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Fahrradstraße. Foto: Lisa Eißfeldt

Fahrradstraße: Stadt reagiert auf Kritik

Seit sie im Dezember 2014 eröffnet wurde, wird es nicht ruhig um die Fahrradstraße im Harvestehuder Weg. Kritik wurde schon kurz nach der Eröffnung laut. Die Stadt reagiert jetzt mit unterschiedlichen Maßnahmen.

Von Anne Sonnentheil
Fahrradstraße. Foto: Lisa Eißfeldt

Fahrradstraße. Foto: Lisa Eißfeldt

Mit einer Länge von 1.250 Metern beginnt die Fahrradstraße am Anglo German Club und endet an der alten Rabenstraße. In der Zukunft soll sie sich von der Krugkoppel bis zur Kennedybrücke erstrecken. Da vor dem US-Generalkonsulat aber noch Absperrungen den Weg behindern, wird dies erst 2016 möglich sein. Dann wird das Konsulat neu angemietete Räumlichkeiten in der Hafencity beziehen und die Sperrungen werden abgebaut.

Kritiker bemängelten vor allem den motorisierten Durchgangsverkehr und dessen zu hohe Geschwindigkeit. Das auf Fahrradstraßen bestehende Tempolimit von 30 km/h ist vielen Kraftfahrern nicht bekannt und sie fahren zu schnell. Außerdem sei die Fahrbahn zu eng, weil sich die Parkflächen für Autos auf der Straße befinden.

Großkontrolle in der Fahrradstraße

Weil es immer wieder zu Beinahe-Kollisionen zwischen Rad- und Autofahrern gekommen ist, hat das Bezirksamt in Zusammenarbeit mit der Polizei am 19. November 2015 eine Großkontrolle im Harvestehuder Weg und im Alstervorland durchgeführt. Dadurch sollten die Verkehrsteilnehmer für die geltenden Bestimmungen sensibilisiert und so das Konfliktpotential minimiert werden. Dabei sind in zwei Stunden nur fünf Kraftfahrzeugfahrer zu schnell gefahren.

ADFC fordert zusätzliche Maßnahmen

Nach Meinung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ADFC helfen solche Großkontrollen nur bedingt. Ein Erziehungseffekt bei den Autofahrern sei nur schwer festzustellen. Eine Ausweitung der autofreien Zonen im Innenstadtbereich wäre wesentlich effektiver als Kontrollen dieser Art. Außerdem fehlten wirksame Maßnahmen, die den Durchgangsverkehr deutlich reduzieren. Der ADFC fordert daher ein Zusatzschild „Anlieger frei“. Dies sei auch in anderen Fahrradstraßen deutschlandweit üblich.
Um Unfälle mit Toten und Verletzten im Straßenverkehr grundsätzlich zu reduzieren, setzt sich der ADFC außerdem für flächendeckende Tempo-30-Zonen im gesamten Hamburger Stadtgebiet ein. Dies würde auch den Verkehr flüssiger machen und für eine bessere Luft und weniger Lärm in der Stadt sorgen, heißt es zur Begründung.

Umbaumaßnahmen

Untersuchungen der Verkehrsbehörde haben ergeben, dass die Fahrradstraße gut angenommen wird. Trotzdem will die Stadt mit Umbaumaßnahmen im Harvestehuder Weg auf die Kritik reagieren. Diese haben bereits begonnen. Die Parkplatzmarkierungen werden entfernt und die Autos sollen zukünftig wieder parallel zur Straße auf dem Bankett parken, so dass Fahrradfahrer ungehindert auf der Straße fahren können.

Mehr Informationen zum Thema Fahrradstraße und Verkehr findet ihr auf unserer Seite.

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