Neue Regeln für den Isemarkt: Gibt es künftig weniger Foodtrucks?
Von Cardigans über Matcha bis hin zu Obst und Gemüse: Das Angebot auf dem Isemarkt in Harvestehude ist groß. Seit vergangenem Freitag gibt es neue Regeln, die das klassische Wochenmarktangebot wieder mehr in den Fokus rücken sollen.
Von Angela WoyciechowskiAuf dem Isemarkt ist es voll: Jung und Alt kümmern sich an diesem Dienstagmorgen um ihre Einkäufe. Andere kommen, weil das Mittagsangebot zum Schlemmen lockt. Besonders beim jüngeren Publikum ist der Isemarkt für seine Foodtrucks beliebt. Diese sollen nun aber reduziert werden, um klassische Wochenmarkthändler wieder zu priorisieren.
„Hintergrund ist, dass wir seit einiger Zeit beobachten, dass sich sehr viele Imbissstände als Tagesbewerber auf dem Isemarkt bewerben”, sagt Kay Becker, Pressesprecher im Bezirksamt Eimsbüttel. Es habe dazu auch einige Beschwerden von Besuchern und Marktbeschickern gegeben.
Tagesplätze sind umkämpft
Laut Becker wolle das Bezirksamt künftig darauf achten, bei der Zulassung von Tagesbewerbern den klassischen Wochenmarktangeboten – beispielsweise Blumen- oder Handwerksständen – Vorrang zu geben. Hier gehe es aber nicht um die Dauernutzer. Bei den 200 Marktständen würde es so weiterhin sechs bis zehn dauerhafte Imbissstände geben.
Insgesamt gebe es circa 130 Dauerbetriebe. Täglich bewerben sich laut Becker zwischen 40 und 90 Betriebe um einen Tagesplatz. „Wir bemühen uns, keine großen Lücken zu haben, und können circa 70 Tagesbewerber annehmen”, sagt Becker. Es könnten auch weiterhin Imbisse als Tagesbewerber zum Zug kommen – nur voraussichtlich weniger als bisher. Streetfood-Stände sollen künftig als Letzte einen Tagesplatz bekommen.
Matcha-Stand-Betreiber hofft auf bessere Planbarkeit
Bei einigen führt das zu Unmut und Sorgen um die berufliche Zukunft. Berkay Beksac kommt seit einem Jahr mit einem Matcha-Stand als Tagesbewerber auf den Isemarkt. Kurz vor acht Uhr ist er an Markttagen da, um einen Platz zu ergattern. “Die erste Reaktion, als wir von der neuen Regelung hörten, war, dass es nachteilig für uns ist”, sagt er.
Dennoch könne er auch die Argumente der Gegenseite verstehen. Er hoffe, dass es im Sommer wieder Änderungen gebe, sodass er vielleicht bereits einen Tag vorher wisse, ob er einen Platz bekomme.
Viele Standbetreiber unterstützen die Neuregelung
Andere Standbetreiber empfinden das Gedränge rund um die Foodtrucks und Matcha-Stände als störend. Michael Korte betreibt einen Currystand und sagt: „Als ich anfing, war dieser Hype noch nicht da.” Innerhalb eines Jahres seien viele Foodtrucks dazugekommen. So sei der Markt von Touristen überflutet worden – und die regulären Händler hätten das Nachsehen gehabt, da Touristen kein reguläres Marktpublikum seien.
Auch Alina Liebhoff-Schweitzer, die einen Wurst- und Fleischstand betreibt, äußert sich kritisch: Ihrer Meinung nach sei das Gleichgewicht auf dem Isemarkt in letzter Zeit gestört gewesen. Dass viele Touristen kämen, würde den Händlern mit frischer Einkaufsware nicht helfen. Dennoch verstehe sie, dass man Foodtrucks brauche, um Leute anzuziehen – zum Beispiel jüngere Leute und letztlich auch die nächste Generation von Marktbesuchern.
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