Methfesselfest vor dem finanziellen Aus?
Das Methfesselfest soll am ersten Juli-Wochenende stattfinden. Bisher fehlen den Organisatoren aber die finanziellen Mittel dafür.
Von Julia HaasSeit Jahrzehnten findet das Methfesselfest in Eimsbüttel statt. Auf dem Else-Rauch-Platz geht es den Veranstaltern darum, „mit Vergnügen Position zu beziehen“. Neben Essensbuden und Livemusik gibt es politische Podiumsdiskussionen und Workshops. Jetzt verkündeten die Organisatoren: Das Urgestein der Hamburger Stadtteilkultur stehe im 53. Jahr seines Bestehens vor dem finanziellen Aus.
Finanzierung auf der Kippe
Zum aktuellen Zeitpunkt könne das Methfesselfest nicht finanziert werden, schreiben die Veranstalter online. Sie haben eine Spendenkampagne ins Leben gerufen. Das Ziel: 4.900 Euro.
Auf Nachfrage der Eimsbütteler Nachrichten erklärt ein Mitglied des Organisationsteams, dass sich das Fest in früheren Jahren vor allem durch Getränkeeinnahmen finanziert habe. Starke Preissteigerungen in den letzten Jahren hätten jedoch zu einem Finanzierungsproblem geführt. Rücklagen seien größtenteils an gemeinnützige Organisationen gespendet worden.
Methfesselfest 2026: „Jeder Beitrag helfe“
Sondermittel vom Bezirksamt Eimsbüttel gab es schon in den letzten Jahren nicht. Das Bezirksamt erklärte im vergangenen Sommer, dass sich nach dessen Kenntnis die Veranstaltung durch Sponsorengelder, Standgebühren und den Getränke- und Speisenverkauf finanziere, nicht durch Sondermittel des Bezirksamtes.
Das Organisationsteam hofft nun auf Unterstützung aus der Nachbarschaft. „Damit wir auch dieses Jahr die Fahne für Frieden und Solidarität in Eimsbüttel hochhalten können, brauchen wir dringend eure direkte finanzielle Unterstützung“, heißt es im Spendenaufruf. Jeder Beitrag helfe, um die Kosten für Bühne, Logistik und Technik zu decken.
Veranstalter fühlen sich an Rand gedrängt
Im Rahmen der Spendenaktion äußern sich die Organisatoren auch indirekt zu einem Thema, das beim letzten Methfesselfest für Schlagzeilen gesorgt hat. Stimmen gegen Sozialabbau und für Frieden würden immer weiter an den Rand gedrängt, sagen die Veranstalter. Und weiter: „Das mussten auch wir letztes Jahr durch die Diffamierungsversuche des Verfassungsschutzes, der CDU und der AFD erfahren.“
Kurz vor dem Methfesselfest im vergangenen Jahr informierte der Verfassungsschutz darüber, dass die Gruppe „Thawra“ bei der Veranstaltung auftrete. Die Behörde stuft „Thawra“ als gesichert extremistische Bestrebung ein, unter anderem wegen einer israelfeindlichen Grundhaltung. Die Gruppierung hatte gegen die Beobachtung durch das Landesamt für Verfassungsschutz geklagt, den Antrag im März dieses Jahres jedoch wieder zurückgezogen.
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