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Bremen läuft St. Pauli nur hinterher

Das Testspiel zwischen dem Zweitligisten FC St. Pauli und dem Bundesligisten SV Werder Bremen fand Donnerstagabend im Stadion Hoheluft statt. Während die Bremer insgesamt konstaniert wirkten, zeigte sich St. Pauli kombinierfreudig und hochmotiviert.

Von Eimsbütteler Nachrichten
St. Pauli-Torwart Himmelmann durfte von Beginn an ran.
St. Pauli-Torwart Himmelmann durfte von Beginn an ran.

Es sind deutlich mehr Bremen- als St. Pauli-Fans ins Stadion an die Hoheluft gekommen. Aber beide Lager halten sich mit dem Support zunächst zurück und genießen entspannt die abendliche Spätsommersonne. Beide Mannschaften laufen weitestgehend mit ihrer A-Mannschaft auf.

Einzige kleine Überraschung: Beim FC St. Pauli steht Robin Himmelmann zwischen den Pfosten. St. Pauli startet furios. Neuzugang Marcel Halstenberg kann von Bremens Elia nur mit einem Foul aufgehalten werden. Den anschließenden Freistoß von Sebastian Maier köpft der gefoulte Halstenberg dann selber ins Tor. Und so steht es in der 3. Minute bereits 1:0.

In der 19. Minute spielt Fin Bartels im Mittelfeld links raus auf Christopher Nöthe, der noch ein ganzes Stück mit dem Ball geht, und verfehlt dann mit einem strammen Schuss vom 16er aus das Bremer Tor nur um einen knappen Meter.

Die St. Paulianer sind von Beginn an motivierter und spielfreudiger als die etwas lustlos wirkenden Bremer. Und so muss Werder-Trainer Robin Dutt in der 24. Minute mit ansehen, wie Sebastian Maier sich im Strafraum leichtfüßig gegen zwei Bremer durchsetzt und den Ball flach ins kurze Eck zum 2:0 einschiebt.

Nöthe verwandelt den 11er sicher zum 3:0 Pausenstand. Foto: Tim Eckhardt
Nöthe verwandelt den 11er sicher zum 3:0 Pausenstand. Foto: Tim Eckhardt

St. Pauli spielt sich in einen Rausch – Bremen ohne Gegenwehr

Und es kommt noch dicker: Bereits drei Minuten später kommt Kringe nach einem Foul von Werder-Neuzugang Santiago Garcia im Strafraum zu Fall. Und Schiedsrichter Thorsten Schriever erkennt auf Elfmeter, den Nöthe fast lässig (halb oben rechts) zum 3:0 (28. Min.) Halbzeitstand verwandelt.

Sichtlich gefrustet gehen die Bremer jetzt etwas härter zur Sache, ohne allerdings endlich das Heft in die Hand zu nehmen. Mateo Pavlovic sieht nicht gerade souverän aus, als er Fin Bartels, der gerade auf der linken Außenbahn durchstartet, unsanft per Bodycheck stoppt und dafür zurecht Gelb sieht (30. Min.). Und auch Mehmet Ekicis Schuss, weit über das Hamburger Tor, wirkt eher wie eine frustrierte Verzweiflungstat und nicht wie ein ernsthafter Torschuss (38. Min.).

St. Pauli kombiniert jetzt immer kunstvoller und flüssiger. Die verstreut stehenden St. Pauli-Fans beginnen jetzt doch noch ihre Mannschaft lautstark zu unterstützen. Maier (38. Min.) und Fabian Boll (42. Min.) hätten vor der Halbzeit sogar noch erhöhen können. Sie scheitern aber ebenso wie Nils Petersen (41. Min.) und Mehmet Ekici (44. Min.), die ihre Gelegenheiten zum Ausgleich ebensowenig wahrnehmen. Und so bleibt es zur Halbzeit beim 3:0 für die Braun-Weißen.

Die ganze Bank einmal durchgerührt. St. Pauli-Trainer Frontzeck wechselt in der Halbzeit gleich sechs Mal. Foto: Tim Eckhardt
Die ganze Bank einmal durchgerührt. St. Pauli-Trainer Frontzeck wechselt in der Halbzeit gleich sechs Mal. Foto: Tim Eckhardt

2. Halbzeit – Wildwechsel

In der Halbzeit wird wild gewechselt. Bei Bremen kommen für Pavlovic, Hunt und Mielitz Kobylanski, Hüsing und Wolf. Für den FC St. Pauli wechselt Trainer Michael Frontzeck gleich sechs Mal: Für Kringe, Thorandt, Boll, Thy, Bartels und Halstenberg kommen Nehring, Buchtmann, Rzatkowski, Verhoek, Ziereis und Gonther.

Nach Kobylanskis abgeklärter Vollstreckung kann Himmelmann nur noch hinter sich greifen. Foto: Tim Eckhardt
Nach Kobylanskis abgeklärter Vollstreckung kann Himmelmann nur noch hinter sich greifen. Foto: Tim Eckhardt

Kurzes Aufbäumen von Werder

Werder macht jetzt etwas mehr Druck. Elia zieht mit dem Ball Richtung Strafraum und passt auf Kobylanski, der mitgegangen ist und jetzt nur noch einschieben muss. 52. Minute: nur noch 3:1. Jetzt merkt man auch, dass die Bremer Fans deutlich in der Überzahl sind. Auf den Rängen keimt Hoffnung auf und auch die Gäste selber machten jetzt für eine kurze Phase Anstalten, das Spiel in die Hand zu nehmen. Mit dem Freistoß von Maier (58. Min.) und dem Kopfball von Verhoek (62. Min.) findet das kurze Bremer Aufbäumen jedoch ein jähes Ende.

Verhock verlängert Nehrings Fernschuss zum 4:1 Endstand für St. Pauli. Foto: Tim Eckhardt
Verhock verlängert Nehrings Fernschuss zum 4:1 Endstand für St. Pauli. Foto: Tim Eckhardt

St. Pauli macht den Sack zu

Spätestens in der 71. Minute jedoch wird jegliche Bremer Hoffnung, hier mit einem blauen Auge davonzukommen begraben. Nöthe legt, nachdem er kein Durchkommen sieht aus dem 5-Meter- Raum weit zurück auf Nehring, der aus der eigenen Hälfte gestartet war und mit dem Ball bis an den 16er herangeht, von wo aus er voll abzieht. Verhoek braucht nur noch den Fuß  hinzuhalten und es steht 4:1 für die „Gastgeber“.

St. Pauli ist insgesamt bissiger und ist den Bremern fast immer einen Schritt voraus. Foto: Tim Eckhardt
St. Pauli ist insgesamt bissiger und ist den Bremern fast immer einen Schritt voraus. Foto: Tim Eckhardt

Rzatkowski scheitert zweimal am Aluminum

Bei St. Pauli darf nun noch Fabian Graudenz sein Profidebüt geben, der in der 73. Minute eingewechselt wird. Nach zwei weiteren Wechseln bei den Gästen (Für Elia und Kroos kommen Schwede und Haake) hätte Marc Rzatkowski noch zweimal fast getroffen. Er trifft aber nur das Lattenkreuz (81. Min.) und den Außenpfosten (84. Min.).

An der desaströsen Leistung, die Werder-Coach Robin Dutt heute von seiner Mannschaft zu sehen bekam, änderte auch die Großchance, die Franco Matias Di Santo in der 82. Minute noch hatte nichts mehr.

Zuschauer: 3.426

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Fotos: Tim Eckhardt

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