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Die Hamburger Frauenbibliothek wird zum Ende des Jahres geschlossen. Foto: Elsbeth Müller
Die Hamburger Frauenbibliothek wird zum Ende des Jahres geschlossen. Foto: Elsbeth Müller
Schließung

Hamburger Frauenbibliothek schließt nach 15 Jahren

Die „Hamburger Frauenbibliothek“ schließt. Nach 15 Jahren beenden der „Landesfrauenrat Hamburg e.V.“ und das Frauenbildungszentrum „Denkträume“ ihr gemeinsames Projekt.

Von Bianca Multerer

All das Frauenwissen, das sich in Hamburg angesammelt hat an einem Ort zusammenführen – das ist die Idee, die hinter dem 2003 ins Leben gerufenen Projekt Hamburger Frauenbibliothek steckt.

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Vor 15 Jahren schlossen sich die drei großen Hamburger Frauenbibliotheken Denkträume, Hamburger Bibliothek für Frauenfragen und die Zentrale Bibliothek Frauenforschung & Gender Studies zusammen, um gesammeltes Wissen in der Grindelallee zur Verfügung zu stellen. Von historischen Schätzen, über wissenschaftliche Lektüre bis hin zu echten Raritäten bietet die Bibliothek ein umfangreiches Spektrum an Frauenliteratur.

Seit 2005 wird die Hamburger Frauenbibliothek in Kooperation des Landesfrauenrats Hamburg e.V. und des Frauenbildungszentrums Denkträume betrieben. Nun wollen die beiden Verbände ihr gemeinsames Projekt beenden. Die Hamburger Frauenbibliothek soll zum Jahresende geschlossen werden, der letzte Öffnungstag wird voraussichtlich der 7. November 2019 sein.

Getrennte Wege

Das Ende der Frauenbibliothek bedeutet für die beteiligten Verbände nicht das Ende ihrer frauenpolitischen Arbeit. Der Landesfrauenrat Hamburg e.V. wie auch das Frauenbildungszentrum Denkträume wollen sich neuen Projekten annehmen – getrennt.

„Wir wollen neue Wege gehen“, äußert sich der Landesfrauenrat in einer Pressemitteilung. Der Dachverband von 60 Hamburger Frauenverbänden plant ein auf Hambung bezogenes Frauenarchiv mit Bibliothek. Sie soll sich der Hamburger Frauengeschichte und der Geschichte der Hamburger Frauenverbände widmen. Das geplante Archiv soll Lern- und Begegnungsort gleichermaßen sein, außerdem als Ort für Vorträge, Ausstellungen und Diskussionsveranstaltungen fungieren. Standort und Entstehungszeitpunkt sind noch unklar.

Das Frauenbildungszentrum Denkträume möchte sich auf den Ausbau seines feministisch-autonomen Archivs konzentrieren. Das seit 1983 bestehende Archiv soll nach den Erfordernissen der Digitalisierung umgestaltet werden und zukünftig digitale Bildungsangebote beinhalten.

Bibliotheksbestand eingelagert

Der Denkträume-Bibliotheksbestand wird wohl vorerst nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sein. „Durch das Ende der Kooperation fehlt die Finanzierung für Miete und Personal der Bibliothek“, bedauert Inga Müller von Denkträume. Sobald beides gesichert sei, könne man die Bücher der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung stellen, Infrastruktur und Mobiliar seien bereits vorhanden. Bis dahin müssen die etwa 12.000 feministischen Bücher eingelagert werden.

Auch nach Schließung der Bibliothek werden der Landesfrauenrat Hamburg e.V. wie auch das Frauenbildungszentrum Denkträume als frauenpolitische Orte in der Grindelallee 43 ansässig bleiben.

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