Niendorf – HSV: „Alle haben Gas gegeben!“
Für das Testspiel gegen den HSV hatte der NTSV extra eine Tribüne errichten lassen. Trotzdem verlor der Oberligist aus Niendorf gegen den Bundesliga-Dino aus Stellingen mit 0:6. Niendorf-Trainer Frank Hüllmann kann trotzdem zufrieden sein.
Von Niklas HeidenEin großer Klassenunterschied war zwischen den beiden Teams am Dienstagabend am Sachsenweg nicht wirklich zu sehen. Die Niendorfer präsentierten sich gerade im ersten Abschnitt der Partie sehr stark in der Defensive. Besonders Niendorf-Keeper René Melzer erwischte einen Sahnetag und kratzte mehrere Bälle aus den Ecken. Zu Beginn der Partie spielte nur der Oberligist. Somit war es nicht verwunderlich, dass die Niendorfer auch zur ersten Chance der Partie kamen. Der Hamburger SV wirkte etwas überfordert in den ersten Minuten und musste öfter taktische Fouls begehen um die teilweise flinken Niendorfer zu stoppen.
Doch der HSV wurde munterer und brachte das Niendorfer Tor in Gefahr. Patrick Schumann klärte den Ball auf der Linie, nachdem Van der Vaart bereits Rene Melzer rumkurvt hatte und aus acht Metern abschloss. Nach 12 Minuten zerstörte Rafael Van der Vaart allerdings endgültig die Träume der Niendorfer-Anhänger. Einen Freistoß aus 16 Metern setzte der Holländer perfekt ins Eck. Torwart Melzer zeigte erst gar keine Reaktion. Nach 21 Minuten ließ Ebenezer Utz die Chance zum 1:1 ungenutzt. Der Ball verfehlte sein Ziel nur knapp.
Neuzugang Lasogga zeigte zwei Minuten später, warum der HSV ihn verpflichtete. Der Stürmer der Rothosen setzte sich gut gegen zwei Gegenspieler durch und zog locker und trocken ins lange Eck ab. Niendorf war durch die zwei schnellen Tore der Stellinger geschockt und brauchte etwas, um wieder in die Spur zu kommen. Der Bundesligist stellte nun gut die Räume zu und ließ dem Oberligisten kaum noch Luft zum Atmen. René Melzer wurde zum kleinen Helden der Niendorfer. Zuerst parierte der Keeper Marcel Jansens Schuss mit einer Glanzparade, eher er auch den Kopfball von Zoua aus der Ecke holte.
Zur Halbzeit führte der Gast somit nur mit 2:0. In der Halbzeitpause wechselten beide Teams ordentlich durch. Trotzdem merkte man den Niendorfern das Tempo der ersten Hälfte an. Somit war es nicht verwunderlich, dass bereits nach 54 Minuten der Sack aus Sicht des Dinos geschlossen wurde. Neuzugang Zoltan Stieber passte flach in den Strafraum der Niendorfer. Abwehrspieler Tim Heysen grätschte unglücklich in den Ball und brachte das Spielgerät im eigenen Tor unter. Christoph Wert, der für René Melzer das Tor in der zweiten Halbzeit hütete, rettete anschließend noch zwei Mal glänzend gegen Gideon Jung, der aus zwei Metern Entfernung köpfte.
Niendorf war kaputt. Die Einwechslung von Bastian Reinhardt brachte alle Fans aber nochmal zum Jubeln. Doch auch er konnte die Niederlage nicht mehr abwenden. Artjoms Rudnevs erledigte den Rest für die Slomka-Elf. Nach Vorlagen von Diekmeier und Nafiu traf er zum 5:0 und 6:0, was letzendlich auch den Endstand darstellte. „Wir hatten richtig tolle Bedingungen hier in Niendorf“, sagte HSV-Coach Mirko Slomka nach dem Abpfiff. Und auch Niendorf-Trainer Frank Hüllmann zeigte sich trotz der Niederlage sehr erfreut: „Es war ein sehr schönes Spiel. Alle Jungs haben Gas gegeben. Zudem bedanken wir uns bei allen Helfern, die dieses Event erst möglich gemacht haben. Der Niendorfer TSV präsentierte sich sehr gut, so dass man sich auf eine schöne Oberligasaison freuen kann. Beim Hamburger SV muss allerdings noch viel gearbeitet werden, um nicht in Abstiegsnot zu geraten.
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Fotos: Tim Eckhardt


