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Gedenktafeln zur Erinnerung an den jüdischen Arzt Paul Gerson Unna wurden im gleichnamigen Stadtpark nahe der Osterstraße herausgerissen. Foto: Sahra Vittinghoff
Hier erinnerte bis vergangenen Donnerstag eine Gedenktafel an den jüdischen Arzt Paul Gerson Unna. Foto: Sahra Vittinghoff
Vandalismus

Unna-Park – Möglicher Fall von Antisemitismus

Gedenktafeln zur Erinnerung an den jüdischen Arzt Paul Gerson Unna wurden im gleichnamigen Stadtpark nahe der Osterstraße herausgerissen. Es besteht die Vermutung einer antisemitisch motivierten Tat.

Von Sahra Vittinghoff

Vergangenen Donnerstag bemerkte der Passant Uwe S. herausgerissene Gedenktafeln im Unna-Park. Eine der zwei Tafeln wurde komplett entfernt und auf dem Boden hinterlassen. Eine weitere zum Teil aus dem Rahmen gelöst und verbogen.

Er kontaktierte die Polizei und bat um die sofortige Bergung. Die Tafeln, die den geschichtlichen Hintergrund der Grünanlage beschreiben und an den jüdischen Arzt Paul Gerson Unna erinnern, befinden sich inzwischen auf der Polizeiwache in der Troplowitzstraße. Es sei geplant, die Tafeln demnächst wieder anzubringen. Ein genaues Motiv sowie Hinweise auf den Täter seien bisher unklar.

„Ich bin mir sicher, dass es sich hier nicht um ‚üblichen Vandalismus‘ handelt“, äußerte sich Uwe S. gegenüber den Eimsbütteler Nachrichten. „Wer macht sich die Mühe, acht beziehungsweise sechs Schrauben herauszudrehen?“

Linke vermutet antisemitische Beweggründe

Die Linksfraktion der Eimsbütteler Bezirksversammlung vermutet hinter dem Vandalismus antisemitische Beweggründe und solidarisiert sich mit der jüdischen Gemeinde. „Die Art der Ausführung verweist auf die Handschrift von Antisemiten“, so der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion Peter Gutzeit. „Es sollte die Aufgabe aller Eimsbütteler Demokraten sein, diesen Taten und dieser Gesinnung entgegenzutreten.“ Seiner Ansicht nach sei es ein klarer Versuch, die Erinnerung an den jüdischen Forscher und Arzt zu zerstören.

Ebenfalls am Donnerstag war es zu einer Attacke auf den Landesrabbiner Shlomo Bistritzky und das Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde, Eliezer Noe, gekommen. Nach dem Senatsfrühstück für ehemals verfolgte Juden bedrohte und bespuckte ein 45-Jähriger die beiden Juden im Rathaus. Die Hamburger Politik verurteile die Spuckattacke, die ebenfalls antisemitische Beweggründe vermuten lässt. Der Täter gilt unbestätigten Berichten zufolge als psychisch auffällig und sei in einer psychiatrischen Wohngruppe in Niedersachsen untergebracht.

Erinnerung an jüdischen Dermatologen Unna

Das Grundstück des 1954 erbauten Parks war einst im Besitz des jüdischen Dermatologen Paul Gerson Unna. 1907 verlieh ihm der Hamburger Senat den Professor-Titel. Im darauffolgenden Jahr wurde er Chefarzt am Krankenhaus Eppendorf. Neben seiner engen Zusammenarbeit mit dem Apotheker Paul Carl Beiersdorf und dessen Nachfolger Oscar Troplowitz, entwickelte er gemeinsam mit dem Chemiker Isaac Lifschütz die erste Hautcreme der Welt – Nivea.

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