder war es eine Schulz-Ecke, die diesmal mit Marius Ebbers den richtigen Abnehmer fand (44.) – 2:1. Meiendorf öffnete nach dem Seitenwechsel die Defensive, was Vicky dementsprechend Räume zum Kontern gab. Reihenweise vergaben die Göttling-Schützlinge Großchancen. Nach 66 Minuten war es Dennis Thiessen, der nach Vorlage von Jan-Ove Edeling den Sack hätte zu machen müssen, ein MSV-Abwehrmann bekam aber noch den Fuß dazwischen. Es ging weiter: Nach einer MSV-Ecke machte sich Vicky’s Choi auf die Reise und sprintete über das halbe Feld in Richtung Tobias Sävke. Anschließend legt er rüber auf Dennis Thiessen, der Sävke zu einer Glanztat mit dem Fuß zwang (70). Die beste Chance der Gäste in Abschnitt zwei vergab Oshoffa, der aus ähnlicher Position wie Thiessen zum Abschluss kam – Grubba rettete per Fußabwehr. In der Folge vergaben die „Blau-Gelben“ weitere Hochkaräter, am Ende blieb es aber beim Heimsieg.

Selbstkritik

„Es hat auch die Durchschlagskraft bei uns gefehlt“, so Sara, der anfügt: „Wir sind zwar immer gut bis zum Sechzehner gekommen, aber dann fehlte immer irgendwie der Abschluss. Mit ein bisschen mehr Glück spielen wir hier dann vielleicht noch Unentschieden“, erklärt der 24-jährige. Er glaubt nicht, dass es an der Moral lag: „Die Moral und der Charakter nach dem Condor-Spiel war bei uns eigentlich ganz gut, obwohl wir Punkte liegen gelassen haben. Wir haben alles versucht, aber am Ende hat es nicht sollen sein“, so der Torschütze des MSV. Sein Trainer, Fatih Ergün, sah die Partie ähnlich: „Aus unserer Perspektive gesehen finde ich, dass der Sieg nicht so verdient war“, erklärte Ergün. „Wir haben Victoria, in der ersten Halbzeit, nur die Möglichkeit gegeben, nach Standards gefährlich zu sein. In der zweiten Halbzeit hatten sie dann auch mehr Chancen aus dem Spiel heraus“, ergänzte der 47-jährige. Und weiter: „Es war wie ein kleines Déjà-vu, wie am letzten Sonntag gegen Condor.“„Auch da haben wir es verpasst, das eine oder andere Tor zu machen“, analysierte der Meiendorf-Trainer.

Vicky-Coach Lutz Göttling haderte mit den vergebenen Chancen: „In der ersten Halbzeit haben wir zwei Tore nach Standards gemacht und hatten nicht so viele Chancen aus dem Spiel heraus. Aber alleine in der zweiten Halbzeit habe ich fünf Mal eine eins gegen eins Situation gesehen, wo wir den Sack einfach nicht zugemacht haben“, erklärt Göttling. Und weiter: „Dann musst du bis zum Ende zittern, weil wir auch in der Defensive zu breit standen und deswegen die Pässe in die Schnittstellen zugelassen haben. Wer so fahrlässig mit seinen Chancen umgeht, der läuft immer die Gefahr am Ende nur mit einem Punkt dazustehen“, erklärte der 45-jährige. „Wir müssen einfach sehen, dass wir aus solchen Chancen mehr machen. Aber am Ende können wir mit dem 2:1 sehr gut leben und sind nun gespannt, wie und ob unsere Konkurrenten in den kommenden Tagen nachziehen werden“, so der SCV-Coach abschließend.

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