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Dieses Foto wurde nicht in China, sondern mitten in Eimsbüttel aufgenommen. Foto: Rainer Wiemers
Dieses Foto wurde nicht in China, sondern mitten in Eimsbüttel aufgenommen. Foto: Rainer Wiemers
Magazin #41

Einmal um die Welt

Warum in die Ferne schweifen? Eine Weltreise ist manchmal ganz nah. Zwischen Pub, Park und Tanzfläche begegnen sich in Eimsbüttel verschiedene Kontinente.

Von Alexis Milne

Es gibt Orte im Bezirk Eimsbüttel, die die weite Welt im Viertel spürbar machen. Unser Fotograf hat sie mit der Kamera eingefangen.

China: Hamburger China-Gesellschaft

Direkt neben dem MARKK im Stadtteil Rother­baum liegt der chinesische Teegarten. Er beherbergt das Restaurant Yu Garden und die Hamburger China-Gesellschaft. Qiuyi Chen leitet beide Einrichtungen.

Auf den ersten Blick nicht zu erkennen: Das chinesische Teehaus steht in Rotherbaum. Foto: Rainer Wiemers

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Qiuyi Chen von der Hamburger China-Gesellschaft. Foto: Rainer Wiemers

In den Räumen gibt es ein Restaurant und die Hamburger China-Gesellschaft sitzt hier. Foto: Rainer Wiemers

Die Einrichtung erinnert an China. Foto: Rainer Wiemers

Für ihn verbindet Hamburg und China eine ganz besondere Freundschaft, die über weltpolitische Dynamiken hinausgehe. „Diese alte Verbindung gibt es nicht mit Berlin oder München – nur mit Hamburg“, sagt Chen. So ist auch das chinesische Teehaus aus einem Projekt Hamburgs mit seiner Partnerstadt Shanghai entstanden. Diese Partnerschaft zwischen den Hafenstädten feiert 2026 ihr 40-jähriges Bestehen.

Die Hamburger China-Gesellschaft schaffe hier einen Raum, in dem sich Chinesinnen und Chinesen mit Deutschen vernetzen können, die sich für China interessieren – sei es kulturell, wirtschaftlich oder politisch. Denn: Bei den Dinners und Veranstaltungen kommen auch Geschäftsleute, Politiker und Di­plomaten zusammen. Eimsbütteler können bei den monatlichen Vorträgen des Vereins mehr über China erfahren, so Chen. Auf diese Weise würden die alten Freundschaften zwi­schen Hamburg und China vertieft und neue Freund­schaften geschlossen.

Mexiko: Tag der Toten im Markk

Anfang November veranstaltete das Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK) zum 31. Mal eine Feier zum Día de los Muertos, dem mexikanischen Tag der Toten. An diesem Feiertag gedenken Mexikanerinnen und Mexikaner der Verstorbenen. Nach altmexikanischem Glauben besuchen die Toten an diesem Tag die Lebenden – ein freudiges Wiedersehen, das ausgelassen gefeiert wird.

Anlässlich des mexikanischen Totenfests wird im Markk ein Altar geschmückt. Foto: Rainer Wiemers
Anlässlich des mexikanischen Totenfests wird im Markk ein Altar geschmückt. Foto: Rainer Wiemers

Das MARKK organisiert die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Verein Círculo Mexicano Alemán (CIMA), dem Treffpunkt der mexikanischen Gemeinschaft in Hamburg. Der Verein pflegt die mexikanische Kultur und gestaltet jedes Jahr den zentralen Altar der Feier neu. Die Mitglieder schmücken ihn mit Skeletten, Blumen, Schmetterlingen und Kerzen.

Jedes Jahr steht die Feier unter einem besonderen Thema, das auch die begleitenden Vorträge bestimmt. 2025 lautete es „Blumen“. Traditionell werden zum Tag der Toten Ringelblumen, gelbe Chrysanthemen und die Campasúchil – eine Tagetes-Art – als Wegweiser vom Haus bis zum Friedhof ausgelegt.

Das Programm im MARKK umfasst Tänze, Filme, einen Handwerksmarkt und traditionelle Speisen. In diesem Jahr wurde zusätz­lich ein Aufruf gestartet, zeitgenössische Kunst in die Ausstellung zu integrieren. Aus über 160 Bewerbungen setzte sich der mexikanisch-amerikanische Bildhauer Edward Cabral durch. Er steuerte eine Skulptur bei.

Argentinien: Tangomatrix

Orange Lichter schmücken die Decke der Tango­matrix. Es ist Donnerstagabend – Zeit für die wöchentliche Tangomilonga. Rund 100 Menschen füllen den Raum, tanzen oder stehen gemeinsam an der Bar. Die Atmosphäre ist ausgelassen und herzlich.

Saumer Al-Hassani und Marianna Mingaleva tanzen seit vielen Jahren gemeinsam Tango. Foto: Rainer Wiemers

Andreas Kraußer und seine Tanzpartnerin auf der Tanzfläche der Tangomatrix. Foto: Rainer Wiemers

Die Tanzschule Tangomatrix liegt in Eimsbüttel. Foto: Julia Haas

„Tango verbindet die Menschen, er ist Freiheit, die man tanzen kann“, erklärt Dirk Jensen. Gemeinsam mit den Gründern Daniel Zawistowski und Christiane Stange betreibt er die Tanzschule in Eimsbüttel. Das Kursprogramm deckt das gesamte Leistungsspektrum ab. Jeden Donnerstag- und Sonntagabend finden zudem Milongas statt.

Hier kommen Menschen aus aller Welt zu­sam­men, erzählt Jensen. Beim Tanzen ent­stehe Verständigung jenseits von Sprache – es gehe um gemeinsames Erleben, geteilte Emotionen und das Verschmelzen der Bewegungen. „Wo sonst findet man einen Ort, an dem sich Fremde umarmen?“, sagt eine Tän­zerin – und bringt damit auf den Punkt, was die Tangomatrix für viele bedeutet.

Australien: Down Under

Gegenüber der Universität Hamburg befindet sich das Down Under, Hamburgs einziger australischer Pub. Inhaber Christian Rowe freut sich über das junge Umfeld. Sieben Tage die Woche werden hier australische Biere ser­viert, auf der Speisekarte stehen unter anderem Känguru-Burger.

Das Down Under liegt im Grindel. Foto: Rainer Wiemers

Es gibt verschiedene australische Spezialitäten. Foto: Rainer Wiemers

Viele Studierende besuchen das Down Under. Foto: Rainer Wiemers

Mit seinem Pub möchte Rowe an die ent­spannte Lebensart des fünften ­Kontinents erinnern. „Australien steht für Freiheit, Aben­teuer und coole Leute“, sagt er.

Zu seinen Stammgästen zählen einige Aus­tra­lierinnen und Australier, viele Besuche­rinnen und Besucher kommen nach Auslandsaufenthalten ins Down Under, um in Reiseerinnerungen zu schwelgen oder ihr Wissen beim wöchentlichen Quizabend zu testen.

So hat sich das Down Under in den vergangenen 25 Jahren zu einem Ort entwickelt, an dem sich Studierende, Reisende und Einhei­mische begegnen.

Die Fotostrecke zeigt einen Ausschnitt internationaler Orte in Eimsbüttel. Wo fühlst du dich in Eimsbüttel wie auf einer Weltreise? Schick uns ein Foto an redaktion@eimsbuetteler-nachrichten.de

Text: Alexis Milne und Ella Schinkel


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