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Kick in der Mittagspause

Mittagspause: „zeitliche genau festgelegte Arbeitspause um die Mittagszeit.“ So beschreibt es der Duden. Nur wie sieht es inhaltlich aus? Drei Frauen aus Eimsbüttel nehmen sich der Mittagspause an. Ein neuer Weg, sich um Körper, Kopf und Stimme zu kümmern? Wir haben es ausprobiert.

Von Ghasal Falaki

Ein Probetraining ist beim „Pausenkicker“ im Heußweg angekündigt. Das Programm wirkt straff: 15 Minuten für den Kopf, 15 Minuten für den Körper und 15 Minuten für die Stimme. Und wenn man möchte, bekommt man anschließend ein Mittagessen.

Bei der Ankunft stehen auf dem Tisch bereits Obst zum Naschen und Wasser  bereit. Es liegt Unsicherheit in der Luft: Was passiert gleich? Was muss ich gleich machen? Mit vier Teilnehmern geht es los.

Lena stellt sich vor die Gruppe. Sie ist Gehirntrainerin und startet das Training. „Es werden keine schwierigen Aufgaben gestellt und man muss nichts beweisen“, beruhigt sie die Teilnehmer. Es gibt ein paar Konzentrationsübungen, die auch im Alltag helfen können, sich z.B. Zahlenkombinationen besser merken zu können. Es wird aber auch deutlich, wie viel Einfluss gewohnte Perspektiven und eingefahrene Wahrnehmungen haben.

Lena beim Gedächtnistraining. Foto: Pausenkicker
Lena beim Gedächtnistraining. Foto: Pausenkicker

Im nächsten Part ist der Körper dran. Fitness- und Yogatrainerin Sina setzt sich zu uns und macht mit uns ein paar Übungen im Sitzen. Direkt nach den Bewegungsabläufen setzt schon ein Gefühl von Entspannung ein.

In die letzte Runde geht es mit der Stimmtrainerin Katrin. Aufstehen und sich etwas im Takt bewegen und klatschen. Das ist ein guter Anschluss zur Entspannung, denn schließlich soll es ja wieder zur Arbeit gehen. Mit Vor- und Nachsingen funktioniert das auch und die Sängerin führt mit einer kurzen Einlage vor, wie es auch richtig klingen kann. Wer möchte, bekommt anschließend ein energiereiches Essen.

Katrin beim Stimmtraining. Foto: Pausenkicker
Katrin beim Stimmtraining. Foto: Pausenkicker

Von der Idee zur Pause

Die drei Frauen haben mit ihrer Idee den Zeitgeist getroffen. Immer mehr Schlagzeilen über Leistungsdruck, Überforderung und Erschöpfung durch die Arbeit pflastern die Titelbilder von Magazinen und Zeitschriften. Bewusst Pause machen, sich Ruhe gönnen und auch mal abschalten – das ist wichtig in einer Zeit, wo Leistungsdenken und Produktivitätsdruck die Menschen dazu bringen, ihre eigenen Grenzen zu überschreiten.

Die Arbeitsunfähigkeit durch psychische Erkrankungen steigt, entsprechend wichtiger werden Entspannung und ein anderer Umgang mit sich selbst. Von 2004 bis 2011 ist die Zahl der  Krankmeldungen in Deutschland wegen Burn-Out um das vierzehnfache gestiegen. Das Phänomen Burn-Out gilt zwar offiziell nicht als Krankheit, sondern ist laut der Weltgesundheitsorganisation WHO eine Zusatzerscheinung. Sie kann zu langen Ausfällen führen. Das Wort „to burn out“ = ausbrennen wurde schon von Shakespeare Ende des 16. Jahrhunderts verwendet. In der Form, wie der Begriff heute verstanden wird, taucht er zum ersten Mal 1974 in den USA in einem Artikel in der Zeitschrift „Journal of Social Issues“  auf, den der Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger verfasst hat.

Auszeit

Sich eine Auszeit zu nehmen, wird gesundheitspolitisch immer mehr zum Thema. „Man lebt für heute, man lebt sehr geschwind, man lebt sehr unverantwortlich“, hat schon Nietzsche formuliert. So haben Lena und Sina die Idee zu einer Auszeit in der Mittagspause entwickelt. Mit Katrin an ihrer Seite waren sie von der Idee „Pausenkicker“ begeistert. Und so ist das Programm auch verpackt. Mit viel Enthusiasmus und Energie wird die Mittagspause zu einem gemachten, aber effektiven Ruhepol.Wir fanden das Programm an diesem Tag gut strukturiert und es wirkte tatsächlich wie eine kleine Auszeit.

Nach dem Programm. Der Teilnehmer Marko und Sina von Pausenkicker. Foto: Ghasal Falaki

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