Einmal um die Welt
Warum in die Ferne schweifen? Eine Weltreise ist manchmal ganz nah. Zwischen Pub, Park und Tanzfläche begegnen sich in Eimsbüttel verschiedene Kontinente.
Von Alexis MilneEs gibt Orte im Bezirk Eimsbüttel, die die weite Welt im Viertel spürbar machen. Unser Fotograf hat sie mit der Kamera eingefangen.
China: Hamburger China-Gesellschaft
Direkt neben dem MARKK im Stadtteil Rotherbaum liegt der chinesische Teegarten. Er beherbergt das Restaurant Yu Garden und die Hamburger China-Gesellschaft. Qiuyi Chen leitet beide Einrichtungen.
Für ihn verbindet Hamburg und China eine ganz besondere Freundschaft, die über weltpolitische Dynamiken hinausgehe. „Diese alte Verbindung gibt es nicht mit Berlin oder München – nur mit Hamburg“, sagt Chen. So ist auch das chinesische Teehaus aus einem Projekt Hamburgs mit seiner Partnerstadt Shanghai entstanden. Diese Partnerschaft zwischen den Hafenstädten feiert 2026 ihr 40-jähriges Bestehen.
Die Hamburger China-Gesellschaft schaffe hier einen Raum, in dem sich Chinesinnen und Chinesen mit Deutschen vernetzen können, die sich für China interessieren – sei es kulturell, wirtschaftlich oder politisch. Denn: Bei den Dinners und Veranstaltungen kommen auch Geschäftsleute, Politiker und Diplomaten zusammen. Eimsbütteler können bei den monatlichen Vorträgen des Vereins mehr über China erfahren, so Chen. Auf diese Weise würden die alten Freundschaften zwischen Hamburg und China vertieft und neue Freundschaften geschlossen.
Mexiko: Tag der Toten im Markk
Anfang November veranstaltete das Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK) zum 31. Mal eine Feier zum Día de los Muertos, dem mexikanischen Tag der Toten. An diesem Feiertag gedenken Mexikanerinnen und Mexikaner der Verstorbenen. Nach altmexikanischem Glauben besuchen die Toten an diesem Tag die Lebenden – ein freudiges Wiedersehen, das ausgelassen gefeiert wird.

Das MARKK organisiert die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Verein Círculo Mexicano Alemán (CIMA), dem Treffpunkt der mexikanischen Gemeinschaft in Hamburg. Der Verein pflegt die mexikanische Kultur und gestaltet jedes Jahr den zentralen Altar der Feier neu. Die Mitglieder schmücken ihn mit Skeletten, Blumen, Schmetterlingen und Kerzen.
Jedes Jahr steht die Feier unter einem besonderen Thema, das auch die begleitenden Vorträge bestimmt. 2025 lautete es „Blumen“. Traditionell werden zum Tag der Toten Ringelblumen, gelbe Chrysanthemen und die Campasúchil – eine Tagetes-Art – als Wegweiser vom Haus bis zum Friedhof ausgelegt.
Das Programm im MARKK umfasst Tänze, Filme, einen Handwerksmarkt und traditionelle Speisen. In diesem Jahr wurde zusätzlich ein Aufruf gestartet, zeitgenössische Kunst in die Ausstellung zu integrieren. Aus über 160 Bewerbungen setzte sich der mexikanisch-amerikanische Bildhauer Edward Cabral durch. Er steuerte eine Skulptur bei.
Argentinien: Tangomatrix
Orange Lichter schmücken die Decke der Tangomatrix. Es ist Donnerstagabend – Zeit für die wöchentliche Tangomilonga. Rund 100 Menschen füllen den Raum, tanzen oder stehen gemeinsam an der Bar. Die Atmosphäre ist ausgelassen und herzlich.
„Tango verbindet die Menschen, er ist Freiheit, die man tanzen kann“, erklärt Dirk Jensen. Gemeinsam mit den Gründern Daniel Zawistowski und Christiane Stange betreibt er die Tanzschule in Eimsbüttel. Das Kursprogramm deckt das gesamte Leistungsspektrum ab. Jeden Donnerstag- und Sonntagabend finden zudem Milongas statt.
Hier kommen Menschen aus aller Welt zusammen, erzählt Jensen. Beim Tanzen entstehe Verständigung jenseits von Sprache – es gehe um gemeinsames Erleben, geteilte Emotionen und das Verschmelzen der Bewegungen. „Wo sonst findet man einen Ort, an dem sich Fremde umarmen?“, sagt eine Tänzerin – und bringt damit auf den Punkt, was die Tangomatrix für viele bedeutet.
Australien: Down Under
Gegenüber der Universität Hamburg befindet sich das Down Under, Hamburgs einziger australischer Pub. Inhaber Christian Rowe freut sich über das junge Umfeld. Sieben Tage die Woche werden hier australische Biere serviert, auf der Speisekarte stehen unter anderem Känguru-Burger.
Mit seinem Pub möchte Rowe an die entspannte Lebensart des fünften Kontinents erinnern. „Australien steht für Freiheit, Abenteuer und coole Leute“, sagt er.
Zu seinen Stammgästen zählen einige Australierinnen und Australier, viele Besucherinnen und Besucher kommen nach Auslandsaufenthalten ins Down Under, um in Reiseerinnerungen zu schwelgen oder ihr Wissen beim wöchentlichen Quizabend zu testen.
So hat sich das Down Under in den vergangenen 25 Jahren zu einem Ort entwickelt, an dem sich Studierende, Reisende und Einheimische begegnen.
Die Fotostrecke zeigt einen Ausschnitt internationaler Orte in Eimsbüttel. Wo fühlst du dich in Eimsbüttel wie auf einer Weltreise? Schick uns ein Foto an redaktion@eimsbuetteler-nachrichten.de
Text: Alexis Milne und Ella Schinkel
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