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Dichter Arie Goral, Gedenktafel Paul Abraham. Fotos: Thea-Siedler-Prinz; Archiv: Michael K. Nathan, Hamburg/Sahra Vittinghoff
Dichter Arie Goral, Gedenktafel Paul Abraham. Fotos: Thea-Siedler-Prinz; Archiv: Michael K. Nathan, Hamburg/Sahra Vittinghoff
Gedenkkultur

Grindelviertel: Öffentliche Plätze werden nach NS-Verfolgten benannt

Der Hamburger Senat benennt einen Kreisverkehr und eine Parkanlage im Grindelviertel nach Arie Goral und Paul Abraham. Die Flächen erinnern damit an zwei Verfolgte des Nationalsozialismus.

Von Sahra Vittinghoff

Vergangene Woche beschloss der Senat, neun Verkehrsflächen in Hamburg umzubenennen, zwei davon im Grindelviertel. Der Kreisverkehr in der Straße Grindelhof soll an den Künstler Arie Goral, eine Teilfläche der Parkanlage Grindelberg an den Komponisten Paul Abraham erinnern. Die Namensgeber der Verkehrsflächen Arie-Goral-Platz und Paul-Abraham-Park sind zwei jüdische Persönlichkeiten, die zur Zeit der Machtergreifung Hitlers ins Exil flohen.

„Ihrem künstlerischen Schaffen und dem Leid, das ihnen unter den Nationalsozialisten angetan wurde, gedenken wir mit der dauerhaften Sichtbarkeit ihrer Namen im öffentlichen Raum“, äußert sich Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, in einer Pressemitteilung.

Verfolgte des Nationalsozialismus

Der Dichter, Schriftsteller, Journalist, Maler und Friedensaktivist Arie Goral flüchtete 1934 nach Palästina und kehrte 1952 nach Hamburg zurück. Er engagierte sich für eine verantwortungsvolle Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit. Unter anderem regte er an, die Staats- und Universitätsbibliothek nach dem Journalisten und Pazifisten Carl von Ossietzky zu benennen. Zudem setzte er sich für die Errichtung des Heinrich-Heine-Denkmals auf dem Hamburger Rathausmarkt ein. Er verstarb 1996 in Hamburg.

Paul Abraham floh 1933 über Wien, Budapest, Paris und Kuba nach New York. In den USA fiel ihm der Anschluss schwer und es folgte ein zehnjähriger Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik. 1956 kehrte Paul Abraham schließlich mithilfe eines Freundes nach Deutschland zurück. Nur vier Jahre später verstarb er im Hamburger Sanatorium. Am Haus seiner letzten Wohnadresse in der Klosterallee 80 gedenkt bereits eine Tafel an den ungarisch-deutschen Komponisten.

Kultursenator weiht Arie-Goral-Platz ein

Am 16. Oktober wird Kultursenator Carsten Brosda den Arie-Goral-Platz im Rahmen einer Einweihungszeremonie offiziell umbenennen. Beim Paul-Abraham-Park steht noch kein Datum für die Umbenennung fest. Sie wird ohne Zeremonie vollzogen.

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