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Sportverein GW Eimsbüttel. Foto: Ada von der Decken
Grün-Weiß zeigte am Freitag ein spannendes Spiel. Foto: Ada von der Decken

Grün-Weiß ringt Wedel nieder

Viele Tore an der Julius-Vosseler-Straße. Die 1. Herren-Mannschaft von Grün-Weiß Eimsbüttel zeigte ein spannendes Heimspiel. Im Interview berichtet Co-Trainer Simon Hagmann von der Zitterpartie in der Bezirksliga West.

Von Ada von der Decken

Eimsbütteler Nachrichten: Wie war die Ausgangssituation vor dem Spiel?

Simon Hagmann: Für die Gäste aus Wedel ging es am 25. Spieltag um drei wichtige Punkte, um sich die schwindende Hoffnung auf einen Verbleib in der Bezirksliga zu bewahren. Der unerwartete Heimsieg gegen Halstenbek-Rellingen in der Vorwoche sollte hierfür die Grundlage bilden. Die Ausgangssituation für die Heimmannschaft aus Eimsbüttel war dabei eine ungleich bessere, mit einem Sieg wären alle Abstiegssorgen des Liganeulings abgeschüttelt. Zuletzt hatte sich die Mannschaft von Trainer Michael Schirmer beim Tabellennachbarn aus Lieth nach einer bislang starken Rückrunde eine 0:3 Niederlage eingehandelt und war auf Wiedergutmachung aus. Das Hinspiel in Wedel hatte GWE damals mit 5:1 für sich entscheiden können. Nur wenige Zuschauer hatten am Freitagabend bei Regenwetter den Weg zur Sportanlage an der Julius-Vosseler-Straße gefunden – aber die sollten in 90 packenden Minuten voll auf ihre Kosten kommen.

Eimsbütteler Nachrichten: Wie verlief das Spiel?

Simon Hagmann: Den besseren Start in die Partie erwischten diesmal die Kicker aus Wedel, nach nur 5 Spielminuten schlug das Leder aus knapp 16 Meter Entfernung unter der Latte von GWE-Keeper Lennart Meiners zum 0:1 ein. Eine zu diesem Zeitpunkt verdiente Führung, waren die Gäste doch von Beginn an besser in die Zweikämpfe gekommen. Auch nach dem frühen Treffer kontrollierte Wedel mit offensivem Pressing das Spiel und störte früh die Angriffsbemühungen der Hausherren. Dennoch konnte Grün-Weiß nach einer halben Stunde das Ergebnis egalisieren: Außenverteidiger Sven Güldener schaltete nach einem Eckball am schnellsten und drückte das Leder aus knapp 10 Metern zum 1:1-Ausgleich über die Linie. Mit diesem für GWE etwas schmeichelhaften Spielstand ging es dann auch in die Kabinen. Es sollte eine denkwürdige zweite Hälfte werden. Nach der Pause war es Roland Wedel, das mit mehr Engagement in die Partie startet. Den Führungstreffer markierten hingegen überraschend die Hausherren, Spielmacher Björn Bollin erhöhte in der 50. Spielminute mit einem feinen Fernschuss ins linke Lattenkreuz auf 2:1. Unbeeindruckt von diesem Rückschlag gaben sich die Gäste weiter bissig und kämpften sich ins Spiel zurück. Folgerichtig fiel in der 56. Minute der 2:2-Ausgleichstreffer nach einem abgefälschten Schuss von der Strafraumgrenze. GWE wirkte konsterniert und offenbarte ungewohnte Konzentrationsschwächen im Abspiel und Spielaufbau, es mangelte zu oft an Kreativität am Ball. Trotzdem war es die Mannschaft in Grün-Weiß, die den nächsten Treffer erzielte: Erneut war es Bollin, der aus dem Mittelfeld seinen Mitspieler Jonas Klima mit einem Heber in die Spitze schickte. Nach einem Missverständnis zwischen Torwart und Abwehrspieler erhöhte der Flügelflitzer auf 3:2. Es war hier aber noch nichts entschieden. Wieder bäumte sich Roland Wedel auf und bekam kurze Zeit später einen berechtigten Freistoß zugesprochen, welcher aus knapp 25 Metern Entfernung fulminant zum 3:3 verwandelt wurde. Für GWE kam es in der 80. Minute noch dicker – nach einem ungestümen Einsteigen bekamen die Gäste einen Elfmeter zugesprochen und nutzten diesen zur wiederholten Führung – 3:4. Der Schlusspunkt? Mitnichten! GWE-Trainer Schirmer wechselte zehn Minuten vor Schluss offensiv ein, um so vielleicht doch noch einen Punkt aus der ohnehin verkorksten Partie mitzunehmen. Dieses Glück schien den Gastgebern dann auch beschieden, der an diesem Abend viel ackernde Thomas Sobieraj zeigte ebenfalls sein Können am ruhenden Ball und netzte einen Freistoß zum 4. (!) Ausgleich an diesem Abend ein. Es lief bereits die Nachspielzeit, als dann nochmals die Pfeife des Unparteiischen ertönte, und er abermals auf Strafstoß entschied. Zu Recht, nahm doch ein Wedeler Verteidiger im eigenen Sechzehner ohne Bedrängnis die Hand zu Hilfe. Sobieraj fasste sich ein Herz – Treffer zum 5:4 Endstand!

Eimsbütteler Nachrichten: Bilanz des Spiels?

Simon Hagmann: Neun Tore in einer Partie, das hatte man am Tiefenstaaken zuletzt im Februar beim 8:1 Kantersieg gegen Rissen erlebt. Diesmal jedoch kostete das

Ergebnis Spieler und Trainer erheblich mehr an Nerven, um am Ende die Punkte für den endgültigen Klassenerhalt auf dem eigenen Konto verbuchen zu dürfen. Für den Gegner aus Wedel, der den Eimsbütteler Hausherren an diesem Abend mindestens ebenbürtig gewesen war, bedeutete die bittere Niederlage in letzter Sekunde wohl den baldigen Abstieg in die Kreisliga.

Eimsbütteler Nachrichten: Ihr Kommentar zum Spiel?

Simon Hagmann: Schöner Fußball war das zwar nicht, aber am Ende ist die Mannschaft dran geblieben und hat den einen berühmten Treffer mehr erzielt. Jetzt feiern wir gemeinsam den Klassenerhalt, das haben die Jungs sich verdient.

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