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Kommenden Sonntag dürfen in der Osterstraße alle Geschäfte zwischen Schwencke- und Emilienstraße sowie in den Karl-Schneider-Passagen öffnen. Foto: Lukas Görlitz
Verkaufsoffener Sonntag

Sonntagsöffnung in Eimsbüttel: Finanzierung nicht endgültig geklärt

Der verkaufsoffene Sonntag kehrt in die Osterstraße zurück – zumindest kurzfristig. Wie die Sonntagsöffnungen künftig finanziert werden, steht noch nicht fest.

Von Julia Haas

Nach langer Pause dürfen am Sonntag die Läden in der Osterstraße wieder öffnen – zumindest einige. Dieses Mal übernimmt nicht der Osterstraße e.V. die Finanzierung, sondern Edeka Niemerszein und Galeria Karstadt Kaufhof. Die Sonntagsöffnung über Mitgliederbeiträge des Vereins zu finanzieren sei aktuell nicht möglich, erklärte Til Bernstein vom Osterstraße e.V. Der Grund: In einer internen Umfrage des Vereins hatten 70 Prozent der teilnehmenden Läden gegen verkaufsoffene Sonntage gestimmt.

Ramona Krämer vom Krämerladen in der Osterstraße kann das Ergebnis nicht nachvollziehen: „Ich möchte öffnen und darf nicht.“ Wie ihr ginge es auch anderen kleinen Läden – zum Beispiel dem benachbarten Derbe&Support, erzählt Krämer.

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Sonntagsöffnung nur zwischen Schwencke- und Emilienstraße

An vier vorgegebenen Sonntagen im Jahr kann der Einzelhandel in Hamburg öffnen – unter einer Bedingung: Im Umfeld der Einkaufsbereiche muss eine Veranstaltung stattfinden. Und das bringt erhebliche Kosten mit sich, weiß Bernstein: „Bis zu 4.000 Euro können pro Veranstaltung anfallen.“ Bisher finanzierte der Osterstraße e.V. die Ausgaben über Mitgliedsbeiträge und Erlöse aus Wein- und Osterstraßenfest. Dass diese Regelung nicht alle Mitglieder zufrieden stellte, kann Bernstein verstehen: „Nur 12 Prozent der Läden in der Osterstraße sind bei uns Mitglied, damit zahlen wenige für alle.“ Denn sobald die Veranstaltung steht, kann jeder umliegende Laden öffnen. Über die freigegebenen Bereiche entscheidet die Wirtschaftsbehörde.

Am Sonntag dürfen in der Osterstraße alle Geschäfte zwischen Schwencke- und Emilienstraße sowie in den Karl-Schneider-Passagen öffnen. Für den gesamten Bereich der Osterstraße sei die Veranstaltung zu klein, erklärt Bernstein. In den Karl-Schneider-Passagen sind verschiedene Aktionen mit dem Kreativhaus Eimsbüttel geplant – darunter musikalische Auftritte.

„Wir müssen an den Werbeeffekt denken“

Ramona Krämer, deren Laden im oberen Teil der Osterstraße liegt, darf am Sonntag aufgrund der behördlichen Vorgaben nicht aufmachen. Die Entscheidung der Stadt, nur einen bestimmten Abschnitt der Osterstraße für die Sonntagsöffnung freizugeben, kann sie nicht verstehen. „Die Corona-Krise hat vor allem kleine Einzelhändler schwer getroffen“, sagt die Ladeninhaberin, „warum dürfen wir jetzt nicht mitspielen?“ Krämer befürchtet, dass für die Kunden ein falsches Bild entstehe: „Es kommt so rüber, als ob wir nicht öffnen wollen – aber das stimmt nicht.“

Eine ähnliche Meinung vertritt Bernstein: „Wenn in der ganzen Stadt die Läden öffnen, nur in Eimsbüttel nicht, dann sind die Kunden schnell weg und kommen nicht wieder.“ Anders als Krämer habe er jedoch den Eindruck, dass viele kleine Läden in der Osterstraße eine Öffnung am Sonntag für nicht lohnenswert halten: „Ich verstehe, dass manche nicht am Sonntag arbeiten können oder wollen, aber wir müssen an den Werbeeffekt denken.“

Auch Frank Ebrecht, Geschäftsführer von Edeka Niemerszein, hält die Sonntagsöffnung für einen wichtige Faktor, um das Einkaufsangebot attraktiv zu gestalten: „Wir würden am liebsten an allen vier Sonntagen im Jahr öffnen.“

Auf der Suche nach einer Lösung

Dass Edeka Niemerszein und Galeria Karstadt Kaufhof für die Kosten aufkommen, soll dennoch die Ausnahme bleiben. „Wir müssen das alle gemeinsam wuppen“, sagt Bernstein. Ladeninhaberin Krämer ist dazu bereit und sich sicher, dass auch manche kleine Läden in die Sonntagsöffnung investieren würden. Der Osterstraße e.V. überlegt derweil, seiner Beitragsstruktur zu überarbeiten. Neben einem festen Grundbetrag könnten Mitglieder dann selbst entscheiden, ob und in welchem Umfang sie die Sonntagsöffnung unterstützen.

Zuletzt waren die Sonntagsöffnung in der Osterstraße Corona-bedingt und aus finanziellen Gründen ausgefallen.

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